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Der Israelit · 1902-12-08 · Heft 97 (8.12.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 97 (8.12.1902)
Date
1902-12-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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hinzu, daß, da er die Altersgrenze bereits erreicht hatte, er diesen Brief in durchaus uneigennütziger Weise schreibe. Reinach ersucht den Kriegsminister, das ungerechte und durchaus unzeitgemäße Ausnahmegesetz, auf Grund dessen er oerurtheilt wurde, zu widerrufen. -Wenn.auch dieser Brief seinen Empfänger, dessen Gerechtigkeitssinn soviel zugemuthet wird, zu Ehren gereicht, so ehrt er noch mehr seinen Absender. " ’ — Da durch den Tod des Herrn Dr. Klein das Ehrenamt eines Konsistoriums-Mitgliedes frei wurde, hat vox einigen Tagen eine Ersatzwahl stattgefunden. Gewählt wurde Herr Ren6 Dreysus. Der beste Wunsch, den ich dem neuen Konsistoriumsmitglied darbringen kann, ist, daß seine Thätigkeit für das Judenthum im allgemeinen und das französische Judenthum, im besonderen ebenso fruchtbar ünd erfolgreich sein möge, wie die seines leider zu früh verstorbenen Vorgängers.- / . Pi. ' i P a l L st i n a. : : / Jerusalem- Ende Nov. Das'chronische Elend der jüdischen Bevölkerung Jerusalems ist bedeutend gewachsen, seidem die Cholera in Palästina ausgebrochen ist., Die Preise der Lebensmittel sind stark in die Höhe gegangen, die Handwerker sind beschäftigungslos und der Handel liegt darnieder, da jeder Verkehr nach Außen hin abgebrochen ist. ' Von den. infizicten Städten kommen betrübende Nachrichten.. In Jaffa, wohin die Seuche durch Araber aus. Lud upd Gaza verschleppt wurde, nimmt sie in Schrecken.erregender Weise zu. Von hier hat sie sich neuerdings auch in. südöstlicher Richtung . über. die Ebene Schephela bis Deir Abban, der . vorletzten Station an / der Eisenbahnstrecke Jaffa-Jerusalem, ausgedehnt. Ein aus Salt im Ost-Jordanlande dieser Tage hier eingewanderter Tscherkesse verstarb drei Tage nach ' seinem Eintreffen unter - choleraverdächtigen Symptomen. Die Angst und die Theuerung wirken doppelt verstimmend und niederbeugend auf das Gemüth der hiesigen Bevölkerung. Von unseren europäischen Glaubensgenossen wurde mehrfach telegraphisch Hilfe angewiesen, die wohl zur Steuerung der momentanen Noth hinreichen dürfte. Oeffentliche Theeküchen werden eingerichtet und große Quantitäten Mehl und Kohlen an Arme zu ermäßigten Preisen verkauft. „> 1 Während so das Möglichste geleistet wird, um dem aÜgemeinen Nothstände. einigermaßen abzuhelfen, sieht . sich hier eine der wichtigsten Rettungsanstalten in einer . Äußerst bedrängten Lage. , Das.von. dem Frauenver^ eine EsrLth-Paschim.°Äeleitete>Äs.yl.für 'Unheilbare -und. GeWsfrHkeLhcct,- dpA>essen MisfM .Isediglich. von den. . MN3l!§dsbMrägen' ^ynd jeweiligen/ Spenden abhängig -^löMstiWewMiten Mch' fortwährend^, .gegen'den-. .Mängel- LNZÜMmvfeNjd-'.Wöhl haben sich mehrere un'ge^ "Wire MameÄtt -.MMüts dankenswerther Weise angenommen. Ein von denselben im vergangenen Sommer in -den jüdischen Zeitungen veröffentlichter Aufruf zu Gunsten des Asyls, welcher von mehreren Koryphäen der deutschen Judenheit mit unterzeichnet war. hat jedoch leider nur wenige Erfolg gehabt. Nichtsdestoweniger macht der Vereinsvorstand die möglichsten Anstrengungen, , um diese erste und einzige Zufluchtsstätte für Geisteskranke, Gelähmte etc. aus ganz Palästina zu erhalten, was aber bisher nur durch ein Defizit ermöglicht wurde. Ist das Schuldenmachen an und für sich für ein Wohlthättgkeits-Jnstitut schon bei normalen Verhältnissen ein unhaltbarer Zustand, so ist das Asyl gegenwärtig in seiner Existenz völlig, bedroht. Da der Verwaltung in Folge der Cholerafurcht und der Theuerung der Kredit versagt wird, so sieht sich dieselbe genöthigt, die Anstalt schließen zu müssen, falls ihr nicht schleunigst Hilfe geboten würde. Was soll aber in diesem Falle aus den 28 armen. Pfleglingen werden? Sollen diese hilflosen Geschöpfe theilnahmslos dem, sicheren Verkommen preisgegeben werden zu einer Zeit, wo man um das Wohl der Gesunden besorgt ist?! - - Die Anstalt, welche durch Aufopferung tapferer Frauen' in's Leben gerufen wurde und seither mit Hingebung so vorzüglich geleitet, wird,, dürfte^ einmalgeschlossen, nicht sobald wieder ihre Pforten den Unglücklichen öffnen. Daher wäre es ein Werk wahrer Humanität, dem Frauenverein Esrath Naschim schleunigst den kräftigsten Beistand angedeihen zu lassen, auf daß die genannte Anstalt fortbestehe und fortgedeihe als ein beredtes Zeugniß der Nächstenliebe, der Töchter Israels. '■?; Freundliche Gaben für das im höchsten Grade unterstützungswürdige Asyl für Unheilbareund Geisteskranke zu Jerusalem sind be.reit entgegenzunehmen: Herr Rabbiner Dr. Car l e b ach in/ Lübeck, Herr Rabbiner Dr. Guttmann in Breslau, Herr Dr. Hirsch Hildesheimer in Berlin. Herr Qberrabbiner M. Hirsch in Hamburg, Herr Rabb. Dr. M. H o r o v i tz in Frankfurt a. M.. Herr Rabbiner Dr. E. Munk in Berlin, Herr Rabbiner Dr. S. Schiffer in Karlsruhe, Frau- B. L e.w i n - B r o d s k y in Karlsruhe, " Stephanienstraße 59, Frau Hermann Gutmann in Stuttgart, Calverstraße 6, Frau Rabbiner Dr. Horovitz in Frankfurt a. M., Frau' Eduard Rosen heim in Frankfurt a. M., Königswärterstraße 11, - sowie l»er Vorstand des Frauenvereins Esrath-Naschim in Jerusalem.V ., . t zu’?5j!♦ -.v*w .v’WT *© ,/BvtsrößaNsu Mgbzi Minden! Herr' vr^Hineck. \ 1 I: - . ■ - 'r ■' .. i

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