Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 89 (10.11.1902)
- Date
- 1902-11-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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[ -! 43. Iahrgcmg. i i i!!!' B: li lt W M 89 bt§ Literarisches. . O.TDK p D’TIIIXD blKH 71'22 D’TIP^T ifolTlb Qvpj $"1*1111 *®B Y'msvtn. Frankfurt a. M. bei I. Kauffm a nn. Preis 1 Mark. Dem Rezensenten bereitet es Freude, obiges Werk seinen Amtsgenoffen und denen, die berufen sind, im Trauerhause Lernvorträge zu halten, bestens zu empfehlen. Dieses Heft wird sicherlich den allseitigen Beifall aller finden, die Freunde der hebräischen Sprache und eines gesunden, religiösen Vortrages sind. Der Verfasser zeigt es aus jeder Seite, daß er, ein kundiger .Kenner des rabbinischen Schriftthums, es wohl verstanden, mit weisem Sinn das rechte Wort zu finden. Als willkonlmener Anhang finden wir eine Reihe von Inschriften für Grabdenkmäler. Möge der gediegene Inhalt überall Trost bringen. Da sicherlich bald eine zweite Auflage erscheinen wird, möchte es rathsam sein, auch eine deutsche Uebersetzung beizufügen, damit auch Laien es benutzen können. Htz. Der bekannte Dozent am Montefiore College, Dr. Hartwig Hirschfeld, tritt neuerdings. mit einem staatlichen Quartbande vor die Oeffentlichkeit, in welchem er eine Sammlung von Forschungen der Gelehrtenwelt unterbreitet, die bei uns Juden auch in weiteren Kreisen großem Interesse begegnen dürften. Das Buch, welches als dritter Band der von der Royal Asiatic Society herausgegebenen Asiatics Monegraphs erscheint, enthält in dreizehn inhaltsreichen Kapiteln mit Anhängen und Jndices überraschende Resultate mühsamer Forschungen unter dem Titel: New Kesearches into the composition and Exegesis of the Qoran. Hirschfeld ist auf dem Gebiete der Koranforschung kein Neuling. Seine früheren Arbeiten haben sich die Anerkennung aller Fachgelehrten errungen, wovon schon allein der Umstand, daß eine Gesellschaft von dem Ansehen der Royal Asiatics Society sein Buch herausgibt, beredtes Zeugniß ablegt. Da Hirschfeld "ch seinem Werke verschiedentlich zu Ergebnissen gelangt, m welchen er von seinen Vorgängern erheblich abweicht, dürste es fürderhin nicht möglich sein, sich über A u f - bau/ Wesen und Quellen des Koran ein ihrer vielseifigen regen Anlehnungen an unsere Religion ' und Litteratur bei uns besonderen aufmerksamen Studiums erfreute, erscheint es uns wohl angebracht, die Leser dieses Blattes auf das bahnbrechende Werk Hirschfeld's hinzuweisen. ZMNVgMschrichLeN NKd SoneVsAdsNASN. Deutschland. Cassel, 2. Rov. Am Donnerstag voriger Woche war am hiesigen israelittschen Lehrerseminar die zweite Prüfung beendet. Diese hatte in jeder Hinsicht ein gutes Ergebniß, denn alle sieben Lehrer, die sich prüfen ließen, bestanden. Es waren die Herren: Abt aus Gesecke i. Wests., Crohn aus Mengringhausen i. Waldeck, Heilbronn aus Hora i. Wests., Levi aus Salzkotten i. Wests., Oppenheim aus Wehrda i. Hessen, Pineas aus Frankfurt a. M., Plaut, Lehrer in Rybnik in Oberschl.. ' / Das Königl. Provinzial-Schulkollegium in Cassel gestattet fast ohne Ausnahme Lehrern anderer Bezirke, hier die Prüfung abzulegen. In der schriftlichen Prüfung war den neueren Bestimmung gemäß nur eine Arbeit zu schreiben. „Haus und Schule" lautete das Thema. Lehrproben waren: 1) Belsazar/ 2) Frau Hütt; 3) der Stechheber, 4) der Zahlenkreis über 1000 hinaus; 5) die Schulstäbe; 6) Knabe und / Vogel; , 7) Gustav Adolf — ein Lebensbild. Da sämmtliche Lehrproben zur Zufriedenheit ausfielen, erhielt kein Kandidat eine zweite, stecht eingehend wurde mündlich geprüft, sowohl in Geschichte, Pädagogik, Psychologie, Didaktik und Methodik der einzelnen Fächer. Zum ersten Male hatten die jungen Lehrer nächzuweisen, m welchem Lieblingsfache sie sich fortgebildet und welches wissenschaftliche Werk sie beim Studium benutzt hatten. Zur Orientirung sei Folgendes erwähnt: 1) Geschichte des 19. Jahrhunderts, 2) Mathematische Geographie,. 3) die zweite Vlütheperiode in der deutschen Litteratur, 4) die Elektrizität u. s. f. Ein Gegenstand, der schon im Seminar eingehend behandelt wurde, B. „ein Drama Schillers," wird als wissenschaftliche Fortbildung für nicht genügend angesehen. Auch diese Prüfung bewies, daß die Ausbildung' jüdischer Lehrer keineswegs eine minderwertige ist und die Staatsbehörden werden sich wohl bald entschließen müssen, die jüdischen Seminare den christlichen gteichzustellen, da gleiche Pflichten^ gleiche Rechte erfordern... / Die 'PräfüngsWEssiöik Mldeten folMde Hüren. Pro-, vinzial-Schulrath Otto, Geh. Regierungs-^ und' Schülrath Sternkopf, Landrabbiner Dr. Prager, Seminardirektor Dr. Lazarus und Seminarlehrer Kah.