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Der Israelit · 1902-12-11 · Heft 98 (11.12.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 98 (11.12.1902)
Date
1902-12-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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2074 7 Möge der Aufruf, zur Chanukaspende einen gewaltigen Widerhall finden in aller Herzen, damit bald mit dem Vau der neuen Anstalt begonnen werden kann. . > Mus Äädett. Zur gleichen Zeit, als man in? Karlsruhe den Nestor der jüdischen, badischen Lehrer- ' schaft,' Herrn. Lehrer- Wür z b u r g e r, in die kühle /Erde bettetk, sank auch ein junges Leben in die Gruft, ''.ein Leben, das heiligem Dienste, dem Lehrberufe gewjdmet sein sollte. N a p h t h a l i, der achtzehn-' jährige Sohn des Lehrers Wertheimer in Hardheim,/ der zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, war-schnell " durch eine plötzliche Krankheit, zum großen Schmerze seiner Angehörigen, seiner Lehrer und vieler Freunde, : hinweggerafst worden^ Auf ihn läßt, sich der Vers unserer heil/Lhora anwenden: '' ins* npb '2waw 2'pbrrn nrr “p:n. *]bnrw ^.. . 5 . Welchen Namen sich der Jüngling bereits erwor- ' ben 'hatte,.geht aus einer Zuschrift von seiten der Direktion des. Lehrerseminars I. Karlsruhe an den . Väter..hervor, in welcher betont wird, „daß derselbe ein 7 sehr begabter und äußerst fleißiger Schüler war,, der - seinen Lehrern nur'Freude machte und ein' tüchtiger ' Lehrer zu werden versprach." - - - l - Ein großer Theil der Einwohnerschaft Hardheims, ohne Unterschied der Confession, nahm an dem Leichenbegängnisse theil. Eine größere Anzahl.benachbarter, jüdischer Lehrer, sowie Herr. Vezirksrabbiner Dr. Löwenstein-Mosbach, waren gleichfalls herbeigeeilt. Herr! Dr. Löwenstein, selbst auf's Tiefste ergriffen, rief dem / Verewigten,/in bekannter Meisterschaft anerkennende, ehrende Worte nach. /7 / -M Möge der Allmächtigedie schwerheimgesuchte Fa- 'Miliekrösten'.^H>^.. -.-A -7 / Wietzen; Dez,. Im ,»Verein zur Förderung des / Handwerks unterden Juden in Gieße'n" hielt gestern' Abend Herr Alfred F r o h l i ch von hier vor einer zahlreich erschienenen Zuhörerschaft einen mit großem Beifall, aufgenommenen ' dreiviertelstündigen. Vortrag über dasThema: '„Bedeutende jüdische Frauen in der Geschichtet Nachdem der Redner einen übersichtlichen e ts i Sie t s «. t\ Van HkoöevL KLnteirr. Etwa acht bis zehn Meilen, von der ruffisch-galizischen Grenze hatte Gras Dundukos mehreregroße Güter, deren schönstes und größtes von Feiwel Schick verwaltet wurde. Die galizischen adligen Gutsbesitzer haben es längst herausgefunden, daß es keine besseren Verwalter ihrer Güter gibt, als Juden. Dieselben heben , sich durch Fleiß, Intelligenz, Nüchternheit und praktischen Sinn vortheilhaft von dem Gros der Bevölkerung ab und verdienen größtentheils vollkommen das Vertrauen, das die Verwaltung eines großen Besitzstandes mit vielen Wäldern, Feldern, Viehheerden und Gebäuden aller Art Erfordert. - - ' ./ . Feiwel Schick war zur Zeit, in der unsere Erzählung beginnt, schon zehn . Jahre lang Verwalter des Dundukof'scheN Gutes, und Gutsherr wie Verwalter fanden Lei der Verwaltung des Gutes ihre Rechnung. Das gegenseitige Verhältniß war vertragsmäßig geordnet. Der Vertrag enthielt außer den üblichen Bestimmungen die Klausel, daß der Verwalter zur Ernte-' zeit keine Arbeiter aus dem Umkreise, der nächsten acht Meilen .anstellen^.durfte, weil der Graf diese. Arbeitskräfte für seine anderen Besitzungen verwandte. Feiwel Schick fuhr deßhalb alljährlich um diese Jahreszeit mit mehreren Leiterwagen' über die russische Grenze und holte sich dort die nöthigen Schnitter und Schnitterinnen. Dieselben kamen mit ihren ganzen Familien und kleinen Kindern und wohnten, oft mehr als hundert Personen, drei bis vier Wochen in besonders für diesen Zweck hergerichteten Räumen in Unmittelbarer Nähe . Plick. äüf die Stellung.des jüdischen Weibes im Allge-, des Gutes. ' : Minen gelenkt hatte, änfügend und mit Beispielen de- Im Laufe der Jahre hatte sich zwischen dem Ar- / legend, daß die jüdische Frau zu allen. Zeiten als. Helbeitgeber und. den Arbeitern ein Verhältniß ausge- // -sende- Genossin und' nicht als Sklavin aufträt, daß ihrv| bildet, wie man es nicht besser wünschen konnte. Sie / .. Äirkungskreis stets das Haus war, daß ihr die Pflege -'.} waren beiderseits aus einander angewiesen; .der Ver-, .//und Erziehung:/der KinderMla^daß-ihr' nichtrallein--,t Walter auf die um die Erntezeit, besonders/unentbehr-/?/ hon Seiten des Gatten,, sondern auch von Fremden stetsglichen Arbeiter und diese auf den regelmäßigen sicheren ' besondere: Hochä^tuüg .gezollt,wurde,.. daß es.ihr an -?, Lohn, .den.ihnen die .Erntearbeiten jährlich brachten. -.uTypfeMdLr.LiM/ni^gA W an alley..ü.Melyr.die Ernte eingebracht und der.: Lohn ausgezahlt '- -offentllchLN-KreigniDn,!' an^ lleß Festlichert VersaUrm'-- ] war; Fuhr der -Verwalter seine Arbeiter wiederum.ihre - /-H.77kA.,^X<)^.'.7^allgem.e.inen Wohl und /Wehe, ihres ^jMgrser, jenseits der ruWchen Grenze/Mrück^ Vorher mens des Vereins von dessen Vorsitzenden, Herrn Dr. Piamm, öffentlicher Dank ausgesprochen. ginnt, waren am DonnerstägÄbend alle' Erntearbeiten zu Ende. Freitags hätte dann der Erntetanz und

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