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Der Israelit · 1902-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1902)
Date
1902-10-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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spiel geben. Er ist international, interkonfeffionell, aber auch intersozial. (Der Vorsitzende, Senator Saburow, hört mit nervöser, gespannter Aufmerksamkeit zu.) Möchte es uns doch gelingen, auch die sogenannten niedrigeren Stande für die Sache zu interesiiren und zu gewinnen! In den sozial beffergestellten Kreisen tragen die Männer die Hauptschuld, darauf schwöre ich. Alle aber sollen an der Bekämpfung des Uebels betheiligt, keine soziale Schicht soll ausgeschlossen sein, gerade so wie keine nationale, keine konfessionelle! (Beifall.) Hamburg, 10. Oft. In den Vorstand des hiesigen Synagogen-Verbandes wurde unlängst Herr Albert Wolfs einstimmig gewählt, nachdem Herr Jos. L. Levy wegen andauernder Kränklichkeit seine Demission eingereicht hatte. Herr Wolfs, ein Mann in den besten jüngeren Jahren, hat sich bereits als werkthätiges Mitglied - des Armen-Kollegiums der deutsch-israelitischen Gemeinde und als Vorsteher gemeinnütziger Vereine und Stiftungen allseitig anerkannte Verdienste erworben. Neuerdings ist er auch ins Repräsentanten-Kollecsium der deutsch-israelit. Gemeinde eingetreten, woselbst ihm Gelegenheit zu. weiterer Anerkennung gegeben. In Ansehen der großen Aufgaben, die der Synagogenverband zu erfüllen hat, indem ihm die Pflege der gesammten Cultuseinrichtungen der Gemeinde überwiesen wurden, und da sich jetzt die lang geplante, zum dringenden Bedürfniß gewordene Einrichtung einer großen Synagoge vor dem Dammthor verwirklicht, erscheint es sehr angebracht eine junge Kraft dem Vorstände zuzuführen und besonders erfreulich einen Mann, der auf traditionellem Boden steht und der zu keiner Neuerung im Ritual seine Hand bieten-wird. Angenehm tritt noch der Umstand hinzu, daß Herr Wolfs geborener Hamburger ist und als solcher mit unseren Anschauungen, die ja auch die Seiuigen sind, gut vertraut ist. ■ H.B. Cöln, im Oft.. De n Rechenschaftsberichte des „Vereines des jüdischen Lehrer-Seminars in Rheinland' zu Cöln" für die 33. und 34. Jahre (1899/1900) seines Bestehens, entnehmen wir: Seit unserer jüngsten Berichterstattung sind 24 Zöglinge nach vollendeter Ausbildung entlassen worden und haben im Schuldienste und als Kultüsbeamte Verwendung gefunden. Die Berichte, die uns über die Wirksamkeit derselben zugehen, lauten im allgemeinen recht günstig und bestärken uns in dem Vertrauen, daß wir bezüglich der Wahl des Unterrichtsstoffes und der Unterrichtsmethode nicht fehl gegangen sind. Das Seminar würde noch ein günstigeres Unterrichtsergebniß erzielen/ wenn — und darauf müssen wir bis zur Erfüllung unseres Wunsches pflichtgemäß wiederholt zurückkommen — in Verbindung mit demselben eine Präparandenanstalt mit zweijährigem Cursus besäßen. in welcher die Zöglinge in einem früher bildungsfähigen Alter eintreten könnten, um für das Seminar und im Sinne desselben nach einheitlichem Plane vorgebildet zu werden. Da unser Gebäude die dazu erforderlichen Lehr- und Wohnräume bereits darbietet, so steht der Verwirklichung unseres Wunsches, dieselben zu benutzen und dem Seminar den unterrichtlichen Unterbau zu schaffen, nichts entgegen, als der Mangel'an Geldmitteln zur Beköstigung der auszunehmenden Schüler, sowie zur Besoldung der für eine Präparandenanstalt zu gewinnenden besonderen Lehrkräfte. Es bedarf wohl nur dieses wiederholten Hinweises, um den so oft und so ausdauernd bethätigten hochherzigen Eifer unserer Freunde nunmehr auch zur Herbeischaffung der für eine so wünschenswerthe Vervollständigung unserer Lehrer-Anstalt unentbehrlichen äußeren Mittel energisch anzuregen. Das ehrende Vertrauen, welches, unserer Anstalt als einer Pflege- und Pflanzstätte altjüdischer Glaubenswissenschaft und treuer Pflichterfüllung von Nah und Fern entgegengebracht wird, hatsich auch im verflossenen Jahre durch die ihr zugewandten frommen Stiftungen bei Lebzeiten und für das Seelenheil'theurer Heimgegangenen in erfreulicher Weise zu erkennen gegeben. .; Es war uns vergönnt, mit dem Beginn des verflossenen Winter-Semesters sieben neuen Schülern die Pforten der Anstalt zu eröffnen, so daß dieselbe während des Eingangs erwähnten Zeitraumes von 40 Seminaristen und fünf Hospitanten besucht wurden Aus Bayern, 5. Okt. In diesen heiligen und ernsten Tagen, an denen wir nicht nur Einkehr in uns halten, sondern uns auch vielfach im Geiste mit theuren Entschlafenen beschäftigen, beherrscht eine große' Anzahl gleichgesinnter Glaubensgenossen der Gedanke - an einen hervorragenden Führer in Israel, der in diesen Tagen (am Rüsttage zum w') des letzten Jahres das Zeitliche segnete.. Wenngleich den Manen des verlebten Herrn Rabbiners Dr. Selig Auerbach s. A. anläßlich seines Todes in erschöpfender Weise in der Presse der verdiente Tribut gezollt wurde, so soll doch der erste Jahrzeitstag nicht vorübergehend ohne daß ein alter Schüler im Sinne vieler Kollegen nochmals das Andenken eines der Besten durch wenige Worte zu ehren versucht. In unserer leichtlebigen, schnell vergessenden Zeit wird nicht allzuoft in spaterer Zeit das Bild eines Dahingeschiedenen in so warmer Erinnerung bleiben/ wie das des Seligen; wie heute werden noch in vielen Jahren die Schüler desselben die hehre Gestalt, die ge; winnende Persönlichkeit und die überzeugende Belehrung des Verklärten vor ihrem Geiste sich vergegenwärtigen. In den Nekrologen, die im letzten Jahre erschienen, wurde schon darauf hingewiesen, unter welch' schwierigen Verhältnissen der Verblichene in den ersten Jahren ihres Bestehens, die israelitische Bür-

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