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Der Israelit · 1902-11-03 · Heft 87 (3.11.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 87 (3.11.1902)
Date
1902-11-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1827 evangelische Theologie und bestand 1886 das erste theologische Examen vor dem Konsistorium der Rheinprovinz. Seiner Absicht, auch das zweite theologische Examen zu machen, würden Hindernisse in den Weg gelegt, indem man ihn zum Examen nicht zuließ, unter dem Vorwände, daß er nicht naturalisirt sei. Die Naturalisation, um die er sich nunmehr bemühte, konnte er aber nicht erlangen, weil er angeblich ohne feste Unterkunft und Existenzmittel sei. Alle Gesuche und Versuche, die er seit 15 Jahren gemacht, sind vergeblich gewesen, obwohl er als Vikar in der Landeskirche zeitweise beschäftigt worden ist. Unter dem 1. März d. I. hätte sich B. mit einer Immediateingabe an den Kaiser gewandt, aber gleichfalls ohne Erfolg. Unter dem 26. August ging ihm vom Kultusminister der Bescheid zu, daß seine früheren Entscheidungen vom 10. Oktober 1899 und 22. Januar 1900 einer festen Praxis entsprechen, nach welcher diesseits davon abgesehen wird, die Annahme von Kandidaten aus anderen landeskirchlichen Gemeinschaften gegen den Wunsch der zuständigen Konsistorialbehörde im Aufsichtswege herbeizufiihren. Nun, hat sich Bernstein an den Oberkirchenrath mit einer Eingabe gewandt, in der er am Schluffe sagt: r,Jch bin fest überzeugt, daß wenn ich mich durch die öffentlichen Blätter mit einem Appell an die.Thierschutzvereine wendete, die würden mir die Hilfe nicht versagen, die edle Menschen herrenlosen und verhungernden Thieren nicht versagen können." '' - -Das Organ der -jüdischem Protestanten,' das „Berliner Tageblatt", appellirt an den Minister, damit er sich des jungen Mannes erbarme. Das paßt zu den jüdischen Katholiken der im gleichen Verlage erscheinenden „Allg. Ztg. d. Judenth.", von denen wir in unserer jüngsten Nummer berichteten. Wiesenbach in Württemberg. (Unlieb verspätet.) Einen schweren Verlust hat unsere kleine Gemeinde Miesenbach erlitten. Frau Babette Stern, die würdige Gattin ihres schon vor vielen Jahren ihr im Tode vorausgegangenen Gatten Simon Stern, hat in ihrem, kaum vollendeten 69. Lebensjahre das Zeitliche gesegnet, um ihrem Gatten zu folgen in ein Land, in dem alle Leidenschaften schwinden, in das Reich des ewigen Lebens. Ausgezeichnet mit den Tugenden, die eine jüdische Frau zieren, bewunderungswürdig durch die Geduld und die liebevolle Ergebung in Gottes Willen und Verhängnisse, auch der härtesten Schicksalsschläge, von denen sie ihr redlich Theil zugemessen erhielt, hat sie es verstanden, durch -ihre ungeheuchelte Frömmigkeit und ihre Wohlthätigkeit, durch die treue Sorgfalt, die sie aus die Erziehung ihrer Kinder zu allem Guten und Löblichen, verwendete, sich einen Namen zu erwerben; der weit über die Grenzen ihres Wohnortes reichte. Und dieser gute Name zeigte sich in der allgemeinen Theilnahme während der Zeit ihrer schweren, mit Geduld ertragenen Leiden nicht minder, wie auf ihrem letzten Gange, ihrer Beerdigung. Sie nahm den Ruf getreuer Pflichterfüllung und ehrlichen Wandelns und Handelns unter den Menschen mit in's Grab. Möge sie im Jenseits den Lohn ihres' treuen Wirkens und Thuns finden vor ^dem Ewigen, unserem Gotte und möge der Allgütige ' Trost spenden ' den trauernden Kindern mit allen Trauernden in Israeli . Ü n g fl tu. : : ’ Paks (Ungarn). In Rabbi S u ßman nSof e r s. A. ist einer' der ältesten, hervorragendsten Schüler des Ksaw Sofer dahingegangen, auch einer der wenigen Gaonim der alten Schule, deren ganzes Jeden und Streben nur ausschließlich der' gewidmet gewesen sind und deren heißeste Sehnsucht es war bniv'2 nun p^ui^ nav am&n nMNy. was ihm auch durch seine ni'cr> zu welcher Bachurim von Nah und Fern zuströmten, in schöner Weise gelungen war. Mit Rahbi Sußmann Sofer ist eine der. festesten Säulen der orthodoxen Judenheit Ungarns geborsten, aber auch der bba hat durch das Hinscheiden desselben einen schweren, unersetzlichen Verlust.'erlitten. Der Dahingeschiedene, der ein Alter von 75 Jahren erreichte, war zu Preßburg geboren und ein Sohn des durch seine Frömmigkeit und Talmudgelehrsamkeit ' bekannten Talmudlehrers Fische! Sofer s. A. Die Brüder des Verstorbenen waren der vor mehr als zwei Dezettnien verstorbene .berühmte Rabbiner der Pester orthodoxen Schomre Hadaß-Gemeinde, Rabbi Chajim Sofer s. A., Verfasser der Werke am sha , o«n . yna ferner der erst vor drei Jahren dahingeschiedene Rabbi Naftali Sofer s.' A., Rabbiner zu Preßburg. Verfasser der. Werke 'vmu nvs, dessen Verdienste wir s. Z. nach seinem Hinscheiden in diesem Blatte würdigten. -Rabbi Sußmann Sofer war ein Schwiegersohn des berühmten Gaons Rabbi Joel Ungar, Oberraböiner zu Paks, zu dessen Nachfolger er nach dem Hinscheiden desselben gewählt wurde. Der erste Rabbinätssitz von Rabbi Sußmann Sofer war die Gemeinde Halas (Ungarn), wo er 30Jahre als Oberrabbiner eine besonders segensreiche Wirksamkeit entfaltete u. hat er diese Gemeinde erst zu, einer eigentlichen nt?np rfcnp gemacht, indem er alle ihre mjpn geschaffen, zahlreiche, wohlthätig wirkende man gegründet. Die Gemeinde Halas, die ihm so viel zu verdanken, hat ihm stets ein gesegnetes Andenken bewahrt. Nach dem Hinscheiden seines Schwiegervaters Rabbi Joel Ungar wurde er an dessen Stelle zum Oberrabbiner nach Paks berufen. Wo er bis zu seinem Hinscheiden das Rabbinat bekleidete und eine ziemlich große Jeschiba hielt, die von zahlreichen Bachurim von Nah und Fern besucht war, von denen jetzt Viele Rahbinatsstellen bekleiden. > . Nun ist sein beredter Mund für immer verstummt und seine Lichtgestalt zu seinen Vätern eingegangen. Doch seine. Werke leben, fort und wenn Viele.-daraus lernen, so werden lapa msn lein; H. Lö..... r, Frankfurt a. M.'

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