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Der Israelit · 1902-10-09 · Heft 81 (9.10.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 81 (9.10.1902)
Date
1902-10-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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f 1708 Mannes Ausdrück. Er betonte die ersprießliche Thätigkeit, die der Verstorbene als Magistratsrath, sowie auch als Vorsitzender des Sühneamts in hiesiger Stadt entfaltete. Diese' Wirksamkeit und das leutselige Wesen haben ihm ein bleibendes Andenken in hiesiger Stadt gesichert. Auch in der hiesigen Kultusgemeinde wird das Wirken dieses Mannes unvergessen bleiben. ... . . S. Eydtkuhnen, 6. Qkt. Das Telegramm des Kaisers vom 23. September nach Wystiten lautet wie folgt: An den Vorstand der jüdischen Gemeinde .Wystiten (Wistincz). Mir gereicht es zur großen Freude, zu hören den Dank der Unterthanen Sr. Maj. des Kaisers Nicolaus aus der Stadt Wystiten, die nach dem schweren Brandunglücke des vorigen Jahres neu zu entstehen begriffen ist. Unter dem Danke für das mir gesandte Begrüßungstelegramm schließe ich mit den besten Wünschen für das fernere Wohlergehen der Stadt. gez. Wilhelm I. R. Petersburg, 5 Okt. Wie erst jetzt amtlich Lekanntgegeben wird, hat der Finanzminister bereits am 25. August die Einfuhr von Aktien und Jnterimsscheinen der Jüdischen Kolonialbant in London (The Jewish Colonial Trust) verboten. Die Aktien dieser Bank haben in Russisch-Polen unter den Zionisten , große Verbreitung gefunden. In Lodz allein sollen für 100,000 Rbl., in der Umgegend von Lodz für mehr als 50,000 Rbl. Aktien verkauft worden sein. Das Verbot ist die erste Anwendung einer kurz vorher erlassenen Bestimmung, die dem Finanzminister das Recht einräumt, nach Uebereinkunft mit dem Minister des Aeußern diejenigen Aktien und Obligationen zu verbieten, deren Einfuhr den Staatsinteressen zuwiderläuft. Vermischtes In Lengnau ln der Schweiz hat die jüdische Gemeinde einer Volksversammlung, in der über einen Bahnbau beschlossen werden sollte, die Synagoge zur Verfügung gestellt, in der dann auch die Versammlung stattfand. Oberdorf, im Ries. (Absichtlich verspätet.) Der Anfang des ernsten Mul hat uns einen Verlust, gebracht, dessen Größe nicht nur für die Kinder und sonstigen Verwandten, nicht bloß für die Gemeinde, sondern auch für die gesetzestreuen Jehudim um so schmerzlicher ist, als die Zahl der letzteren in unserem engeren Vaterlande leider eine sehr kleine ist. JWV1’ YTTQ ntS>0 TTI Moses Falk starb unerwartet schnell in der Frühe des 2. Elul an einem Herzleiden, im 61. Lebensjahre. Sowohl von väterlicher als mütterlicher Seite entstammte er einer Familie, deren Haus als Qhel Thauroh weithin bekannt war. Geboren zu Braunsbach O./A. Künzelsau, wuchs er auf al Birke ha thauroh und widmete sich dem Stande eines Sofer, zu welchem Zwecke er bei dem bekannten Goldschmidt zu Heidingsfeld in die Lehre trat. Mit bestem Erfolge verbrachte er seine Lehrzeit; denn abgesehen von seinen Leistungen als Sofer, war er während derselben bemüht, seine Kenntnisse bethaurosenu hakedauschoh unablässig zu erweitern. Später bekleidete er in einigen Gemeinden des württemb. Franken die Stelle eines Religionslehrers und Schochet; daneben betrieb er das Geschäft eines Sofer. Da aber das letztere in einer merkwürdigen Anspruchslosigkeit befleißigt, keine Familie zu ernähren vermag, widmete sich vwn pnx dem kaufmännischen Gewerbe. Aber auch dann hörte er nicht auf, rmb dw wp zu sein und das Wort: ytj' rMa 7Q2' vb kann buchstäblich auf ihn angewendet werden. Von seinem wsea urvn? kann sich nur derjenige einen Begriff machen, der ihn näher zu kennen Gelegenheit hatte. Seine Kinder erzog er gleichfalls, zu guten Jehudim. ‘ .Taaön H.. Feuilleton #§3* c »t t ’ j Me sühnt. Vv?ätzrung von I. B. (Schluß.) Esther hatte eben im Fremdenzimmer frische Gar-, dinen aufgesteckt, da hier ein Stabsarzt sein Quartier aufschlagen sollte. Noch hatte sie ihre Arbeit nicht vollendet, als schon Trompetenschall das Herannahen ' der Soldaten verkündete. Es herrschte ein Leben und Treiben im Städtchen, wie man es selten hier sah. Doch nur wenige Tage dauerte es, dann war wieder die alte Ruhe eingekehrt. Einzelne waren noch zurückgeblieben, und unter diesen - befand sich auch der junge Stabsarzt. Er fühlte sich so heimisch in dem freundlichen Rabbinerhause, er unterhielt sich so gerne mit dem gelehrten Manne und seiner liebreizenden Tochter, daß er seine ganze freie Zeit dort verbrachte. Der Rabbiner merkte es nicht, wie oft des jungen Mannes Blick auf den dunklen Augen Esthers ruhte, daß er beim Abschiede ihre Hand oft länger als nöthig in der seinen hielt. So waren einige Wochen vergangen, als eines Morgens der junge Arzt mit feierlicher Miene in das Zimmer des Rabbiners trat und ihn um eine Unterredung bat. -;;

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