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Der Israelit · 1902-11-27 · Heft 94 (27.11.1902) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 94 (27.11.1902)
Date
1902-11-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Ecntral-Organ für das orthodoxe Judenthnm. für die israet. Schule. 27. Nov. 1902.1 - \ßx. 21. E^ziohunLsrMSWod e. Line Betrachtung zu parschas Tauldaus von Luöwig Kvcruß. sy re a'b-i: mp ■ jwext ann^ bva ncx ib '■> eryn Airi vbv f?a *]3 iren pu nr ~'>*i p« re innere ft'rere? p’3i re ■San reao rexa are;r -csn mb cob.n an'ZV n:p ntry '.12b ■jbn rm memo Tib mpn re n;p vbv -mb “jbw pae wV *.;22 baanb ans “jns rerbx yx xs .re bv Vaxs?m5D» 7.12 -iax'L» “pret „Und die Knaben wuchsen heran," Rabbi Lewi spricht: Ein Gleichniß. Myrthe und Nessel wachsen aufeinander. So wie sie groß werden und blühen, spendet die eine ihren Wohlduft, die andere ihren Stachel. So auch: Dreizehn Jahre gingen sie beide in das Lehrhaus und beide kamen sie vom Lehrhaus. Nach den dreizehn Jahren ging dieser in das Lehrhaus, der andere in den Götzentempel. Rabbi Elieser spricht: Es soll jeder sich mit seinem Sohne dreizehn Jahre beschäftigen. Von da ab und weiter spreche er: Gelobt, der mich der Verantwortung enthoben! Was ist Erziehung? Zu welchem Zwecke erzieht man? Wie lange soll man erziehen? Das sind Fragen, deren Beantwortung den Inhalt umfangreicher pädagogisch-philosophischer Abhandlungen bilden. Unsere c’ean, die Wort- und Zeichendeuter der Tauroh, die mit scharfsichtigem Auge dort Gedanken entdecken, wo andere den Buchstaben nur sehen, haben auch hier in der angeführten Schriftstelle, in dem Worte , belehrende Weisheit gefunden, und sie vermitteln sie uns in der ihnen eigenen Weise, in kurzen, gedrungenen, inhaltsschweren Sätzen. Als ein körperlich hilfloses, geistig willenloses Wesen kommt das Kind zur Welt. An geistigen Fähigkeiten bringt es bloß ein B e g e h r u n g s vermögen mit, von dessen Vorhandensein der erste Aufschrei des Neugeborenen. Kunde gibt.. Erst später —- aber erst nach Jahren bildet sich in dem Kinde ein Vermögen, das wir mit dem Namen Wille bezeichnen. Es ist hier nicht die Rede von dem Willen, der Veränderungen unterworfen, der von heute auf morgen wechselt, von Launen abhängt, durch Aeußerlichkeiten bestimmt, von der Mitwelt beeinflußt wird, sondern von dem zu einem Prinzipe sich gebildeten, eine bestimmte Richtung angenommenen, durch seine Färbung sich auszeichnenden Willen; von dem Willen, aus welchem Entschlossenheit fließt, Consequenz entspringt und der Sitz des C h a r a k t e r s ist. Dieser Wille tritt erst, in späterem Alter ein, und sein Erscheinen bedeutet Reife des G e i st e s. Vis dahin herrscht nur ein unbestimmtes Wollen, ein zielloses Verlangen und ungestümes Begehren. Zerstörungslust, Unordnung, regelloses Hin- und Her, Auf- und Untereinander, das Vedürfniß Erwachsenen zuwider zu handeln, ihre Einrichtungen zu vernichten, das ist die Signatur des auf seiner niederen Stufe stehenden Begehrungsvermögens. Dieses zu regeln, Schäden zu verhüten, Auswüchse niederzuhalten, das ist das Werk der Erziehung. Sie ist so lange am Platze, bis der Erzieher im Inneren sich gebildet, der Wille zur Vollendung gekommen und die Thätigkeit vollzieht, die bis jetzt Andere besorgt. Waren es Eltern oder ihre Vertreter, die bis heute das Vegehrungsvermögen und seine Ausflüsse bewacht, so steht. nunmehr der zum Willen gereifte Geist auf der Warte; prüft, kontrollirt, wehrt u. warnt. Nennen wir nun das Vegehrungsvermögen in seinem urwüchsigen, sich selbst und seinen wilden Forderungen überlassenen Zustande snn ns* und den ihm gegenüberstehenden, seinen Ungestüm hemmenden Willen 2-L t, so wird uns die Auffassung unserer

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