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Der Israelit · 1902-11-03 · Heft 87 (3.11.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 87 (3.11.1902)
Date
1902-11-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1833 Staatssekretär John Hay unterm 11. August an die Vertreter der Vereinigten Staaten bei den-Signatarmachten des Berliner Vertrages gerichtet hatte, um sie zu veranlassen, gegenüber Rumänien Vorstellungen zu erheben, damit dieses endlich die Bestimmungen des Berliner Vertrages über die Gleichstellung der rumänischen Juden mit den übrigen Rumänen durchführe. Von rumänischer Seite hat man den von der amerikanischen Regierung erhobenen Protest gegen die Vergewaltigung der Juden in Rumänien dadurch zu entkräften versucht, daß man die Sache so darstellte, als ob es sich nur um die Verweigerung politischer Rechte an.fremde eingewanderte Juden handle. Daß diese Behauptung in schroffstem Widerspruche zur Wahrheit steht, wurde wiederholt nachgewiesen. Das Central- Comit6 der „All. Jsr." in Paris hat nunmehr eine Petition an die französische Regierung gerichtet, in der kurz, aber klar die gegen die rumänischen Israeliten gerichtete Gesetzgebung Rumäniens in unanfechtbarer Weise gekennzeichnet und um die Intervention Frankreichs gebeten wird. Den Wortlaut des Schriftstückes in der Uebersetzung aus dem Französischen werden wir in nächster Nummer bringen. Wie wir hören, hat das Central-Comitc? eine ähnliche Eingabe auch an die italienische Regierung gemacht. ^Rumänien. Bukarest. Seit einigen Tagen' weilt in Rumä nien der englische Abgeordnete,Major Evans Gord o n, der vor einigen Wochen die Londoner Regierung über die rumänischen Zustände interpellirt hat. Damals hat der englische Minister des Aeußeren geantwortet, daß England schon mehrmals bei derruma« nischen Regierung wegen der jüdischen Bevölkerung ohne Resultat intervenirt habe. Major Gordon, von einem rumänischen Journalisten befragt, erklärte, da er mit der Antwort seiner Regierung unzufrieden war, gab ihm diese den Auftrag, die jüdische Frage in Rumänien einem eingehenderen Studium zu unterwerfen. Bis jetzt habe er nur mit Staatsmännern gesprochen, die man nicht als judenfreundlich bezeichnen kann; von diesen Gesprächen habe er die Ueberzeugung gewonnen, daß die Lage der Huden in Rumänien, unerträglich sei. Da er sich mit diesen Erklärungen nicht begnügen wollte, habe er das jüdische Viertel in Bukarest besucht; die dortige jüdische Bevölkerung habe auf ihn einen sehr guten Eindruck gemacht, und er kenne jetzt genau ihre Ansprüche und die Ungerechtigkeiten, denen sie ausgesetzt ist. Gordon zeigte eine große Mappe voll Notizen, die er für seine nächste Interpellation im englischen Parlament verwenden will. ' Von anderer Seite wird geschrieben: Major Evans Gordon, der bekannte englische Parlamentarier suchte bei seinem Aufenthalte in Ruv-A- ‘ .• ... ‘ . mänirn zweimal den Bukarester Rabbiner Dr. M. Beck auf und ließ sich von ihm sowohl die gesetzliche Lage der Juden schildern, wie sich auch durch , hie. ärmsten Stadtviertel führen, die von Juden bewohnt - sind. Wenn Major Gordon. als Judenfeind Rumänien betrat, so verließ er es als warmer Philosemit. Die gesetzliche Lage der Juden fand er unglaublich und ließ sich erst durch die Lektüre von Schwarzfeld's Buch von der Wahrheit dieser Bedrückungen Lberzellgen. Mit^ seinem photographischen Apparate fixirte er bei seinen Jnformationsgängen mehrere Gruppen und Szenen und äußerte sich wiederholt ganz entzückt über die Reinlichkeit dieser armseligen Juden. Die , jüdische Handwerkerschule „Ciocumul" veranstaltete ihm - zu Ehren ein Schauturnen; als die strammen Jungen hör. ihm dcfilirten, sagte er zu Herrn Salomon: „Schicken Sie uns diese Kerle nach England, solche Einwanderer können wir brauchen." Major Gordon. nahm . auch. Einsicht in die Auswandererlisten und überzeugte.sich,, daß Juden nur in höchst geringer Anzahl nach England auSwandern. Major Gordon kam auch mehrmals mit Take I o n e s c u zusammen, allein alle Liebesmühe des rumänischen Staatsmannes war. vergeblich; Major Gordon hat 'sich überzeugt, daß die Klagen der rumänischen Juden berechtigt sind, - und versprach, bald nach Eröffnung des Parlamentes die rumänische Judenfrage öffentlich zur Sprache zu bringen. - ,. '.'. . %; : Aus London kömmt dann auch die Meldung: - Die Frage der rumänischen Juden wird demnächst im englischen Parlament discutirt werden. Der englische Abgeordnete Major. G o r d o n hat in den : letzten Wochen Rumänien bereist, um sich mit eigenem Augen von der Behandlung der Juden zu überzeugen. Sein Urtheil geht dahin, daß dort die Vertragsverpflichtnngen gegenüber den Juden in außerordentlicher. Weise verletzt wurden. Major Gordon gedenkt, einenentsprechenden Dringlichkeitsantrag, im Parlamente einzubringen. \ . Mar o f Jycj, 29. Oft. Nach einer Depesche der „Central- ' News" aus Madrid ist dorthin aus Tanger berichtet worden, daß die Erregung in Fez wegen der Herausholung des Mörders des Missionars Cooper aus dem Heiligthume und der Hinrichtung desselben fortdäuere. Zum Schutze der Europäer und Juden lagern Soldaten, in den Hauptstraßen der .Stadt und im jüdischen Viertel. Vor allen Häusern von Christen seien Soldaten aufgestellt und die Christen, die auf die Straße gehen wollen, müssen bei Tag und Nacht von Truppen eskortirt werden. Der Sultan habe den berühmtem, Scherif Eckenguiti aus der Sahara nach Fez kommen lassen, um ihn zur Mithilfe bei den Reformen zu verwenden. Der Scherif besitze einen gewaltigen Einfluß i -- k'

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