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Der Israelit · 1902-12-01 · Heft 95 (1.12.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 95 (1.12.1902)
Date
1902-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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2000 und dieser Zeitung auch bei allen seinen Wandlungen treu blieb. -. V Fälschungen in antisemitischen Zeitungen sind übrigens billig wie Brombeeren und es kommt auf die Konstatirung von einer Fälschung mehr oder weniger gar nicht an. Ein viel größeres Interesse dürfte folgender Umstand haben: . Die Frankfurter Rabbinerversammlung hat Anfang Juli d. I. stattgefunden. Man hat aber so wenig von ihrem Vorhandensein gewußt, daß selbst unsere Antisemiten, die doch allwöchentlich den jüdischen Blätterwald sorgsam durchschnüffeln, Juli, August und September darüber hingehen ließen, ohne von ihr Notiz zu nehmen. Erst als Ende September der „Israelit" die Versammlung auf's Korn nahm, erfuhr die Welt etwas von ihr, und am 3. Oktober erschienen dann im Wiener „Deutschen Volksblatt" die oben gewürdigten Flunkereien. Und noch eins: Wenn, von den aus seinen Redaktionsfingern gesogenen Erfindungen und Erdichtungen abgesehen, das „Deutsche VolksLlatt" die heurige Frankfurter Nabbinerversammlung und die von vor 300 Jahren mit einander identifizirt hat, so hat es im Grunde genommen nichts anderes gethan, als was der Hauptwortführer der diesjährigen Rabbinerversammlung ihm vorgemacht hat. Dort in Frankfurt haben die Herren diese Parallele ruhig ziehen lassen. Erst wenn ein Wiener Antisemit es mit dieser Parallele ernst nimmt, protestirt der'Vorsitzende des Verbandes gegen diese Jdentifizirung. Das ist etwas spät, aber daß es doch auf diesem Umwege gekommen ist, das hat mit ihrem Lügen die Wiener Loreley gethan. Hamburg, im-Nov. (Erweiterungsbau des Krankenhauses der Deutsch-Israelitischen Gemeinde.) Die Einweihungsfeier der beiden neu erbauten Pavillons des Krankenhauses fand am 9. d. Mts. statt. Die ganzen Mittel für den Vau und die innere Einrichtung wurden von den Herren Julius Lewisohn in London, Adolph Lewisohn und dem im vorigen Jahre verstorbenen Herrn Leonard L e wi so h n.in Rewyork zum Andenken an ihre in Hamburg verstorbenen Eltern gespendet. Die beiden Pavillons sind deßhalb durch eine Marmörtafel als „Sam. und Julie Lewisohn-Stiftung" bezeichnet. Zur Feier waren in den festlich geschmückten Räumen des Krankenhauses Herr Gemeindepräses Levin Lion und die übrigen Gemeindevorsteher, sowie eine kleine Anzahl geladener Gäste er- ’ schienen, außerdem wohnten die sämmtlichen Vorstandsmitglieder des Krankenhauses mit ihren Damen, die Herren 'Oberärzte und die Beamten der Feier bei; als Vertreter der Spender war Herr Dr. Richard L e w i so h n erschienen. . - : ' " - 4 .>. Der Vorsitzende der Krankenhausverwaltung, Herr Gemeindevorsteher M. B e i t h, begrüßte die Erschienenen und sprach im Namen der Verwaltung den Spendern nochmals den Dank für ihre hochherzige Schenkung aus. Die Verwaltung werde ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Hierauf dankte er dem Baumeister, den Handwerkern und den Arbeitern, die alle mit gleichem Interesse an der Vollendung des Baues mitgewirkt hätten, und sprach die Hoffnung aul, daß die neuen Pavillons den Kranken zur Linderung und Heilung ihrer Leiden dienen möchten. -Sodann überreichte Herr Veith Herrn Dr. R. Lewisohn für die Familien der Spender schöne Mappen mit Photographien der neu erbauten Pavillons. . Herr Dr. Lewisohn dankte im Namen seiner Familie und Herr Oberarzt Dr. Alsberg fügte den Dank der Aerzte für die Vergrößerung hinzu. — Unter Führung der Herren Oberärzte Dr. Korach und Dr. Alsberg wurde dann ein Rundgang durch die neuen Räume gemacht, deren Einrichtung den ungetheilten Beifall aller Teilnehmer fand. Der Bau ist unter Leitung und nach den Plänen des Herrn Regierungsbaumeisters Friedheim in 1% Jahren ausgeführt worden. Der neue Jnfektionspavillon ist eingeschossig und enthält drei völlig getrennte Abtheilungen für Diphtheritis, Masern und Scharlach. Die beiden letzteren enthalten vier Zimmer mit sieben Betten, sowie event. ein Kostgängerzimmer, Küche und Vaderaum. Die Diphetherieabtheilung hat drei Betten, ein Bade- und Operationszimmer. In der Mitte des Pavillons befindet sich der nur vom Garten aus zugängliche Raum, in dem der Desinfektionsapparat aufgestellt ist. Ferner ist ein zweigeschossiger Pavillon für chirurgische, aseptische und nicht infektiöse innere Kranke hergestellt. Das Erdgeschoß enthält zwei allgemeine Krankensäle mit je acht Betten, im östlichen Flügel für Frauen, im westlichen für Männer, und daran anschließend einen Tageraum zum Aufenthalt der nicht bettlägerigen Kranken. Daß die entsprechenden Nebenräume, Badeeinrichtungen u. s. w., vorhanden sind, versteht sich von selbst. — Im Mittelpavillon liegt zur Linken ein Wartezimmer, zur Rechten befindet sich der Kindersaal, der durch seinen Wandschmuck und die aufgestellten Kinderspieltische einen äußerst freundlichen und anheimelnden Eindruck macht. In der ersten Etage befinden sich fünf Zimmer für Kostgänger 1. und 2. Klasse, an die sich ein gemeinschaftliches Konversationszimmer mit Balkon anschließt. Der Rest des Obergeschosses wird von Operationsräumen ausgefüllt, deren Einrichtung nach den Angaben des chirurgischen Oberarztes ausgeführt ist. Sie bestehen aus einem Ver-. bandssaal, Jnstrumentenzimmer, Röntgenzimmer und Operationssaal. Neben dem Operationsfaal befindet sich ein Aufzug, mit dem Kranke mit ihren Betten aus dem Souterrain in die erste Etage beförderk - werden können. Im großen Pavillon ist Zentralheizung,, während der Jsolirpavillon Füllreguliröfen hat, die

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