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Der Israelit · 1902-11-27 · Heft 94 (27.11.1902) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 94 (27.11.1902)
Date
1902-11-27
Page
– (sequence 18)
Language
German
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V1SÄ1 über Bar-Mizwoh und den von jetzt ab waltenden 2A w klar. Nicht als ob im dreizehnten Lebensjahre dem Kinde plötzlich ein 2'v irv erwachsen! Nein! Die Keime derselben waren längst vorhanden. Nur festigen mußten sie sich, festigen zu einer Substanz. Sie mußten Gestalt und Form annehmen, sich zu einem echten Willen ausbilden, einem Willen, der stark genug ist, ungebührlichen Forderungen des Begehrungsvermögens zu widerstehen, den jr~ "ss* in seine Schranken zu weisen! — Ist der Geist in diesen Entwickelungsabschnitt getreten, so kann der Vater — als Erzieher — sich zurückziehen und die für die schädlichen Ausflüsse des Begehrungsvermögens von ihm getragene Verantwortung auf den neuen Erzieher übertragen. Er aber ist frei: .1? bm w:xs 'nea* 7.-12! Hat aber der Vater, indem er ni b& wo verhütet, seine Erziehungspflicht erfüllt, so ist in diesem Dankesspruch gleichzeitig jene Aufgabe gestellt, die jüdische Erziehung von jüdischem Menschen fordert. Verhüten, das Vöse nicht aufkomme n lassen! Das ist Maxime jüdischer Erziehung. Ist er ihr gerecht geworden, so wird der Keim des Guten sich ungehindert entfalten, ein echter Wille wird zur Blüthe kommen und ein ra 12erscheint auf. dem Plane, ausgerüstet mit der Vollkraft eines sieghaften Helden. Allein es gibt. Fälle, wo solche Keime nicht vorhanden. Eine Neuschöpfung ist aber kein menschlich Werk. Es trifft deu Erzieher kein Vorwurf, daß er da nicht bilden konnte, wo nichts zu bilden war! Wer wird es auch Jzchak zum Vorwurf machen, daß er einen Esow erzeugt und erzogen! ibki ri'22 eso enazn *saan ivaV eato crr:e. „Beide gingen in das Lehrhaus, Beide kamen von dem Lehrhaus." Beide genossen die gleich sorgsame Erziehung. Solch eine Erziehung, die einen Jakow resultirt. und die nämliche Erziehung unter gleichen Umständen, gleichen Verhältnissen, zeitigt einen Esow! Die Lehre, die wir daraus schöpfen? Rabbi Elieser faßt sie zusammen in einem Satze: feunb ans 71L., WM '2-.LLV 7>12 "28W "plS [JOD NW '02 n: bz" Man beschäftige sich mit seinem Sohne dreizehn Jahre. Ob man einen Jakow oder einen Esow in ihm vermuthet, gebe man ihm eine volle und ganze, abgerundete jüdische Erziehung. Man sage nicht: Hier ist Alles verloren, schade um Mühe und Kosten; der Junge paßt nicht für das Tauroh-Studium; er hat keinen Kopf, keine Geduld, keine fromme Veranlagung. Nein! Jzchok sandte beide -son den Jakow und den Esow, und sollte die Methode bei einem Esow nicht reüssiren, ein Jakow wird es Dir lausenfach lohnen. ♦ H r. Am 19. November hielt der Verein seine Monatsversammlung ab. Anwesend waren auch die auswärtigen Vorstandsmitglieder des ostpreußischen Lehrervereins, die an diesem Tage in Königsberg zu einer Sitzung zusammengetreten waren. Die auswärtigen Gäste wurden von dem Vorsitzenden herzlich begrüßt. Den ersten Vortrag des Abends hielt Herr Lehrer Sandler, der über den „hebräischen Leseunterricht auf der Unter st ufe" sprach. Referent behandelte in seinem Vortrage das Ziel. die. Methode, die didaktischen Grundsätze und die Lebrlnittel des hebräischen Unterrichtes aus der Unterstufe. Als Ziel dieses Unterrichtes gilt ihm, den Kindern eine gewisse Fertigkeit im mechanischen Lesen der hebräischen Schrift beizubringen. Das geläufige — fertige — Lesen sei als Frucht und Lohn einer langen, geduldigen Arbeit durch mehrere Schuljahre anzusehen und zu erwarten. Bei der Betrachtung der methodischen Maßnahmen zu diesem Ziel besprach der Referent ausführlich die Lehrweise früherer Zeit (die Buchstabirmethode). um daran die allgemeinen Vorzüge der jetzt meist gebräuchlichen Lautirmethode nachzuweisen. — Als wichtigste didaktische Lehren für diesen Unterricht bezeichnete der Referent die Regeln vom Einfachsten zum Zusammengesetzten; vom Leichten zum Schweren. Auf Grund dieser Hauptregeln ging der Vortragende die Bedingungen einer methodischen Stufenfolge des Lehrstoffes im Einzelnen durch. Es erscheint ihm berechtigt, nach den Vokalen gleich die stummen Konsonanten und dann erst die hörbaren zu bringen. Bezüglich der Gruppirung dieser letzteren giebt er der Ordnung nach der Formähnlichkeit der Buchstaben der nach der organischen Verwandtschaft der Laute den Vorzug.' Eine besondere Aufmerksamkeit ist der sicheren Unterscheidung der formähnlichen Buchstaben zuzuwenden. Das Lesen von Wörtern ist aus Gründen des Interesses am Unterricht sobald wie möglich, also bald nachdem einige Vokale und Konsonanten gelernt sind, zu betreiben. Ebenso sind deutsche Wörter in hebräischen

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