Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 90 (13.11.1902)
- Date
- 1902-11-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1690 in Unfrieden lebten und die Dortmunder Versammlung als einen willkommenen Anlaß betrachteten, um ihren separatistischen Gelüsten fröhnen zu können. Das Ganze stellt sich also dar als eine Vereinigung von unzufriedenen und, auch das muß betont werden, zumgrößten Theile ungebildeten und urtheilslosen Privatleuten, denen weder ihre Stellung in den Gemeinden, noch ihre sonstige soziale Stellung, noch, mit wenigen Ausnahmen, ihre Bildung das Recht gibt, sich als Vertreter ihrer Glaubensgenossen aufzuspielen. Ich möchte die , Herren bezeichnen als „Abgeordnete ohne Mandats" „ denn Abgeordnete hätten sie wohl gerne sein mögen, aber Mandate hatten sie von keinem Menschen empfangen." ..... „Es läge also für uns gar keine Veranlassung vor, uns mit dieser herzlich unbedeutenden und scherzhaften Versammlung zu beschäftigen, wenn nicht die hyperorthodoxe Partei ihr dadurch eine besondere Bedeutung zu geben versucht hätte, daß sie nicht weniger als. fünf ihrer Rabbiner, ferner den Direktor einer als hochorthodox bekannten Schule und den Herausgeber des berüchtigten Mainzer Blättchens „Der Israelit" nach Dortmund delegirte. Die Herren waren allerdings, als sie ihre Hülfstrüppen in Dortmund überschauten, nicht wenig enttäuscht über das Menschenmaterial, das ihnen da zu Gebote stand, und einige, von ihnen sollen in Folge dessen an der Möglichkeit der Rettung der westfälischen Juden vollständig verzweifelt sein." . '. . - meine Herren, auch das soll heute klargestellt werden: jene orthodoxen Fanatiker, die die Thätigkeit unseres Verbandes fortgesetzt anzugreifen wagen und ihre Religiosität und ihr Judenthum als das allein Vollkommene hinzustellen sich bemühen, haben in ihrem eigenen Kreise so viel zu" bessern", daß sie erst dort alle Fehler und Mängel.beseitigen sollten, ehe sie daran denken, uns Moral zu predigen." .. „Meine Herren! Ich kann angesichts solcher DWsachen 5^-und ich bin dabei Ihrer Zustimmung gewißunseren, orthodoxen Gegnern nur zurufen: - Wir danken für Eure Toleranz, Eure Toleranz ist die Toleranz des Scheiterhaufens. Wir fürchten Euren H'äß WNMlMLiMftMAchlst'rLr-l^tzrksünschenuauch nicht EureHutbsäMei^ wir Mä^ÄiK^Grrüeinfch'ckf^ mit Euren Bestrebungen, ein für allemal sei das Tischtuch zwischen uns zerschnitten; der westfalische Jude verbindet sich nicht mit dem unduldsamen Fanatiker, dessen größte Starke das Schimpfen ist. Wir werden unsere Ziele erreichen trotz Euch und ohne Euch." Als dann im August 1899 der frühere Oberpräsident unserer Provinz, Se. Excellenz Dr. Studt, welcher unserem Verein und dessen Bestrebungen stets das größte Interesse entgegenbrachte, zum preußischen Kultusmninister ernannt wurde, benutzten unsere Gegner in einem auf den stattgefundenen Ministerwechsel bezugnehmenden Artikel in Nr. 37 der „Allg. Ztg. d. Judenth." vom 18. Sept. 1899 die Gelegenheit, die gesetzestreuen Glaubensgenossen unserer Provinz bezw. unseren Verein wiederum mit einigen „überaus freundlichen" Worten zu bedenken und zwar heißt es u. A.: „Als ihn (Se. Excellenz Dr. Studt) aber, dann die Orthodoxen gelegentlich ihrer Jahres-Berfammlung antelegraphirten, hat er natürlich auf diese widerwärtige Zudringlichkeit nicht geantwortet." Da diese letzte Behauptung jedoch mit der W a h r - heit nicht übereinstimmte, so veranlaßte ich als Vorsitzender unseres westfälischen Vereins, daß die „Allg.. Ztg. d. Judenth." bereits in Nr. 41 vom 13. Oktober 1899, unter Bezugnahme auf § 11 des Paßgesetzes, eine entsprechende Berichtigung aufnehmen mußte und war dieses die einzige Antwort, welche sowohl unser Vereins-Vorstand, als auch ich auf sämmtliche Angriffe seitens unserer Gegner ertheilten, da wir die Art und Weise der vorerwähnten Angriffe, sowie deren überaus unfeinen Ton durch verachtendes „Schweigen" als am besten für beantwortet hielten und wissen uns hierin e i ns mit allen vorurtheilsfreien Glaubensgenossen, welcher religiösen Richtung sie auch immer angehören mögen! Nach all diesem darf ich es der Oeffentlichkeit wohl ruhig überlassen, darüber zu urtheilen, von welcher Seite „ausgeschrieen" und „anklägerische Flugblätter" erlassen wurden, ob solches von uns gesetzestreuen Glaubensgenossen Westfalens oder „seitens unserer Gegner" geschehen ist und wird ein Kommentar hierzu wohl sicher überflüssig sein!- Wie aus allen hier angeführten Citaten der verschiedenen. Flugblätter, Berichte, Reden etc. ersichtlich ist, galten sämmtliche Angriffe bis in die neueste Zeit hinein fast ausschließlich dem vor. ca. sieben Jahren begründeten „Verein zur Wahrung der religiösen Interessen des Judenthums in der Provinz Lvestfastr^ tausgenommen diejenigen Stellen, _ welche sich auf die Gehechuch- Lezty.'Gutachten-Frage bezieh-ü)^ /und währlichv ~ hibe-