Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1902)
- Date
- 1902-12-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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j-, 1;’- r i n Ü ij l li jj Ziel losgesteuert werde, . desto sicherer , sei der Erfolg. Doch dem ist nicht so.. Vielmehr hieße es unser gutes Werk in Gefahr stürzen, wenn wir ungeduldig wurden. Schritt für Schritt ist die Arbeit in Angriff zu nehmen, um .sie in stetiger Forderung unverdrossen weiter zuführen. Wie oft liegt im Sturmlauf ein Beweis empfundener Schwäche, die, der Erreichung des , guten Zweckes mißtrauend, mit sich überstürzender Zahl in allzu großen Sprüngen die Schwierigkeiten zu überwältigen trachtet. / ... 'Und wie oft geschieht es dabei, daß der allzu Hastige an einem nicht mehr zu meidenden Hemmniß widerprallt, und. sein Unternehmen in die Brüche geht! > Y; - - . Dieser Gedanke eröffnet sich uns in den Träumen der beiden egyptischen Hofbeamten und der Deutung, die sie durch Joseph erfuhren. .... Die beiden Träume stellen sich dem oberflächlichen Blick, abgesehen von der durch die Verschiedenheit des Berufes der beiden Beamten gegebenen Ungleichheit des Stoffes — hier Wein, dort Vackwerk — als gleichartig in der Form dar, indem dem Oberschenk drei Reben, dem Oberbäcker drei Körbe mit .Backwerk erscheinen. Auch die Deutung hebt'zunächst das Gleichartige der beiden. Träume hervor, daß nämlich die drei Reben sowohl, . wie die drei Körbe je drei Tage bedeuten, um aber dann in den vollendetsten Gegensatz auszuklingen, indem dem Oberschenk Freiheit und Lebensglück, dem Oberbäcker hingegen, ein jäher Tod verkündet wird. Diese gegensätzliche Deutung entspringt aber nicht der Willkür des Deutenden,'sie hat vielmehr in dem Wesen der Träume ihre gute Begründung, wie dies der Oberschenk später dem Pharao ausspricht in den Worten - uvbn tt&n piriEO v"rr und. "ins b»'k. Bei näherer Betrachtung zeigt sich uns dieser Gegensatz in den Träumen selbst mit unverkennbarer Deutlichkeit. Was erschaut der Oberschenk? Einen Weinstock, an dem drei Reben sind; es bilden sich Vlüthen, aus welchen Trauben reifen, die er in den Kelch des Pharao preßt, um den süßen Most seinem Herrn zu kredenzen. Ein natürlicher Entwickelungsprozeß ist es, der sich da vor unseren Augen abspielt, von der Rebe bis zum Weingenuß hat alles seinen regelrechten Verlauf; wir sehen, wie es wächst, blüht und zur Reife und Ge-, nußfähigkeit gedeiht. Der Traum des Oberschepks, der ein Bild organifcher Entfaltung zeigt, läßt auf die Gesinnung, die den Mann erfüllt, zurückschließen. Das Prinzip stetigen Vorwärtsschreitens auf der Bahn gesunder.Entwickelung ist's, das seinen Geist beherrscht. Bei solchem ^Mn/en'.unb^trHP^kany' es Acht fehlen,, daß morsten- - ..t'nmI.CHaräkterschwänküngen,Ihe^ - schließlich Leit und Mück..emporblühen. ''! Wie,xganz ^.gnäers' ist"da§Maümbilo d^^Oberj bäckers^geartä^ ^Drei^Körbr/vE feiMl/GebiÄs sind mit einem Schlage da! Kein Ackern der.bestellt, ..kein ' Getreide, das geerntet und gemahlen,keinMehl,das gebacken und zum Genüsse dargereicht wird.' Pas gef./ - ' nußfertige Feingebäck wird' vielmehr dargebotep/ /Da / haben wir die Charakteristik eines Menschen, her, die mühevolle, unverdrossene .Arbeit scheuend, mit' einem / Satze, mit kühnem Sprunge den vollen Lebensgenuß' . erjagen möchte. Das kann nimmermehr zuni/Güten führen; da droht ein plötzlicher Bruch/das nimcht ein Ende mit Schrecken, wie dies denn astch stach Jpsephß.' Verkündigung gar bald eintrifft. 5 ' Von unschätzbarem Werth ist uns diese. Epsennjniß, lasset sie uns in unserem Kreise zum wöhlersann- - ten Vortheil unserer Aufgabe nützen. In unwandelbarer Treue, mit Geist und Herz für ,- unsere glorreichen Zwecke wirkend und schaffend; , wollen auch wir Schritt für .Schritt, ruhig und ernst, das'Saatkorn des.Göttlichen einstreuen, in den. Bödem.unseres, HrheitsHebietes. / -^ // / V '/;.///.'.'/' . Ein ruhiges, maßvolles Vorgehen ist aber' . auch, um so nothwendiger, als es viele unserer Brüder'gibt, die das Bedürfniß oder auch die Verechtigunst dieser Wirksamkeit bestreiten. Jede Bestrebung mit dem. ausf gesprochenen Zwecke der Hebung und . Kräftigung unserer nnoü hat die Gegnerschaft derjenigen zu gewärtigen, die die Unverbrüchlichkeit des. göttlichen Gesetzes als antiquirten Standpunkt betrachten./ - / Wie soll sich der Verein zu ihnen verhalten? '. Rach moderner Auffassung widerspricht es dem Charakter, sich mit den. Interesten derjenigen zu. beschäftigem die sich geflissentlich von uns abweyden. .Die altjüdische Auffassung der Bruderpflicht ist von , edlerer Art. So wenig man es verantworten könnte, das Haus selbst eines feindselig Gesinnten von. der Flamyre ergriffen zu sehen, ohne mit aller Kraft, seine Rettung zu versuchen, ebensowenig dürfen' wir. den religiösen Verfall selbst der uns prinzipell Abweisenden, weiter um sich greifen lassen, .wo noch die Hoffnung nicht gänzlich erloschen ist. Sir haben von dem schlecht unterrichteten Jehudi an den besser unterrichteten zu - appelliren, und wenn dies nur in. der rechten Weise geschieht, so bietet es gar oft auch da, .'wo man die Hoffnung schon aüfgegeben, den schönsten Erfolg.'/ / ' Eine Mischnah-Stelle in Redoxim lautet: '/•' , 6 tthoi rür toi . rvr bp'ü_‘/,,öhb..ntba/,iTJSi 1*21 enpnb NMN . ,°I2V rvto vipv nx .,,/. . ..nn:m ..npVn.rvbai';. " ./j*;,; „Selbst für denjenigen, .dem, durch ein Gelübde Aehe Nutznießung, von. Jemand 'untersagt .ist, darfdieser/die . pflichtgemäße .. Schekel-Spende erlebigefl/,. auch;;>{$tite : schuld zahlen^ oder ihm einen^berlorenest^MMstW zürückbringen auch Lärf'^li^hp, ' Halachah.und. Ägqdäh; unterrichten./';AegPundekHird •j diese.Erlaubnis, dymii/- daß. ja bem ein. -geistiger/ kxin mgteriess^,Pqr.thri^. Aeräüs erwächst.