Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 98 (11.12.1902)
- Date
- 1902-12-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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.v. i r > 2072 Vv der Schwager die Schwägerin unter keinen Umständen ehelichen. Dann tritt wieder. das Gebot ein im 3.;; Buche Mosis, worin ausdrücklich die-Frau des verstordenen Bruders-als Erwach bezeichnet'wird. v- ' / Meine Herren, Sie haben vorhin meinen Antrag' nicht unterstützt, hätte ich Gelegenheit gehabt, denselben vorher zu motiviren, ich glaube, er würde dann Unterstützung gefunden haben; es war nur ein eventueller Antrag, welcher selbstverständlich nur Bedeutung, hat, wenn der prinzipielle Antrag zuerst angenommen ist. Ich habe mich bewogen gefühlt, das Amendement zu stellen, weil in den Referaten, ich habe sie jetzt nicht zur Hand, ein Antrag des Herrn Dr. Aub enthalten ist, wenn der Schwager und die Schwägerin einander hei-. rathen wollen, so sei dagegen kein Hinderniß. Bergl. Eben-Haeser, Kap. soundso. Meine Herren, diese Anschauung kann ich nicht theilen, das ist keine Konsequenz', es ist nach dem Talmud, nach dem Standpunkte, auf welchem wir alle stehen, glaube ich, die ganz nothwendige Folge, es auszusprechen, unter keinen Umständen kann man das umgehen; aber wenn man ausdrücklich erklärt, die Vorschrift über Jibbum und Chaliza bleibt nicht stehen, dann bleiben doch die Verwandtschaftsgrade, wie sie im 3. Buche Mosis enthalten sind. / . Meine Herren, das ist keine Sophisterei, das ist logische Konsequenz. Entweder, oder! Entweder ich gebe das Gebot auf, oder ich muß das Gebot als scharfes Gebot, als löbliches Gebot hinstellen. — Ich möchte, daß die Synode erklärt, daß die Ehe zwischen Schwager und Schwägerin biblisch verboten ist,.— Ich bitte Sie also, den prinzipiellen Antrag anzunehmen, die Chaliza besteht für unsere Zeit nicht mehr, da der Grund des Gebots aüfgehört, aber zweitens, die Synode erklärt ausdrücklich, daß die Verehelichung des Schwager mit der Schwägerin als biblisch verboten anzusehen ist." (Daß Herr Dr. Vogelstein diesen seinen Antrag füglich doch tapfer zurückgezogen hat. weil die Versammlung nicht, darauf eingeht und weil solche Fälle selten Vorkommen, wird S, 165 konstatirt!); Man sieht, die Worte unserer Liberalen — beinahe hätte ich Reformer gesagt — sind nr« wpb:: in« D'-pas D’TB-yi. Man muß ihre alten, längst vergessenen Protokolle wieder hervorsuchen, um ihre knappen heurigen Berichte, daraus zu rekonstruiren. Mir war es nur" darum zu thün, .nachzuweisen, daß.' der Vorsitzende' des Allgemeinen Rabbinerverbandes mit seinen Allüren des Abfalles und der ÄußerkurssetzüNg' der Thoju'nicht vereinzelt dasteht.-. Er hat noch 66 Kollegen; wesche^ wie der offizielle Ausdruck in ' „d i e R e f o r m -. Ehe. ge'-.. ZMEtMschELsrr Md. SorrsspoKdesHerr. ^Konsequenzen zu ziehen, die sich für die orthodoxen Verbandsgenossen dieser Herren ergeben. (Schluß folgt.) Deutschland. Berlin, 7. Dez. Die heutige Repräsentanten- Sitzung brachte die Themata der vergangenen Woche' auf die Tagesordnung. Herr Max Roeder hat ein Legat von 2000 Mk. zum Zwecke der Grabeserhaltung überwiesen, deßgleichen der ehemalige Kultusbeamte Benedikt 64 Mk. jährl. Erlös der von ihm geschenkten zwei Plätze in der alten Synagoge. Das Berliner Judenthum besteht jetzt meist aus Gräbererhaltung. — In Sachen der Errichtung einer Krankenkasse für alle Angestellten der jüdischen Gemeinde, wird eine Kommission von zwei Mitgliedern des Vorstandes und vier Repräsentanten eingesetzt.— Für Reparaturen in der Synagoge Lützowstraße werden 1200 Mk. bewilligt, dergleichen eine Summe zur Herstellung von Erbbegräbniß-Fundamenten auf dem Friedhofe in Weißenfee. 5000 Mk. zur Anschaffung des Inventars für den Erweiterungsbau des zweiten Waisenhauses in Pankow. Die Rechnungsabschlüsse pro 1901/1902 werden dechargirt. In geheimer Sitzung wurde Herr "Simonsohn zum Kastellen der neuen Synagoge gewählt. Bei den Ergänzungswahlen zum Gemeindevorstand wählte man Herrn Dr. Stern zum Vorsteher, Herrn Julius' Oliven zum Stellvertreter. - - ~ E: R.' Frankfurt a. M. 4. Dez. Die soeben erschienenen Mittheilungen aus dem Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit cnv nee» Organ für die Interessen dese gesetzestreuen jüd. Kaufmannsstandes," enthalten unter der SpitzmarkeVor dem Jahresschluß" einen Appell an alle gesetzestreuen Kreise Deutschlands, dem wir uns mit vollem Herzen anschließen. Derselbe hat folgenden Wortlaut: . \_ „Das bürgerliche Jahr nähert sich seinem^Ende. Wie der Kaufmann jetzt schon an die Bilanz denkt, die er in wenigen Wochen zu ziehen haben wird, so liegt es auch der Leitung unseres Vereins ob, an den Bericht zu denken, den sie in einigen Monaten ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit erstatten soll. Wohl wird unser Bericht nicht in erster Linie auf „Soll und Haben" geprüft; mehr, viel mehr liegt ja unfern Mitgliedern und Freunden daran, zu erfahren, ob der ideale Gedanke, dem unser ganzes Streben geweiht ist,, ob die Schmirath-Schabboth eine Mehrung oder Minderung erfahren habe. .Aber wenn der Zweck, den wir verfolgen, auch ein rein idealer ist, seine Förderung ist noch eng an das Materielle geknüpft. Wir können nur wirken und schaffen, wenn und soweit unsere materiellen Mittel reichen.- ' ' ,;; ...y,=; Betrachten wir die. Entwickelung des laufenden: Jahres, soweit es sich, heute überschauen läßt, aus diesem Gesichtspunkte, so können wir mit Genugtuung