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Der Israelit · 1902-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1902)
Date
1902-10-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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die ihm gerecht werden, weil sie nun einmal zur Ge- . sammtheit zahlen? . Und ferner. Unser Pflanzenbund enthält in der Bachweide eine Pflanze, welcher Geruch und Genießbarkeit abgehen. . Aber wenn sie sich nicht auf diese Geruchs- und Geschmacklosigkeit beschränkte, sondern noch mit schlechtem Geruch und widrigem Geschmack verbunden wäre, wer wollte dann zweifeln, daß sie in der That die harmonische Vollendung des Feststraußes störte? Und die Ausdeutung der Weisen bezeichnet als ihr entsprechend die vierte und unterste Stufe der jüdischen Gesammtheit, - mit ihrem Mangel von Thora und guten Handlungen. Aber eine noch tiefere fünfte Stufe, wie wir sie seit Dezennien kennen, der die Thora nicht nur fehlt, die sie sogar verachtet, verleugnet und einen Kreuzzug gegen sie eröffnet, und nicht nur keine a'mv dtppo, sondern a*m dvpo vollbringt, eine solche Möglichkeit hat selbst die weitschauende Weisheit unserer Weisen nicht vorausgesehen. Wohl ist die Vachweide geruchlos, aber die dauernde, innige Verbindung mit der Myrthe schließt die Möglichkeit nicht aus, daß ein Hauch der ätherischen Geruchsfülle, die diese letztere ausstrahlt, auch von jener angenommen wird. So ist auch bei Menschen, deren Herzensfurchen leer von Thora sind, deren Leben keine guten Thaten aufzuweisen hat, durch die Verbindung mit Thorakundigen und Thätkräftigen zu hoffen, daß das gute Beispiel sich stärker, als die Unwissenheit und Lässigkeit erweist und sie mit der Zeit zur Stufe der. Edleren und Besseren emporhebt. Das ist die Sühne, mit der die Tugend der einen die Schwächen der anderen überwältigt und sühnt. Aber ist dies auch aus einer Verbindung von Verehrern und Verächtern, von prinzipiellen Anhängern und Leugnern der Thora zu erwarten? Dazu gehörte jedenfalls ein Optimismus, den man aus unserem Pflanzenbunde nicht herleiten könnte, ein Optimismus, an den auch sonst im Leben kein Vernünftiger glaubt. Hat man schon einmal gehört, daß Freihändler und Schutzzöllner, daß Fortschrittler und Reactionäre, und wie die Gegensätze in unserem politischen und wirthschaftlichen Leben sonst heißen mögen, zu einem. Verbände zusammengetreten wären, um so ihre Lebensgrundsätze mit mehr Nachdruck und Erfolg verfechten zu können? Und sind die Politiker und Nationalökonomen, die in einem solchen Verbände einen sinnlosen, wahrheitswidrigen Mischmasch erblickten, deßhalb...Streithähne und Friedensstörer? Und was auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens so schlicht und klar und selbstverständlich ist, das soll so unerhört sein, sobald es sich um unsere heiligsten jüdischen Anliegen handelt? Gewiß wird aus einem wahren Frieden die reinste Freude fließen. Aber an diesem unehrlichen, falschen und faulen Frieden wird kein Redlicher seine Freude haben. Unsere Festesfreude klingt daher in mm map in die Freude mit der Thora aus. Wenn.sie und wo sie mit der alten siegreichen Macht wieder heimisch wird in unserem Kreise, da ist ihr erstes Angebinde, der Friede, owa ray in* *pa' n jn» v&b r& ' *vvu.-> Das ist der Friede, den wir anstreben, im Ernst des Jahresanfages und auf dem Gipfel der Freude, auf den uns i;nnc» jvi hebt. Jedes -Verlassen der' von ihr vorgeschriebenen Wege, führt zur Entfernung und Entfremdung der Geister und Gemüther, jede Annäherung an sie bringt uns dem. Frieden und der' Freude näher, zu welcher unsere Tischrifeste uns empor-, heben möchten, damit wir auch, wenn die Festzeit uns verlassen, in's Ringen der Wochentage dieses hehre Festangebinde des Friedens und. der Freude mit hinein in's neue Leben des Jahres nehmen und sich so der Segen der Festtage aus uns erfülle, um den wir täglich viermal vor Gott gerungen:, nyo nu ", urrv.m «2"rk -pjnc. „Lasse uns davontragen, Gott unser Gott, den Segen Deiner Feste, zum Leben und . zum Frieden!" ZeikmgsKsHrrHLe« «Kv «LorrsspoKdenze«. D euLschta n d. Frankfurt a. M., 9. Okt. Kong r e ß zur i n t e r nationalen Bekäm pfu n g des M äd - chen Handels.) Rabbiner Dr. Horovitz- Frankfurt erinnert an die gesetzlichen Bestimmungen in nordamerikanischen Häfen, wonach mittellose Passagiere gar nicht landen dürfen. Wäre es nicht angängig, überall ähnliche Bestimmungen für allein ankommende Mädchen zu treffen, denen die Landung nur. dann gestattet werden soll, wenn sie von gut beleumundeten Personen in Empfang genommen werden? Das würde viel Segen stiften. Denn die Zurückgewiesenen müssen wieder in ihre Heimath befördert werden und die Schiffsführer sind aus diesem Grunde schon in ihrem eigenen Interesse gezwungen, nach dem Rechten zu sehen. Ferner erwähnt der Redner die Thätigkeit der jüdischen Vereine in der Frage des Mädchenhandels. Die Rabbinerkonferenz hat jüngst in Frankfurt den Beschluß gefaßt, ein „jüdisches Adressenbuch"' für Mädchen herauszugeben; das wird die schon erwähnten protestantischen und katholischen Büchlein würdevoll ergänzen. Dr. Horovitz spricht seine Bewunderung aus über die große Duldsamkeit, die hier während der Berathungen des Kongresses geherrscht hat. Rur die allgemeine Religion hatte man vor. Augen. Es gibt aber keine Religion, die nicht die Sittlichkeit zum Endziel hat. Dieser Kongreß, das „erwachte Gewissen der Völker," wird ein großes Bei?

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