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Der Israelit · 1902-10-27 · Heft 84-85 (27.10.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 84-85 (27.10.1902)
Date
1902-10-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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und den Repräsentanten der jüdischen Gemeinde, Hotelbesitzer M. Moses, mit den Vorstehern der Wohlthätigkeitsvereine der jüdischen Gemeinde, und Kaufmann Hermann Bernhardt mit den Mitgliedern des Vorstandes des jüdischen Kurhospitals. Zunächst ergreift Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt das Wort und begrüßte den Jubilar mit herzlichen Worten, indem er in flüchtigen Strichen ein kurzes Bild seines häuslichen und öffentlichen Lebens entwarf. „Arbeit", meinte der Redner, „sei die Summe seines Lebens gewesen." Als schlichter Arbeiter war er in's Leben eingetreten und fleißige, wirksame Arbeit durchziehe sein ganzes Leben!m Hause und in der Öffentlichkeit im Dienste der Stadtgemeinde, in öffentlichen gemeinnützigen Vereinen und in Wohlthätigkeitsbestrebr.ngen wie ein rother Faden. Dann nahm Herr Justizrath V e n tz das Wort- und schilderte die Mitarbeit des Herrn Friedländer in der Stadtverordnetenversammlung. Der Jubilar habe an dem Aufblühen der Stadt thätig mitgearbeitet. Ferner hob er seine Thätigkeit in den Kommissionen, in der Badedirektion und als Kurator der Sparkaffe hervor. Darauf schildert Herr Speck die Wirksamkeit des Jubilars als Mitglied der Vorschußkaffe und besonders als Vorsitzender des Aufsich tsrathes. Herr Albert Moses beglückwünschte den Jubilar,, indem er seine bedeutende Mitarbeit im Rathe der Gemeinde-Vertreter und später in der Leitung der Gemeinde hervorhob und eine kunstvolle Adresse überreichte. Herr Max Moses als Vorsteher der Wohlthätigkeitsvereine, gab ein Bild der Wirksamkeit des Jubilars als Mitglied dieser Vereine. Zum Schluffe sprach Herr Hermann Bernhardt als Vorsitzender des Vorstandes des jüdischen Kurhospitals und begrüßte den Jubilar als fleißigen Mitarbeiter an diesem Werk, von dessen Begründung bis zur heutigen Stunde. Auch dieser überreichte eine künstlerisch ausgeführte Adresse. Nachdem die Redner . der öffentlichen Körperschaften, gesprochen hatten, erwiderte der Jubilar mit herzlichen Worten, indem er betonte, daß es für ihn eine besondere Genugthuung sei, daß die Mitbürger der verschiedenen Bekenntnisse sich heute um ihn versammelten, um seine bescheidenen Verdienste zu.feiern. Er dankte jedem besonders mit herzlichen Worten. Ein gemüthliches Beisammensein schloß die erhebende Feier. Höchst a. M., im',Olt. Im vorigen Monat legte unser' bisheriger, allverehrter Kultusvorsteher, Herr Siegmund Ettinghausen, sein Amt als solcher nieder, da.ihm wegen anderer Ehrenämter als Mitglied des Stadtraths, des hiesigen Vorschußvereins, wie vie- , ler städtischer Kommissionen, eine allzu große Arbeitslast erwuchs. " ' 'Unsere ‘ Gemeinde hat diesem tcx *3*1X2 32V .•üiCKa manch' Gutes zu danken. Der orthodoxen Richtung angehörend, war er stets darauf bedacht, unsere religiösen Institutionen nach Können zu erhalten und ,u fördern. So ist es seinem Bemühen zuzuschreiben, daß die Schechitah unter streng-religiöse Aufsicht getellt, dem Gemeindebeamten übertragen und im städtichen Schlachthofe durch Ortsstatut geregelt wurde. Die Stellung des Lehrers und Kantors suchte er dadurch zu sichern, daß er ihn in eine Pensionskaffe ein- :n ließ. , Auf Vorschlag des Kgl. Landraths wurde an seine Stelle Herr Max Ettinghausen mit überwiegender Stimmenmehrheit gewählt und hätte die Sorge für das Gemeindewohl in keine besseren Hände übergehen können; da auch er allen das Judenthüm berührenden Fragen reges Interesse und ein warmes Herz entgegenbringt. Besonders freudig wird die Wahl von den religiösen Mitgliedern unserer Gemeinde, die leider sehr in der Minderheit sind, begrüßt. Möge es ihm beschießen sein, daß er recht lange zum Wohle der Gemeinde und zur Ehre des Judenthums wirke. . - Autenhausen, 19. Okt. Am 16. Oktober beging Herr Lehrer Simon Schloß, Lehrer der hiesigen Israel. Elementarschule sein 25jähriges Amtsjubiläum. Die ihm von allen Seiten erwiesenen Aufmerksamkeiten und Anerkennungsbezeugungen, die zahlreichen Telegramme und Geschenke, auch von Seiten seiner ehemaligen Schüler, legen ein beredtes Zeugniß ab von der großen Sympathie, deren sich Herr Lehrer Schloß erfreut. Sein Ehrentag, der gerade auf den ersten Tag Sukkoth fiel, gestaltete sich denn, auch zu einem wahren Freudentage. Bereits um 7 Uhr morgens begab sich dir Jsr. Gemeinde in corpore nach der Wohnung des Jubilars, um demselben ihre Glückwünsche sowie ihre Dankbarkeit auszudrücken. Derselbe erwiederte während des Morgengottesdienstes mit einer warmen Ansprache. Nachmittags hatte sich die gesummte hiesige Judenheit, sowie ein großer Theil der christlichen Bevölkerung, zu einer Feier zusammengefunden. Um 3 Uhr wurde der Jubilar von der Gemeinde-Verwaltung und der gesammten jüdischen und christl. Schuljugend abgeholt und nach dem Festsaale geleitet. Herr Pfarrer und Lokalschulinspektor D i e tz eröffnete die Feier mit einem Toast auf den Jubilar, indem er dessen Pflichteifer, sowie seinen bescheidenen, biederen Charakter feierte, der bei der ganzen Ortseinwohnerschaft, ohne Unterschied der Konfession, geachtet und beliebt sei. Kgl. Distrikts-Schulinspektor Bauer, der eigens mehrere Stunden weit hergekommen war, betonte unter Hinweis auf die großen Anforderungen, welche heute an die Volksschule gestellt sind, die berufliche Tüchtigkeit und die ausgezeichneten Erfolge, welche Herr Lehrer Schloß während seines 25 Jahre langen Ausharrens auf einem Posten erzielte, wodurch die

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