Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 92 (20.11.1902)
- Date
- 1902-11-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1930 , (Es bleibt abzuwarten, ob Herr Distriktsrabbiner Dr. Meyer thatsächlich rückhaltlos sich der zionistischen Bewegung angeschlossen hat.. Die deutsche Orthodoxie. zu deren , Mitgliedern sich Herr Dr. Meyer doch mit Stolz zählt, hat, wie wir schon des Oefteren aussiihrten, doch noch manchen Vorbehalt. Red. d. „Jsr.") Baden-Baden. Wenn Männer von hinnen scheiden, die es sich zur Aufgabe machten, die Religion nicht nur selbst zu üben, sondern auch den ihnen zu Gebot, stehenden Einfluß in segensvoller Weihe zur Geltung bringen, so ist es rechtens, öffentlich davon zu sprechen. Es gebührt demnach dem vor Kurzem in einem Alter von 95 Jahren verstorbenen Lob Kahn in Baden-Baden, in diesen Blättern einen entsprechenden Nachruf zu widmen. Derselbe stand Jahrzehnte lang in seiner Heimathgemeinde Muggensturm. Amt Rastatt, als. erster Vorstand an der Spitze seiner Gemeinde, in welche Neuerungen in religiöser Beziehung nicht Eingang finden tonnten, da Herr Kahn streng Wachposten, hielt. Ats er im hohen Alter mit feinen Angehörigen, die ihn liebten und achtetennach dem Welt-Badeplatze Baden-Baden übersiedelte, übte er auch hier seinen ganzen Einfluß für die Erhaltung unserer heil. Religion aus. Er betete noch voriges Jahr das Ne'ila-Gebet am Versöhnungstage mit Andacht vor und ließ es sich nicht nehmen, noch am letzten v' vor seinem Tode die «o von 2"j als jna auszuiiben. Leider ist sein allgemein geächteter Sohn, Herr Simon Kahnbei dem der Vater den Rest seiner Lebens- ' tage zubrachte, drei Monate früher ihm im Tode vorangegangen, was den hohen Greis sehr erschütterte. Badener Blätter brachten Nachrufe. Sprechen wir für beide Heimgegangenen n"sx:n. - O 'e jlt.n e i ch^; Wien^ 11. Nov. (Martinigänse für den Kais e r.) Einem uralten Brauche gemäß wurden gestern, am Vormge von Martini, für den Hof mehrere Gänse von der Preßburger israelitischen Kultusgemcinde durch eine Deputation in der Hofburg überreicht. Die Gänse waren mit Bändchen in den ungarischen Nationalfarben roth-weiß-grün geschmückt. Die Herren der. Deputation wurden später vom Kaiser in'Audienz empfangen. /•.;•' — ' - " Ü n g a i n. ' Neutra. Am Sabbat "jb *c hat der Tod einen der besten /Mitbrüder unserer Gemeinde entrissen: "6yö?p ■ n •sV®. einer . der .höchst angesehensten-'raLn ' unseres Komitates weilt nicht, mehr unter'üns^^ >.. - - - Obwohl-der Allgütige dem Verblichenen, den *inn bv pÄ-.bis zu seinem 74. Lebensjahre erhallen, so ist dieser doch,-ein Vater der Wittwen und Waisen, als. Stütze der " brriy".7^rrr p)v al^ Muster und .Leuchte der peinlichst genauen ErfüllünL'.uytzrei°^D^.^.r^. noch zu früh uns entrissen worden.' ' " . Wer den Verblichenen, gebeugt von des Alters Last, geschwächt von d^id' die heil. Thora mit un-. ermüdlichem Elfer und Fleiß studiren sah, der mußte unwillkürlich in den Ruf unserer Weisen einstimmen: n'br» vsss '22 rrbrr pn rbnxv ra' '2 Lire.: Kein Wunder, daß die Trauer bei seinem Hinscheiden eine allgemeine war. Und diese' allgemeine Trauer , offenbarte sich bei seiner Beerdigung, die am Sonntag, 9. Marcheschwan, stattfand. .Fast sämmtliche Mitglieder unserer Gemeinde, zum Theil aus weiter Ferne, waren herbeigeeilt, um diesem seltenen Manne das letzte Geleite zu geben. Vom Trauerhause / setzte sich der Leichenzug in Bewegung. Vor der Synagoge wurde Halt gemacht. Hier begann der Herr Oberrabbiner M- Katz in einer langen, tief erschütternden Trauerrede die edlen Eigenschaften und Tugenden des Verblichenen in ergreifender Weise zu schildern. Hierauf widmete der hiesige,'' i ra etc-i als Vortragender der. rrzn vir dem. Verblichenen als Gründer und fleißiger Besucher der Chewra, einen warmen Nachruf. Als dann der trauernde einzige Sohn an die Bahre trat, um Abschied zu/nehmen von der sterblichen Hülle seines treuen Vaters, blieb kein Auge thränenleec. Aber alle Anwesenden waren auch voll Bewunderung für diesen Zadik, wie er in seinem großen Schmerze und seiner, tiefen Trauer mit herrlichen Worten und pn p'iso cpcß war. Hier zeigte sich, welche Kraft wahrer n:«rr und Gottergebenheit innewohnt. Möge der Allmächtige den trauernden Zurückgebliebenen lindernden Trost.spenden und ihnen die Kraft verleihen, die schwere Prüfung zu überstehen, ran vbv , rv2x:r. E n g fand. .London, 18. Nov. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Jerusalem von gestern, daß dort am 16. November ein Cholerafall festgesteüt worden ist. In Jaffa verbreitet sich die Cholera-Epidemie immer mehr. In den letzten drei Tagen sind 15 Personen gestorben. In vielen Dörfern wüthet die Cholera. In G a z a und Lydda. wo ein großer Theil der Bevölkerung durch die Krankheit hingerafft wurde/ist die Epidemie erloschen/ Es herrscht großes Elend, lleberall ist Hilfe erforderlich. - „Habalezeth" Nr, 2 vom 31. Oktober berichtet, daß in Jerusalem seitens der Behörden alle möglichen Vorkehrungen getroffen worden sind. Auch die sephardischen und aschkenasischen Gemeinden haben Veranstaltungen zur Vorbeugung und zu eventl. sofortiger Hilfe getroffen. Am 19. Tischri mußten alle Schulen geschlossen werden. Dasselbe Blatt veröffentlicht eine Statistik der Todesfälle im heil. Lande. Darnach wurden besonders Gaza und Lydda furchtbar schwer beimgesucht, Erstere Stadt weist in 15 Tagen 554. und'Letztere~155