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Der Israelit · 1902-12-11 · Heft 98 (11.12.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 98 (11.12.1902)
Date
1902-12-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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;i > | konstatiren, daß die Zahl unserer ordentlichen Mitglie-, der entsprechend gestiegen ist, daß unsere Stellenvermittlung eine das Vorjahr weit übertreffende Zahl von ' Stellen besetzt hatdaß endlich auch unsere Haupt-, Institution, die Versicherungskasse, in ganz außerordentlicher Weise in Anspruch genommen wurde. Diese. Kasse hat bereits jetzt über Mk. 2700 (im gefammten Vorjahre nur Mk. 2000) ausgezahlt. Es ist das eine natürliche Folge der wirthschastlichen Depression, in der wir uns befinden und.deren Erde leider noch nicht abzusehen ist. 7 - . ' . Zu unserem Bedauern hat eine Vermehrung unserer Einnahmen nicht in gleichem Maße stattgefunden. Die Zahl unserer außerordentlichen Mitglieder ist stabil, geblieben, einmalige Zuwendungen haben wir so gut wie nicht empfangen, so daß wir an eine Vergrößerung . unseres Sicherheitsfonds, die dringend zu wünschen' "■ wäre, in diesem Jahre nicht zu denken ist, - Ebenso fehlen uns die Mittel für eine ihatkräftige .Propaganda, die an den Orten, wo Ziele und Zwecke unseres Vereins noch zu wenig gekannt oder gewürdigt 7 'sind, energisch einzusetzen hätte. 7 7 " Vor Thorschluß soll daher noch einmal unser Ruf an alle Freunde, unserer Sache ergehen, zur finanziellen Stärkung unserer Position nach Kräften beizutragen. Wohl wissen wir, daß heute von allen Seiten steigende Anforderungen gestellt werden, so daß es den Wenigsten vergönnt ist, überall mitzuhelfen und allen Ansprüchen, die an sie herantreten, zu genügen. ' Hier aber sollte Keiner feiern, dem an der Zukunft des Judenthums in Deutschland, die ja identisch ist mit denr Bestehen der gesetzestreuen Richtung, noch gelegen ist. Die Bekenner, die zu uns zählen, sie rekrutiren sich heute mit verschwindenden Ausnahmen aus dem Kaufmannsstande, und gelingt es nicht, dessen Nachwuchs über die Klippen hinwegzuführen, mit denen unser durch Sonntagsruhe, BLrsengesetzgebung u. s. f. an und für sich. erschwertes wirthschaftliches Leben sie bedroht, so ist das Schlimmste zu befürchten. Was unser „Verein zur. Versicherung gegen - Stellenlosigkeit" zunächst braucht, sind einige Hundert neue außerordentliche'Mitglieder, damit die Vergrößerung unserer von der Versicherungskasse unabhängigen Einnahmen uns erlaube, die Propaganda unter den jüdischen Angestellten in allen Theilen Deutschlands in Angriff zu nehmen. . . . , Hoffen wir, daß dieser Appell mit dazu beiträgt, uns vor Jahresabschluß noch eine Anzahl neuer außer- . ordentlicher Mitglieder zuzuführen, damit wir mit gestärkter Zuversicht und neuer Hoffnung an die Arbeit des nächsten Jahres gehen können? ’ Bad Ems, 10. Dez. Das „Israelitische Central- Waisen- und Mädchenheim" versendet soeben, wie alljährlich um dieselbe Zeit, seinen Aufruf zur Chanukaspende. Als Belohnung für die kleinen Sammler und Sammlerinnen ist dem Aufruf das mit einer poeÜsche«.- .M n>^ Widmung versehene Merkchen:! «König Rhein und ■ ‘ v' Prinzessin Lahn" beigefügt. Anschaulich und klar' schildert dieses in gebundener Sprache in Form eines lieblichen Märchens, das an landschaftlichen Reizen gesegnete Lahnthal, in dessen schönstem Theil das von .7 aller Welt aufgesuchte Bad Ems lang hingestreckt liegt. 7'-7 Beinahe am Ende der Römerstraße, entfernt vom:? Badeleben, erhebt sich ein stattliches Wohnhaus mit « daran anschließendem großen Obst- und Gemüsegarten. 7 7. Dieses Haus birgt die 30 Zöglinge des Israelitischen^ Central-Waisen- und Mädchenheims. Die Zöglinge, -; v herbeigekommen aus allen Gauen des deutschen Reiches,-, / . - sind beheimathet im hohen Norden, wie im tiefem Sü- 7. den, im Osten wie im Westen, ja zwei sind in Holland .. und je eine in England und Amerika geboren. - ° Die Mädchen erhalten in den öffentlichen Volks-7 7 schulen eine gründliche Schulbildung Und werden! vom; . : :; frühen Alter an zu allen, häuslichen Arbeiten und zu' Garten- und Gemüsebau systematisch herangezogen,! da nur ein Dienstmädchen in-der Anstalt gehalten wird.'-'.-. Von der Einrichtung einer eigenen Elementarschule - wurde trotz mannigfach zu bestehender Kämpfe gleich bei der Gründung im Jahre 1897 Abstand genommen/ 7 . denn der Vorstand hatte den wohlthätigen Einfluß der nassauischen Simultanschulen zum Theil an sich selbst " erfahren und wollte auch, daß die Zöglinge seiner Anstalt von frühester Jugend an es lernen, zusammen mit., 7 den christlichen Schülerinnen zu leben, ohne sich ihres 7 Judenthums zu schämen.7;'7; - 7 -yf\_ 7 7 ''. 7. . SQßenn die Mädchen die Schule verlassen haben-7 ' . dann erhalten sie noch eine Zeitlang gründliche Aus- . . *7 bildung in den Arbeiten des einfachen und besseren Haushaltes, um so für ihren eigentlichen Beruf als 77 künftige Hausfrauen vorbereitet zu werden.. In' -den' . v meisten Fällen nehmen sie Stellungen als Dienstmäd- - chen,.Köchinnen an, und da ihnen von Anfang an Lust . und Liebe zu diesen Verufsarten eingeprägt sind, wer-' den die Zöglinge der Emser Anstalt überall gesucht und '7 - gern in Stellung genommen.' V , 7 Das isr. Central-Waisen- und Mädchenheim hat,. / Pionierarbeit geleistet und vorbildlich gewirkt, indem ' die. neue Ahlemer Erziehungsanstalt nach den in ihm - 7 herrschenden Prinzipien eingerichtet und die frühere. ' 7 Vorsteherin der Emser Anstalt ,dort engagirt wot-. / ' . den.ist.7 777 7 7/'7>-.7,!' 77 7-77 7".-..77 77. 7 Die Behörde hat- Nun an den ^Vorstanddeslsr.^ -7 Central-Waisen-' und Mädchenheims in. Eins. die Auf-7 forderung ergehen lassen. enttveder7die.,.Zahl7der.Zög*.< 7'.7 linge zu. reduziren. oder die Änstaltsräume zu erweitern./ > 77 Der Vorstand hat daher beschlossen,', eine, den Zweckey7.7 - . besser dienliche . neue Anstalt ' zur' Ausnahme. von 60.77. Zöglingen auf seinem Grundstück zu errichten. Hierzu' 7'/ bedarf er jedoch der Unterstützung weitester Kreise. 7 . 7.-. - '

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