Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 84-85 (27.10.1902)
- Date
- 1902-10-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
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Amerika. Netstzsrk, im Sept. (Die Juden in New - York.) Die Zahl der in Groß-Newyork, welches Brooklyn einschließt, lebenden Juden wird von der „Jewish World" auf rund 600,000 geschäht. Das Blatt berechnet diese Zahl zunächst auf Grund der SterbefäLe. welche um die Mitte des vorigen Jahres 7997-betrugen, was der für Groß-Newyork geltenden jüdischen Sterbeziffer zufolge eine Bevölkerung von 533,133 ergibt. Seitdem sind 39,265 Juden mehr in Newyork eingewandert und der Ueberschnß der Geburten über die Stecbefälle läßt sich bis 1. August dieses Jahres auf 21,400 schätzen, was zusammen eine Bevölkerung von 548,783 ausmachen würde. Die genannte jüdische Zeitschrift meint, daß sie damit die Zahl der Glaubensgenossen'wahrscheinlich noch zu gering veranschlagt habe. In der alten Stadt Newyork allein fanden im Jahre 1901 5062 jüdische Eheschließungen statt. Nimmt, man eine Heirähtsziffer von zehn auf das Tausend an, was eine sehr, hohe Ziffer ist, so würde das für 1W1 für das alte Newyork allein eine Bevölke-- rungszahl von 506,200 ergeben, wozu dann noch die 70,000 Juden in Broklyn und, wie oben erwähnt, die spatere Einwanderung und der Ueberschnß an Geburten zu rechnen wären. Die hohe Heirathsziffer erklärt sich aus dem Umstand, daß der Prozentsatz der Erwachsenen unter den einwandernden Juden ein sehr größer ist. Auf jede drei Junggesellen kamen zwei Mädchen. Die rund 600.000 Juden in Groß-Newyork bilden 16,5 pCt. der CesammtbevLlkerung der Stadt, . während 500,000 allein in Alt-Newyork wohnen, als 27 pEt. der Bevölkerung der eigentlichen Stadt Newyork ausmachen..- Tie i,Jewish Morld" schließt: „Jeder vierte Mensch, dem man in Newyork begegnet, ist ein Jude oded eine Jüdin." - &A. Oalbe^Ädt, 21. Oktober. Es dürfte wohl die Bekannten de3 in weiten Kreisen als Mohel bekannten Herrn Josef.Dessauer mteressiren, daß er am Montag, den 3. MarchesHwan, sein 80. Lebensjahr in körperlicher und geistiger Frische vollendet. .EydtkLhIen. Mit eigener Lebensgefahr rettete vor einigen Ta^W. der jüdische Kaufmann Benjamin Berkus aus i Wllna den diensthabenden Zugführer des Zuges zwischen Marggrabow2-Znsterburg. -Gleich. hinter der Station Spir'akeln, der Zug. schon in Bewegung war und der Zugführer in sein Dstnsikoupee steigen wollte, siel er rücklings-in dir Kuppelung hinein. Berkus sprang aus dem Wag^abtheil 4. Klaffe heraus, packte den Zugführer mit äußerster Kraftanstrengung und ' r-ttete : ihn so'von dem sicheren' Tode.' Der Schaffner hätte inzwischen auch den Dorfesbemerkt und ließ den Zug halten. Diese.'so edle, selbstodffLM That.des Herrn. Berkus. perdient entschieden die lobendste Merkennung. .... ... . GchkstzeerSOg s. T/ Am Jom-Kippur zu SchachriS',chrqch m hiesiger Synagoge ein kleiner Brand aus, in Folge dessen wir ausräumen mußten. Nach einer kurzen Pause konnten wir in dem von unserem Herrn Bürgermeister zur Verfügung überlassenen neu gebauten Gemeindeschulhause unser Gebet fortsetzen. Ostrowo. Die Vertretung der Synagogengememde in Schildberg hat in einer Sitzung den Rabbinatskandidaten Dr. Krauß aus Schönlanke zum Rabbiner gewählt. Wien. Der Erfinder des Heilserums gegen Scharlach, der auf dem vor einigen Wochen in Karlsbad stattgehabten Naturforscher- und Aerztetag Gegenstand lebhafter Ovationen war, Herr Dr. Paul Moser, ist unser Glaubensgenosse. New Port. Die israelitische Einwanderung nach den Vereinigten Staaten bezifferte sich im letzten Jahre aus rund 45 000 Personen, von denen nahezu 6000 von Rumänien kamen. Gegen 34000 Israeliten ließen sich in der Stadt Newyork nieder, deren jüdische Bevölkerung in den letzten zwanzig Jahren von etwa 100 000 auf 600 000 angewachsen ist. — Unter dem alten spanischen Regime war eS, außer der katholischen, keiner Religion gestattet, auf den Philippinen zu Zwecken von Kirchenbau oder Erziehungsanstalten Land zu erwerben. Gouverneur Taft ist es zu verdanken, daß dieses mittelalterliche Gesetz außer Kraft gesetzt und an Stelle des:elben ein Gesetz dekretirt wurde, wonach „alle religiösen Genossenschaften ohne Rücksicht aus ihre spezielle Richtung" berechtigt sind, auf den vhil'ppimschen Inseln Land zu erwerben, um auf demselben Kirchen, humanitäre und Erziehungsanstalten zu errichten. F e u i 1I e t o tt. Stahl airf Stein- Novelette von Babette Fried—Prag. 21 „Urtheilen Sie selbst. Ich traf sie in den Armen eines fremden Mannes an. und sie fand es nicht der Mühe werth, sich zu rechtfertigen, nahm bereitwillig meinen Vorschlag der Scheidung an, verzichtete freiwillig auf die ihr vom österreichischen Gesetze gebotene Vergünstigung, ihr Kind bis zum vollendeten sechsten Lebensjahre bei sich behalten zu dürfen, lehnte auch. die. ihr zukommende ausgesetzte Alimentation ab." / ' „Sie, Berger, diese Frau gefällt mir." ‘ f „Das dürfte auch ihr Liebhaber gedacht haben, in dessen Umarmung ich sie getroffen habe." „Ihre Verbitterung macht ,Sie ungerecht, selbst gegen mich. Ihren treuesten Freund, und den Wahl-, onkel Ihres Sohnes. Doch verzeihe ich es Ihnen. Vergeben auch Sie es mir, wenn ich.. mir weitere Fragen erlaube. Was erfuhren Sie nachher über "das Schicksal Ihrer verstoßenen.jungen Frau?" „Nichts. Sie war und blieb verschwunden." : " „Kam Ihnen denn niemals die Idee, daß Siedie unerfahrene, junge Frau selber auf die' Bahndess? Lasters drängten, als Sie. .sie vonsich' wiesen,' ohne Hilfsmittel, ein schutzloses Geschöpf?"- ~ *‘i| .t* & „Schutzlos? Sie hatte ja ihren Liebhabers