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Der Israelit · 1902-11-24 · Heft 93 (24.11.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 93 (24.11.1902)
Date
1902-11-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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geht Ihnen der Geist und der Witz, der Scharfsinn und die Beschlagenheit der alten Leugner der Thoraab. Deßhalb haben diese letzteren leinen Nachwuchs; sie sterben aus. und lein Verein zur Förderung der Wissenschaft des Judenthums kann sie vor diesem ergreifenden Walten der Nemesis schützen. Unter diesen Verhältnissen mag man die Hoffnung, über das Wesen dieser Wissenschaft des Judenthums etwas zu erfahren, ausc.eben. Die Wissenschaft der Thora, die Kenntniß von *npo unbnjtro von o*tt> und DpciB, von L'2'Err-i und a'JWK ist es nicht. Die Jünger der Wissenschaft der Thora, welchen dir »m "2rri min die Wissenschaft des Judenthums sind, die in dem Historischen, Geographischen, Archäologischen und selbst in dem Grammatikalischen unserer heiligen Litteratur nur rnrrieis zur Wissenschaft der Thora erblicken, können allen diese Massnahmen mit verschränkten Armen und dem Bewußtsein zuschauen: .wjw by lüsanm w*» l'm twa 1V D e u t s ch l a n d. Berlin, 20. Nov. Der „Verband für jüdische Wohlthätigkeitspflege" veransmltete heute keine erste Delegirten-Versammlung in diesem Wintersemester. Wie stets zu den letzten Versammlungen, waren auch zu der heutigen die Vertreter der angeschlossenen Vereine, in großer Zahl erschienen, und in der That ist auch der Besuch dieser Versammlungen, in denen eine Fülle von Anregungen geboten wird, wie auch armentechnische Fragen, zur eingehenden Erörterung gelangen, ein überaus lohnender. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr Justizrath Breslauer, begrüßte die Erschienenen und widmete herzliche Worte des Gedenkens dem verstorbenen Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses, Herrn Julius Grünwald, zu dessen Ehren sich die Anwesenden von den Plätzen erhoben. Alsdann nahm Herr Dr. L.' Feilchenfeld zu seinem Vorträge: „Vorschläge zur Organisation der Armenpflege in Krankheitsfällen" das Wort. Von der Voraussetzung ausgehend, dass die Kranken aus der großen Masse der Armen und Bedürftigen gesondert werden müssen, da'sie nur Bedürftige seien, die durch ihre Krankheit in dasjenige Stadium fallen, aus dem ein Emporkommen meist unmöglich sei,' legte er in sehr ausführlicher und interessanter Weise einen Plan der Organisation der Armenpflege in Krankheitsfällen dar. Der Redner fordert einen Centralpflege-Verein, der jedoch nicht etwa eine neue Organisation bilden soll, sondern eine Abtheilüng des Verbandes, in welche alle angeschlossenen Vereine Delegirte, darunter natürlich auch Aerzte, zu entsenden haben. Die Mitglieder dieser Abtheilung | haben die einlaufenden Gesuche zu prüfen und schnellstens zu erledigen; Geldunterstützungen^sind durch Vermittlung der zuständigen Vereine zu veranlassen. Am wichtigsten ist natürlich die Hauspflege. In einem Centralbureau hat die Liste der Patienten wie das Verzeichniß derjenigen Damen, die sich zur wirthschaftlichen Hauspflege gemeldet haben, auszuliegen; selbstverständlich müssen auch einige geschulte Krankenpflegerinnen gegen Bezahlung angestellt sein. Die Stellung der Diagnose ist stets durch einen Arzt zu veranlassen, und hier soll nach einem bereits in Berlin bestehenden Muster die Einrichtung so getroffen werden, daß die Aerzte der Poliklinik des Jüd. Krankenhauses gegen Entschädigung die Untersuchung des Falles und die Anordnung der ärztlichen Maßnahmen übernehmen. Die Einrichtung von Kmsen über Krankenpflege nach Art der Kurse des Rothen Kreuzes ist in leichter Weise zu bewerkstelligen. Zur Hilfe bei den ansteckenden Krankheiten dürfen nur die geschulten Krankenpflegerinnen entsandt werden. Betreffs - der Beköstigung soll entweder eine besondere Krankenküche eingerichtet oder eine Vereinbarung mit einer der bestehenden Volksküchen getroffen werden. In einem Depot müssen die für die Krankenpflege erforderlichen Utensilien bereit gehalten werden. Dieses Depot kann unschwer auf dem Wege einer Vrockensammlung auch dazu kommen, Wäsche, Kleidungsstücke u. f. w. den bedürftigen Patienten zu liefern. Bei Erkrankung eines Kindes an infektiöser Krankheit ist für die sorgfältigste Reinigung und strengste Desinfektion der. Wohnung durch eine Pflegerin Sorge zu tragen. Zum Transport in ein Krankenhaus ist eine Verbindung mit der Centrale der Rettungsgesellschaft anzubahnen. In den Fällen nichtinfektiöser Erkrankung eines Kindes ist die Unterstützung der Mutter dringend erwünscht. Erkrankt der Vater der Familie, so wird derselbe nur dann im Hause verbleiben können, wenn er einer Krankenkasse angehört, die der Familie wenigstens eine einigermaßen auskömmliche Summe gewährt. Gehört er keiner Kasse an, so muß der Vater in's Krankenhaus gebracht und die Familie reichlich' mit Geld unterstützt werden. Besondere Berücksichtigung verdienen wiederum unter den Kranken die Lungenschwindsüchtigen und die Geisteskranken wegen des häufigen Vorkommens dieser Krankheiten und wegen der zumeist gleichmäßigen Behandlung, die ihnen zu Theil werden muß. Betreffs der Geisteskranken ist zunächst die sichere Feststellung der Art der geistigen Erkrankung erforderlich. Falls die Ueberfuhrung des Kranken in eine Anstalt erwünscht ist. .hat - dieselbe durch einen geschulten Wärter zu erfolgen. Die Kosten der Anstaltsbehandlung sind wenigstens für die ersten vierzehn Tage seitens des Central-Pflegevereins im Voraus zu entrichten. Gleichzeitig hat die Fürsorge für die Familie einzusetzen, indem entweder der Frau ein Beruf geschaffen oder aber dieselbe in den Stand

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