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Der Israelit · 1902-10-27 · Heft 84-85 (27.10.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 84-85 (27.10.1902)
Date
1902-10-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Hamburg, 21. Oft. Wie gemeldet wird, ist der hiesigen „Talmud-Thora-Schule" durch das Königliche Kriegsministerium die Berechtigung zugesprochen, das Reifezeugniß zum einjährig-freiwilligen Dienst zu ertheilen. Es ist dies in Deutschland die einzige Auszeichnung dieser Art. ... . . Insterburg, 22. Oft. Das geistliche Oberhaupt der hiesigen Kreissynagogengemeinde. Herr Rabbiner Dr. Beermann,' hatte anläßlich der Einweihung der neuerbauten katholischen Kirche in Insterburg Gelegenheit, in einer besonderen Audienz dem Weihbischof seine Glückwünsche darzubringen. Er gab in seiner Ansprache der Hoffnung Ausdruck, daß die neuerbaute Andachtsstätte eine der Felsenburgen werde, an denen sich der Wogenschwall der verderblichen Zeitströmungen brechen werde und daß aus diesem neugegründeten Hause der Geist der Duldung und Menschenliebe eindringen werde in die Herzen und Gemüther der Gläubigen./ Sichtlich gerührt und tief ergriffen antwortete der Bischof, daß ihm mit jedem dieser Worte aus vollster Seele gesprochen sei; die verschiedenen Religionen hätten verschiedene Wege, aber nur ein Ziel: die sittliche Läuterung der Menschheit. Unter wiederholter Versicherung herzlichen Dankes entließ der Weihbischof den Rabbiner. .... Köln. Die Gährungen und Reibungen im Schoße unserer Gemeinde, über die wir noch vor wenigen Monaten zu. berichten hatten, haben nun endlich eine befriedigende Erledigung in Herstellung eines Modus vivendi gefunden, mit dem alle Parteien zufrieden sein dürfen. Ob es sich um einen wirklichen Frieden, oder nur um einen Waffenstillstand handelt, das wird allerdings erst die Zukunft entscheiden. Für die friedlichere, den orthodoxen Kreisen der Gemeinde Rechnung tragende Tendenz der neuen Aera ist die jüngste Repräsentantensitzung recht charakteristisch.. // "*•; Unter deti Verhandlüngsgegenstänbeg befand sich ein Antrag des Vorstandes, welcher die Anstellung eines Schomer im städtischen Schlachthause verlangte, ' zur Kontrvle; daß nicht koscheres Fleisch mir anderem verwechselt werde./ - Herr Rechtsanwalt Dr. C a l l m a n n (Vorstandsmitglieds tritt ganz entschieden für diesen, Antrageim.) Selbst/wenn' zehn Aufseher mit lö/OOfr Mk? Gehalt ^forderlich -wären, würde er nicht davor Zurück-, schrecken, solche im Interesse der Schechitäh zü'bewilligen.-—Jedes-religiöse Bedürfnis in der Gemeinde müsse' befriedigt-werden. - Der'Aufseherwird' von einem' Theis der Gemeinde verläNgt> .wi^/haben dessen Anj'tellüyg zm gesagt-"dä diese Zusäge/exst das) ZüsianpekomMN.der; Regelung der Schechitäh-Angelegenheit im städtischen Viehhofe ermöglichte. Die Nichtbewilligung des Aufsehers könnte den alten Schechitah-Streit wieder ent-::: fachen, was unter allen Umständen zu vermeiden ist.: : /? Herr. Simon Frank erklärt sich entschieden, für-/ die Anstellung des Aufsehers, und Herr Js. Dülken./- betont Namens des Vorstandes nochmals die Nothwen-! digkeit der Anstellung dieses Beamtem / iv.-KU")- Herr Rechtsanwalt Dr. Callm a n n (Vorstand):: tritt nochmals warm, für den. Antrag des Vorstandes ein. Die Schechitäh sei eine überaus wichtige Kultus-//' angelegenheit und liege den strenggläubigen Gemeinde- * Mitgliedern ganz besonders am Herzen. Pflicht der: Gemeindeverwaltung sei es, vor -Allemdafürzu sor-.' - gen, daß jene strenggläubigen, frommen Gemeindemitglieder ohne irgend welche Gewiffensbedrängniß lösche-. f res Fleisch genießen, könnten. - . Es dürfe Niemand.in seinem religiösen Gewissen.sich bedrängt fühlen... Jede ni Gewiffensbedrängniß müsse vermieden werden.. -Die.».': religiös, gesinnten, strenggläubigen Mitglieder derGe--^ meinde sollen innere Befriedigung finden durch dieKul-.'-v tuseinrichtungen der Gemeinde,- zu. welchen die Sche^); chitah als eine der. wichtigsten, zu. zählen.-sei.- (Beifall.-)..;: Auch Herr Dr. M a st b a u m (Vorstand) trist.,-... für den Vorstandsantrag ein, ebenso Herr Dam / Marcks (Repräsentant) mit der Motivirung, wenn,/ der Vorstand einen Antrag stelle zu Gunsten .ritueller/ Einrichtungen, so dürfe man doch nicht dagegen sein.; .--.:. Herr D., W 0 l f f f p h n (Repräsentant)); steht) ganz auf Seiten des HexrnDr. Eallmann. .Sie Wünsche der Orthodoxen Müßten berücksichtigt werden.)--' Den vorletzten ' Punkt, der Tagesordnung bildete/'.' / ein Antrag des Provinziäl-Verbandes rheinischer nagogen-Gemeinden,;• den Herren/ Rgbbinern/ dtr. G^-) )) nfeinde zu gestatten, auf Ersuchen auswartrger.Misteiy-))-) den die , ehrenamtliche Thätigkeit. äls Inspektoren, des Religionsunterrichtes iy den' betreffenden Gemeinde^ )--- äuszuüben. Die Reisen ügich'..de.n.befr/ Genieiybew tonn-,'^-»'/ . ten in der Ferienzeit /erfolgen.)/ ' Es /) sind') -bereits hrez) ..Gesuche auswärtiger Gemeinden än./den .V.orsiqüd .langt, und zwar wünschen die Gemeinden Sst Johann))- Herrn Rabbiner Dr. Frank,/ Münstereifel, Eustirchen))^ Elsdorf und Kerpen Herrn Mäbbsner/'/Dr/.Äösenk^)))/. ,. Der Antrag des Vorstandes würde darauf ohne .Widerspruch angenommen. Diese Widerspruchslosig- . keit wäre unter der alten Aera undenkbar gewesen. Heute ist sie ein erfreuliches Symptom für ünseikn' Ge- ^neindefriedeN. arAiy-‘i zp-i n : t " '-.«)>■ V v I stolberg, 21.. Olt.; Aus Anlaß seines aHtzigsttll' Gebu.rtstages.-am 12. d.:-Mts^ ^wurden ^Herrw- M 'im F-r i ed.l ä n d e r . vielfach Ehrungen^U/Theil.^ iGL -l'" 'wären-, erschienen die Herren:': Rabbiner -Dr. G'ckkd^ s**)- s ch mJitt,- als: Seelsorg'er-Ler-' jüdischen-: Gemeiü^Üüm Justizrath. Br ntz - -»als -Führer 'einerr-ÄWtattonibVt'wQ- /Stadtverordneten, Vorschüßkassenrendant SpeÄ^"<r? mit dem Vorstände der Vorschußkasse, Kaufmann Albert Moses, mit den Mitgliedern des Vorstandes

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