Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 95 (1.12.1902)
- Date
- 1902-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Des heißt also: Eine Versammlung könne die Herren nicht zusammenbringen; denn das würde Opfer an Zeit und Geld erfordern und die Herren sind prinzipiell Gegner der Opfer nicht nur im Gebetbuche, sondern auch für ihre Vereinigung. Ein solches Opfer könnte man nur verlangen, wenn man ihnen eine zahlreich beschickte Versammlung garantiren könnte, und eine zahlreich beschickte Versammlung kann man nur garantiren, wenn die einzelnen Herren ein Opfer an Zeit und Geld bringen werden. Aus diesem eirculus v1tioi N8 der gar keinen Ausweg zulaßt, hat die -Tagung des Rabbinerverbandes glücklich herausgeholsen.- Der Rabbineroerband setzt sich aus Liberalen und Traditionellen zusammen. Somit haben die Traditionellen alles Unheil auf dem Kerbholz, das die Liberalen nicht nur im,allgemeinen Verbände, sondern auch in ihrer Vereinigung anrichten. Denn ohne die Traditionellen hätten die Liberalen nicht einmal das bischen Opsersinn und Idealismus übrig, das erforderlich ist, um eine Versammlung einzuberufen! Unsere Traditionellen sind also die wirklichen msa naw. 'pma sie bringen die Liberalen zusammen und halten sie zusammen. Ohne sie könnten es die Liberalen nicht einmal zu einer Versammlung bringen! Rach Festlegung dieser intereffanten mehr äußeren Momente, soll eine Würdigung des Berichtes selbst über die Thätigkeit des. Vereins feit dem Sommer 1899 folgen., . .. . . . . . '(Fortsetzung folgt.) ZßttttNgsyachrrchSsW uns Sorrefporrderrzesr. Deutschland. Berlin, 28. Rov. (Eine Quittung auf Umwegen.) Unter der Spitzmarke „Eine aufgedeckte antisemitische Fälschung", brachten die „Mittheilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" folgende Notiz: In der Nummer vom 3. Oktober d. I. brachte das Wiener „Deutsche Volksblatt" einen von faustdicken ' Lügen strotzenden Bericht über die vor wenigen Tagen . in Frankfurt a. M. abgehaltene Rabbinerversammlung. Am 18. Oktober war das Hetzblatt gezwungen, fol- . gende Berichtigung abzudrucken: „Berlin, .14. Oktober 1902. In Ihrer geschätzten Zeitung vom 3. d. M. brachten Sie unter der . .Stichmarke „Vom Frankfurter Rabbinertag" einen : Bericht über die Beschlüsse der Versammlung, von denen Sie, angeblich nach jüdischen Blättern, acht Wnkte. mittWlen. Unter Verufung auf.Paragraph 19 V.-O. ersuche 'ich Sie hierdurch ^ergebenst .um die Auf-- n'. mahnte der^ihatsächlichen Berichtigung im „Deutschen Volksblatt", wonach kein einziger der oben erwähnten acht Punkte auf dem „Frankfurter Rabbinertag" behandelt wurde, mithin alle vom „Deutschen Volksblatt" aufgezählten Beschlüsse vollkommen erfunden sind. Hochachtungsvoll und ergebenst: Der Vorsitzende des Rabbinerverbandes in Deutschand: . ' Dr. S. Maybaum, Rabb. der jüd. Gemeinde." Das „Deutsche Volksblatt" suchte sich' nun gegen den Vorwurf der Unwahrheit dadurch zu decken, daß es behauptete, der betreffende Bericht sei wörtlich der letzten Nummer des „Israelit", Centralorgan für das orthodoxe Judenthum, entnommen gewesen. Daraufhin müßte sich das Blatt am 30. Oktober zum Abdrucke folgender neuerlichen Berichtigung bequemen: - -' „Berlin, 26. Oktober 1902. In der Berichtigung, die Sie in Ihrer Zeitung vom 18. o. M. in Betreff Ihrer früheren Notiz „Vom Frankfurter Rabbinertag" bringen, behaupten Sie, die von Ihnen daselbst aufgezählten Beschlüsse nicht, 'wie ich gemeint, „e r f u n d e n", sondern dem „Israelit", dem Centralorgan für das orthodoxe Judenthum, entlehnt zu haben. Auch diese Behauptung entspricht n i ch t der Wahrheit. Der „Israelit" hat in seiner Beilage zu Nr. 78 in einem „Rabbiner-Versammlungen einst und jetzt" überschriebenen Artikel die Beschlüsse einer Frankfurter Versammlung vom Jahre 1603 aufgezählt, welche Ihr Berichterstatter der diesjährigen Rabbiner- Versammlung zugeschrieben hat. Auf Grund des Paragraphen 19 österr. P.-G. ersuche ich Sie ergebenst um Aufnahme vorstehender Richtigstellung. . " Hochachtungsvoll und ergebenst der geschäftsführende Vorstand des R.-V. i. D.: Dr. S. Maybau nt', Rabbiner der jüdischen Gemeind^" > / Ein hiesiger Ober-Antisemit, dem ich. dieses Geflunker unter seine arische Nase hielt, glaubte die Blamage des wahlverwandten Blattes durch folgende Bemerkung mildern zu können: „Meinen Sie denn wirklich, daß ein antisemitisches Blatt auf so plumpe Lügen reinfallen würde, deren Kurzbeinigkeit doch ein Blinder sieht, wenn da nicht die Juden selber dahinter steckten und zwar dieses Mal die Orthodoxen? Nicht das „Deutsche Völksbl.", sondern den Herrn Dr. Maybaum wollten sie bloßstellen, indem sie ihm diese Quittung über die Lektüre der Aufsätze im „Israelit" entlockten, deren rechte Würdigung ihn als Rabbiner vollständig unmöglich macht. Den Zweck haben.sie nun vollständig erreicht und dagegen wird sich kein Paragraph des Preßgesetzes anrufen lassen." .v ' Es braucht nicht erst gesagt zu werd.en, daß es einer Quittung aus solchen Umwegen nicht erst' bedarf, da.es'hier, .ohnedies bekannt ist, daß Herr'Dr^. Maybaum noch von seiner Jeschibozeit als Eisenstädter Bochur her, ein regelmäßiger Leser des. „Israelit", ist