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Der Israelit · 1902-12-11 · Heft 98 (11.12.1902) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 98 (11.12.1902)
Date
1902-12-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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§070 sus omnium, der aiwr schwerlich zu erreichen sei, daher müsse, man sich — r, so wurde von anderer Seite argumentirt— mit der Zustimmung s ä m m t l i ch e r l i b. e r a l g e s i n n t e r . Rabbiner begnügen. Einige Kollegen gaben der Ansicht Raum, daß wie in so vielen anderen, religiösen Aragen, auch auf diesem Gebiete sich die .Dinge von selbst entwickeln würden, daß diejenigen rabbinischen Bestimmungen, die aus dem lebendigen Bewußtsein des Judenthums geschwunden seien, allmälig außer Uebung kommen werden." Ein Beschluß oder eine Abstimmung hat über diesen, .wie über alle Verhandlungsgegenstände, nicht stattgefunden, ein Umstand,.dör auch einen charakteristischen Unterschied zwischen ihr und den früheren Synoden- Conzilien und Rabbitterversammlungen bedeutet. Auch wie sich das hier verzapfte nwo und wmip'ES auf die einzelnen Herren vtttheilt, also die ipsibsinä. verba magistrorum, sucht Man im Gegensatz zu den früheren Berichten vergebens. Es macht sich allenthalben eine solche. Zurückhaltung, Leisetreterei und diplomatisch sein sollende Zugeknöpftheit,geltend, daß sogar ein neologes Scharfmacherblatt. den geistlichen Herren „mehr M u t h" in einer Weise predigt, aus die ich vielleicht noch zurückkomtüe. y In Wirklichkeit ist Und bleibt die praktische Bedeutungslosigkeit der Herren dieselbe, ob sie sich in Resoluüonen, AbstimmünM Und Beschlüssen, oder'.nur in bloßen Canserien aüßeti Auch die innere Gesinnung der Causeurs bleibt dieselbe ob sie und wie sie auch zu Tage tritt.. Aber da. es gutmüthige, prthodoxe Rabbiner gibt, die den Schein Mrdie Wirklichkeit nehmen, die über die ostentativ, und geflissentlich der. ganzen Welt hingehaltene rnmä Ws sich gerne über die unzweifelhaft vorhandene Mrwv ,®'Q hinwegtäuschen und. sich allen Ernstes bereden lassen, die Herren seien gar nicht mehr die vÄchch S'ri'Lü von früher, es sei eine ganz neue Aera angebrochen, in der Wolf und Schaf friedlich einen Verband bilden können, deßhalb ist es QUt> von Zeit, zu ZM an den Wolf zu erinnern, der aus allen Ecken und Endiit des Schafspelzes hervorlugt. Ob unsere v'VVw damW, als. sie kein Blatt vor den Mund nahmen, gefährlicher waren, oder ob.sie es heute sind,.wo.sie.ihr in geheimen Conventikeln und durch farblose, hariiMe Berichte zu drapiren versuchen, ob offen gezeigte, prallen-oder durch weiche Sammet Pfötchen- - - verhüllt, v »rzuziehen sind, darüber soll sich keinerj länger iäüschem^der sich nicht partout^täuschen . -77:Will».'jz•})'■ ).'>'>r> rYÄ*yr,-s.i;sv; ihrerBMndluns hie;^chitgethrilt ist,yM -ein solches SammLLpWHW../.,Auch,,daß.djr, Herren, sie.,jrä, gelLffLu -haben stno -däß^wrnn-.man 'das,' '.was .her Be- .. richt,-übrr.die -darLbsr gLMUUOeWte.Kthüllt/ ge-' lesen, hat, man nicht mehr weiß, als vorher', gehört zum . Stück. -- -v;,,;.:-. •; Die Frage, die Herr Vogelstern-Stettin behandelt: 1 „Wie hat der Rabbiner sich zu verhalten, wenn der Ja- 1?am keine Chaliza vorzunehmen gestattet," hat doch. 1 nur einen Sinn, wenn der Rabbiner wohl Chaliza vor- - nehmen möchte, und nur der Jabam hindert ihndaram Würde aber der Rabbiner selbst Mizwas Chaliza für etwas Veraltetes, für unsere Zeit nicht mehr Paffendes J ansehen, so müsse die Frage lauten.: Wie hat der Jabam : ich zu, verhalten, wenn der Rabbiner Mizwas Chaliza i nicht nehr für statthast hält? Würde der Rabbiner sich aber gär für gezwungen ■ erachten, Mizwas Chaliza aufzugeben,' so müsse er sich ' ganz glücklich schätzen, einem Jabam zu begegnen, der derselben Ansicht ist und zu fragen gäbe es dann überj Haupt nichts. Zu fragen hätte ein solcher Rabbiner ' nur: „Wie hat der Rabbiner sich zu verhalten, wenn ein Jabam den Akt der Chaliza vorgenommen; wünscht?" ' . .' y . V Fragt aber ein solcher Rabbiner seine Frage in der Form, wie sie der vorliegende Bericht behandelt, so ist die bloße Form der Fragestellung geeignet, uns über die Herzensmeinung des Fragestellers zu täuschen. Ich denke, daß diese Prämissen, kaum eine Anfechtung zu fürchten haben.. "> ' . ' y - So vollständig uns nun der vorliegende Bericht über die Herzensmeinung des Herrn Vogelstein betr. der Chaliza im Unklaren läßt,' so offenherzig hat'sich Herr Vogelstein-selber,ohne Sammetverhüllung schon vor 31 Jahren auf der Augsburger Synode, diesem ' Schwanengesang des deutschen Reformjudenthums, über diesen Punkt geäußert. ' ' - y ' Es ist von Interesse, die Herren, mit welchen sich heute orthodoxe Rabbiner zu einem Verbände verbun-y den,' aus. ihren.eigenen Worten kennen zu lernen, die' aus einer Zeit stammen, in der sie noch den Muth hatten, ihre Worte zu Protokoll zu geben und sie so der Nach- , weit zu erhalten. Es ist ein ziemlich langes und langweiliges Citat. aus den Protokollen der „Verhandlungen-, der zweiten Israelitischen Synode zü .Augs- •' bürg, vom 11. bis 17. Juli 1871." Aber um dem Einwand von vornherein zu begegnen, als seien-etwa die Aeußerungen des Herrn Vogelstein aus dem Zusam-' menhang gerissen und dadurch entstellt, möge hier sein ganzer Augsburger Chäliza-Speech wörtlich folgen, der;oudj auf die Stellung des Redners zu andern biblischen Satzungen ein grelles Streiflicht wirst. Es heißt also; Seite 1^6'ff. der Verhandlungent v ..;; Dx. P o g e l st e i n : Weine' Herren^ ' Wir Alle ürü»' auch diejenigen'Herren..' speziell HK' Adler' sind.' Qbexrabbiner^Dr.' Löw,^ sind.ei'ni^ 'darÄb'ety"' daß^M 5? Puch Mosis vö^ ' gWrieben^. chress. Gr^mb v'etlören Habens därÄ!saW! 'Vi 'fi ' 'iinlm ' Iti fl» .o <Vud- Chaliza hätte eine andere, als agrarische Bedeutung.'

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