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Der Israelit · 1902-10-09 · Heft 81 (9.10.1902) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 81 (9.10.1902)
Date
1902-10-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1720 sprechen: „Wir haben der Weisheit. Kunde vernommen." Dieselbe ror» pan dwk. r _'; '' ncTpö .r« m inrri' V v2' pÄi wsp^ wn p .. rm* omi rwi , .. - bp&o mb mwh :;■ \ ' rrns. pn V'M pn ivrü tri»»-,. . nfop vmb fm; mBD’i nm nt .: . mpn an NZ'2N nasn wn 'n rutv jn :bti6 nvrti tna'a rffl iibi - „Gott nur kennt ihre (der Weisheit) Art und weiß, wo ihre Stätte sich befindet. Denn nur er überschaut den ganzen Umkreis der Erde, überblickt alles, was unter dem Himmel lebt: Indem Er den Wind nach Gewicht bestimmt, das Wasser mit Maße abgrenzt, dem Regen Gesetze weist, und den Weg für den feurig zuckenden Donner: damals sah der Tod sie und erzählte von ihr, ergründete und erforschte sie und kündete dem Menschen: „Siehe Gottesfurcht, — das ist Weisheit; das Böse meiden, — das ist Einsicht." (V. 22—28.) Jjob will also sagen: die Weisheit,, die in aller Welt vergebens gesucht worden und die hier auf Erden um keinen Preis zu Haberrist,..— sie.hat er im Bereiche des. Todes und der Verdammniß entdeckt. Denn an sich selbst haben die in denselben Eingegangenen es in Erfahrung gebracht, wie einerseits alle Weltenräume für die Forschung Gottes keine Schranke bilden, wie aber andererseits alle Gewalten dieser Welt Seiner Botmäßigkeit unterstehen, um an dem Menschen im Diesseits und-im Jenseits Vergeltung zu üben. Unter dem Eindrückedieser Wahrnehmungen sendet der Tod in das Bereich der Lebender: die aller menschlichen Einsicht ewig als überlegen sich erweisende Kunde hinaus: Gottesfurcht ist die Summe aller Weisheit. Unter der Erleuchtung dieser Botschaft kommen die furchtbaren Wallungen des Schmerzes, die in Hiob's Seele bisher getobt hatten, allmählich zur Beschwichtigung. Es geht ihm unter dem Lichte dieses Gedankens eine neue Welt auf. Er genießt unter seinem verklärenden Schimmer noch einmal die Wonnen vergangener Tage des Glückes, in einer neuen, bisher noch nie gekannten Lust. (Kap. 29.) Aber auch seine gegenwärtigen Leiden bilden für ihn nicht minder ein Meer beseeligender Gefühle, aus denen er neue Hoffnung schöpft.?,. . .. .. - So also weiß unser einziges Judenthum mit dem Problem der Unsterblichkeit, zugleich das Problem des Lebens zur höchsten, und vollendetsten Lösung zu bringen. Welche Religion wäre im Stande, ein Gleiches oder Aehnliches zu bieten? Ja, kann denn das, was andere über diese Fragen bieten,7 mit der wahrhaft befreienden und beglückenden Erhabenheit unserer Lehre? nur in Vergleich gezogen werden?! . '? ' Wie elend und wie erbärmlich nimmt sich dem-- gegenüber das moderne Reformjudenthum aus, das in seiner geistigen Verarmung im Ernste glauben machen will, es hätte derartige Probleme wirklich der Lösung dadurch zugeführt, daß es die Behauptung in die. Welt setzt: „Der Glaube an die Unsterblichkeit bilde eine nicht abzuweisende Conseqüenz des Judenthums." Wahrlich, eine grandiose Leistung, mit welcher man die Welt einfach aus den Angeln zu heben vermag. 7 > Wer weiß, ob Herr Dr. Jakob dies nicht schon für . hinreichend erachtet, um' daraufhin für sich die Wissen- ' schaft des Judenthums in Anspruch zu nehmen und sich auf Grund dessen für befugt hält, allen, die es dahin noch nicht gebracht haben, auf die niedere Stufe der Gelehrsamkeit zu verweisen. Am Ende müßten wir alle unsere Großen, vom Rabbenu Sadja Gaon bis auf den Rambam, Ramban, Raschi, Raschbaz, Bes Josef, Rb. Schach und wie sie alle heißen mögen, vor den Richterstuhl des Herrn Dr. Jakob zitiren, damit sie sich? von ihm den Befähigungsnachweis ausstellen lassen. Ob sie ihn erlangen würden, istdabei doch noch sehr . die Frage. Denn Reformjuden waren sie nun einmal nicht. Das alleine müßte ihre Wissenschaft um allen. Kredit bringen. ' -- -- - -- ... :.... . Nach alledem jedoch,- was wir-von Herrn Dr. Jakob bisher erfahren haben, müßte es geradezu mit Wundern zugehen, wenn er wenigstens in Bezug auf . diesen allgemeinen Vorwurf, mit welchem er das ganze überlieferungsmäßige Judenthum in den Grund zu bohren glaubt, wenigstens eines eigenen Gedankens sich bedient hätte. Thatsächlich bewegt er sich auch.hierbei in jenen Geleisen, in denen er sich schon bisher als gut eingefahren gezeigt hat. Es gehört nämlich zu den stehenden Gepflogenheiten der christlichen Theologen, daß sie nur ihre Weisheit alleine der Ehre für würdig erachten, unter dem Titel.Wissenschaft einherstolzieren zu dürfen, dem Judenthum glauben sie dieselbe grundsätzlich versagen zu sollen, ohne sich'erst in feinsinnige . Unterscheidungen zwischen dem alten und „neumodischen" Judenthume einzulassen. . Was ist nun natürlicher, als daß Herr Dr. Jakob den von dorther gegen das Judenihum im allgemeinen^ geschleuderten Pfeil aufgreift, um ihn seinerseits direkt gegen das überlieferungsmäßige auf's neue abznzielen. Im Uebrigen ist dies ja eine im Wissenschaft- . lichen Lager schon ziemlich verbrauchte Rakete. Die Philosophen gebrauchen sie den Theologen gegenüber^ die Naturwissenschaftler wiederum pflegen sie gegen die Philosophen abzufeuern, die Mathematiker endlich, gegen fast alle Welt. — „Wissenschaft" bildet eigentlich den Apfel, um welchen das Schulgezänk zu toben noch nie aufgehört hat. Wir jedoch, lassen uns. an der Thatsache genug sein, daß unser überliefertes Judenthum

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