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Der Israelit · 1902-11-27 · Heft 94 (27.11.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 94 (27.11.1902)
Date
1902-11-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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koscherer Hotels und Speisewirthfchaften ein. religiöses, gotrgefälliges Werk, — und wo ist die Gemeinde, wo sind die frommen Vereine, die noch daran oder an noch so manches andere, was ich Ihnen nennen könnte, gedockt haben!" (S. R. Hirsch, Gesammelte Schriften. Band I. S. 450.) Seitdem diese Zeilen niedergeschrieben wurden, ist in der That eine erfreuliche Besserung in dieser Beziibung eingetreten, indem nicht nur die von dem sel. Verfasser dieser Skizzen gegründete «Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" neben ihren anderen segensreichen Zwecken auch die Unrrrstützung ritueller Restaurationen in anerkennenswerter Weise sich angelegen sein läßt, sondern auch in dem in Nr. 89 erwähnten HamburgerVere i n ein Spezialverein für diesen Zweck eifrig bemüht ist. Ganz besonders erfreulich berührt daher auch, die in Nr. N des „Israelit" enthaltene Korrespondenz aus .Bern, welche über die daselbst bestehende rituell geführte Pension und Restauration Schneider berichtete. Dieses Unternehmen, welches in der ersten Zeit feines Bestehens in Folge besonderer lokaler Verhältnisse mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, hatte sich wiederholter wirksamer Subventionen seitens der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthrparen Judenthums" zu erfreuen und wenn, wie dies nach der erwähnten Korrespondenz anzunehmen ist, dieses Restaurant jetzt in gedeihlichem Aufblühen begriffen ist, so ist dies, zugleich ein naheliegender Beweis kür die in dem Artikel „Die Welt im Zeichen des Verkeörs" mit Recht betonte Wichtigkeit der Förderung ritueller Speisehäuser auf dem Vereinswege. Mögen daher die diesen Zweck fördernden Vereine sich wirksamer Beihilfe zu erfreuen haben. Memel, 20. Nov. Gegenwärtig wird in hiesigen jüdiscken Kreisen die Erbauung eines neuen rituellen BadcbruseL- oder Mikwa ernstlich besprochen, da das alte Badehaus und besonders die Mikwa, nicht mehr den Anforderungen der Jetztzeit entsprechen soll. Demnach dürfte die Erbauung eines neuen Badehauses wohl als das Geratenste und Zweckmäßigste erscheinen, wenn dem Uebelstande auf die Dauer abgeholfen sein sollte. Dieses würde jedoch nicht unbedeutende Opfer an Geld erfordern, was wohl die Ursache davon gewesen sein mag, daß an einen Neubau öder Umbau des Badehauses nicht eher geschritten wurde. An Grund und Boden hat es nicht gefehlt, denn die Gemeinde besitzt seit Jahren einen freien Platz in unmittelbarer Nähe des jetzigen alten Badehauses, der zwar ursprünglich zum Neubau einer Synagoge hat verwendet werden sollen, der jedoch durch die Verlegung der neuerbauten Synagoge an einen anderen Ort, nunmehr freigeblieben ist. Somit scheint wohl nur Mangel, an den ausreichenden'Geldmitteln die Ursache der Verzögerung des Neubaues einer zeitgemäßen Badeinrichtung bezw. Mikwa gewesen zu sein. Indessen steht zn hoffen, daß die Gemeindevertretung auch an die endliche Durchführung dieses Unternehmens binnen kurzem herantreten werde. Aus Baden. Die „Bad. Landeszeitung" schreibt: Karlsruhe. Die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten, welche seit Gründung des neuen deutschen Reiches allgemeines Grundrecht in Deutschland wurde, ist für das Großherzogthum Baden vor gerade vier - Jahrzehnten durch Gesetz vom 7. Nov. 1862 ausgesprochen worden. Die Gleichstellung hatte für das Allgemeine wenig Aenderungen zur Folge, wohl aber für die isr. Religionsgemeinden. Die Stadtgemeinden haben bedeutend zugenommen, oft das vier- bis fünffache. die Landgemeinden aber abgenommen, in vielen Fällen sind sie ganz verschwunden. Dadurch ist die kirchliche Steuerlast für die Israeliten auf dem Lande, weil es an Kultusstiftungen fehlt, sehr schwer geworden. Die kleineren Gemeinden erhalten zwar von der allgemeinen Kirchenkasse einen Beitrag, welcher die Last zu einem Theile mindert, aber immerhin noch schwer genug ist. Die Gleichstellung der Israeliten stand aber' nicht nur auf dem Papiere, sondern hat sich auch in der Praxis bewährt. In vielen staatlichen und kommunalen Aemtern sind sie erfolgreich mit Rath und That für das allgemeine Wohl eingetreten. Möge dies immer so bleiben. O e st e r r e i ch. . Wien, 10. Nov. (Die M i l l i o n e n s p e n d e für die Poliklinik.) Baron Nathanie! Rothschild hat dem Kuratorium der Allgemeinen. Poliklinik Mittheilung von seiner Spende im Betrage von einer Million Kronen in folgendem Schreiben gemacht: Wien, 13. Oktober 1902. Sehr geehrte Herren! Ich bitte davon Kenntniß zu nehmen, daß ich Herrn S. M. Rothschild beauftragt habe. Ihnen den Betrag von Nominale einer Million Kronen — 1,000,000 Kr. —- vierprozentige österreichische Kronenrente mit Coupons per 1. März 1903 in meinem Namen zur Verfügung zu halten. Ich widme diesen Betrag Ihrem so wohltätigen Institute mit der Bestimmung, daß die Zinsen in erster Linie zum Zwecke unengeltlicher Verabreichung von Medicamenten an ambulante Leidende, in zweiter Linie zur unentgeltlichen Aufnahme und Verpflegung solcher Kranken im Spitäle verwendet werden, für welche keine anderweitige Deckung der Verpflegungs-Gebühren vorhanden ist. Indem ich hoffe, daß durch diese Spende Ihr so verdienstvolles Institut in die Lage versetzt wird, seinen Wirkungskreis zum Wohle der Bedürftigen zu erweitern, und Sie bitte, mir den Empfang dieses Briefes bestätigen zu wollen, zeichne ich chochachtungsvoll Ihr ergebener Nathanael von Rothschild. — An das löbliche Kuratorium der ." Poliklinik in Wien." ■;

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