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Der Israelit · 1902-10-09 · Heft 81 (9.10.1902) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 81 (9.10.1902)
Date
1902-10-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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|!- i'|'!li : 11 ' V >: i i!; j j| il i i i iüi;j | ji j|j! I I 4S* ZahrganL lililTT*' j Wissenschaft oder — Gelehrsamkeit. f -' . : Von ' , Rabbiner Dr. Daniel Fink—Wien. k" / V-V; XIV*). F.v, (Schluß.) Nach dieser Auffassung bewegt sich der Gedanke in einer wohlberechneten Steigerung, in der tcin Wort überflüssig ist. Allgemein gefaßt, soll hier der Gedanke zum Ausdruck kommen, daß Gottes Feinde selbst auf Grund ihrer etwaigen Tugenden keinen Anspruch auf ein ewiges Leben erwerben. Haben sie doch dieselben niemals im Hinblick auf ein solches und von den diesfälligen Ueberzeugungen getragen, bestätigt. Ebenso wie ihre etwaigen Tugenden aus irdischen Erwägungen ausschließlich geflossen sind, ebenso werden sie auch gerechter Weise durch irdischen Lohn abgefunden. Was aber noch viel bedeutsamer, ist die Thatsache, daß in dem Gedanken an ein ewiges Leben das Buch Jjob seinen-erhabenen Culminationspunkt findet. Die Sache ist so sehr von grundsätzlicher Bedeutung, daß hier des Näheren darauf eingegangen werden muß. Die unerhörten Leiden, die über diesen reinen und edlen Frommen, dessen Namen unser Buch trägt, und an dessen Wandel selbst der Ankläger nichts zu mäkeln fand, sich so urplötzlich gehäuft haben, bilden das in Verhandlung gestellte Problem. Mit dessen Auftreten scheint die Ueberzeugung einer gerechten Weltordnung vollständig über den Haufen geworfen. Hier ist also mit mathematischer Sicherheit der Punkt gefunden, wo die Interessen der Religion mit den allerpersönlichsten Interessen jedes einzelnen Menschen zusammenfallen. Die Frage einer sachgemäßen Lösung zuzuführen, muß daher von beiden Gesichtspunkten als die dringendste Angelegenheit betrachtet werden. Hier setzen die um Jjob versammelten drei Freunde ein. Es wird aller menschliche Scharfsinn aufgeboten, alle nur denkbaren Möglichkeiten werden herangezogen, um eine Aussöhnung zwischen der unerhört brutalen Wirklichkeit und der Ueberzeugung einer überall waltenden göttlichen Gerechtigkeit herbeizuführen. Doch alles scheint vergeblich. Der Angriff, der letzterer widerfahren, war ein zu verwegener, als daß er sich einfach durch das ' Aufgebot von nur rednerischen Künsten hinwegdisputiren ließe. So wogt denn das Wortgefecht zwischen den Freunden und Jjob durch volle 26 Kapitel hin und her, ohne daß es gelungen wäre, das ihm vorliegende , •) Bgl. Nummer 7ö d. Bl. . . '' - Problem auch nur um Haaresbreite gefördert zu haben. Jjob, des unfruchtbaren Beginnens überdrüssig, reißt;? unvermittelt den Faden des müßigen Hin- und Herredens ab und überläßt sich dem ruhelosen Spiel der eigenen, in ihm.fortwährend gährenden und schäumen-' den Gefühle und Stimmung. Dieselben kommen vom 27. Kapitel an in den ergreifendsten Monologen zum . Ausdrucke. Aus der trübseligen Verdüsterung seines, unermeßlichen . Elends führt ihn sein Geist ganz unvermerkt zu Anfang des 28. Kapitels hinaus auf die Betrachtung dieser Welt und der Reichthümer und Kostbarkeiten, die sie in sich birgt. Doch einen Schatz gibt es immerhin, der in ihrem Schoße nimmer entdeckt werden kann, das ist die Weisheit. So ist ihr denn eigentlich das Theuerste, an welches alles andere gar .nicht heranreicht, das ihm gegenüber gar nicht irgend- , wie in ein Verhältniß gesetzt werden kann, versagt. Der Schmerz, den Jjob durch den Verlust alles dessen, was ihm an's Herz gewachsen und theuer ward, erfahren, hat auf einmal einem , noch tieferem und brennenderem Platz gemacht. Daß ein Menschenkind sö viel Leid über sich ergehen lassen müsse, bedeutet attMH noch gar nichts. Was aber die Verzweiflung in'stfo ermeßliche zu steigern vermag, ist die Thatsache, daß . seine finsteren Geschicke ihm die Binde um die Augen legen, so daß ^er ihnen gegenüber weder aus noch ein weiß. Ueber diesen verzweifelten Punkt kann äber aüA kein Reichthum der Welt hinweghelfen. Vor den grausamsten Wendungen der Geschicke vermögen auch .diese nicht zu feien. Es ergibt sich ihm daraus die Erkenntniß, daß demnach auch das höchste Glück, mit welchem die Welt ihre Günstlinge auszeichnet, im Grunde doch nichtig ist. Es ist daher gar keine Frage, daß die Großen der Erde all' ihr Gold, ihre erlesensten Edelsteine und alle sonstigen Kostbarkeiten freudig hergäben, könnten sie die Weisheit um deren Preis ein* lauschen. (V. 12,19.) Ja, wäre ihr Sitz nur erst auf Erden bekannt, dem Reichthum stünden schon genug der Mittel und Wege zu Gebote, um sich ihrer zu bemächtigen. Allein, wo die Weisheit hernehmen, da doch weder ein lebendes Wesen, noch selbst die Vögel, vor deren Fluge die Fernen schwinden, sie je erreicht haben? (V. 20—21.) .. Hier nun blitzt dem Jjob der wahrhaft erlösende Gedanke plötzlich durch den Kopf und das undurchdringliche Dunkel wird von himmlischer Klarheit erfüllt. Das Problem, um welches so viel menschlicher Scharfsinn unnütz verschwendet worden, fällt wie auf einen Schlag in ein Nichts zusammen. . . ~ : 'MV iZ'nr» i-r-rr siirrr. Tod und Verdämmniß -— im Gegensätze zu allen Lebenden, die bisher um Auskunft ' angegangen worden — melden sich zu.- Worte, und

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