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Der Israelit · 1902-10-06 · Heft 80 (6.10.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 80 (6.10.1902)
Date
1902-10-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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merkung des Kriminalinspektors Braun, der aussagt, daß nach seiner Kenntniß Schiller und Rauch thätig gewesen seien, um die Behörden zu unterstützen, daß aber andererseits das Ueberwachungskomitee immer contracarrirte. Nach der Verlesung des unseren Lesern, bereits bekannten Obergutachtens des Kgl. Medizinalkollegiums zu Danzig wird die Verhandlung auf Montag vertagt. - ' Berlin, 1. Okt. Wir erhalten folgende Zuschrift: „In einer Anmerkung zu dem „Rabbiner-Versammlungen einst und jetzt" betitelten Aufsatze in Nr. 78/79 Ihres Blattes wird behauptet, daß ich von einem Rabbiner über meine Bereitwilligkeit, einen den Vorsitzenden des Rabbiner-Verbandes betreffenden Artikel aufzunehmen, befragt wurde, eine Antwort in Aussicht gestellt, aber nicht ertheilt habe. Ich erkläre diese Behauptung in ihrem vollen Umfange als unwahr! Eine derartige, oder auch nur eine ähnlich lautende Anfrage ist weder von einem Rabbiner noch von anderer Seite, weder mündlich noch unmittelbar an mich oder an ein Mitglied der Redaktion meines Blattes gerichtet worden. Dr. Hirsch Hildesheimer, Herausgeber der „Jüdischen Presse." Wir muffen es unserem Korrespondenten überlassen, sich hierzu zu äußern.. Red. d. „Jsr." Hol I a n d. Amsterdam, 1. Okt. (Prof. Dr. B. I. Stokvis.) Ein. Mann von großer Bedeutung, eine Leuchte der Wissenschaft wurde plötzlich in ein besseres Jenseits abberufen. Dr. Behrend Josef Stokvis ist.in der Nacht von Sonntag auf Montag unvermuthet schnell gestorben, trotzdem er noch am selben Tage, scheinbar geheilt, seine gewöhnliche Praxis wieder ausgenommen hatte. Auf dem Gebiete der Heilkunde war Stokvis eine Berühmtheit, deren Name weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus mit Hochachtung genannt wurde. Seine Meinung wurde oft von vielen eingeholt, seine Stimme war in wissenschaftlichen Versammlungen ausschlaggebend. Er war Vorsitzender oder Vorstandsmitglied von akademischen Vereinen und besonders von vielen Wohlthätigkeitsanstalten. Das „Nieuw. Israel. Weekblad" erwähnt, daß er auch Inhaber und Offizier verschiedener hoher niederländischer Orden gewesen. Was nun im besonderen die jüdische Gemeinde in Amsterdam betrifft, so bewährte er sich dort als stets bereiten Helfer der Armen. Inmitten seiner vielfältigen Thätigkeit fand er immer noch Zeit,', sich loszureitzen, wenn es galt, für . Unglückliche einzutreten.' Auch das „Algem. Handelsblad" widmet dem . Entschlafenen einen ehrenvollen Nachruf, in welchem es ü. Ä. folgendermaßen heißt: Die Universität hat auf Halbmast geflaggt, die Vorhänge des anatomischen Instituts sind niedergelassen. Studenten stehen auf dem Platze davor, um von dem großen, unersetzlichen Schlag zu reden, den dre Amsterdamer Hochschule, insbesondere aber die medizinische Fakultät, erlitten, zu deren Vorsitzenden er'gerade die-, ses Jahr gewählt worden. Und mit der Akademie, mit der medizinischen Welt, trauert ganz Amsterdam über den Tod eines seiner besten und meistbeliebten Bürger; trauert die ganze wissenschaftliche Welt über Dr. B. I. Stokvis, des Professors in der Heilkunde und Arzneilehre. Der Verstorbene war am 16. August 1834 zu Amsterdam geboren, daselbst besuchte er auch das Gymnasium und die Universität, promovirte jedoch in Utrecht im Jahre 1866. Später studirte er noch in Paris, Wien und Prag und ließ sich bann in Amsterdam als Arzt nieder. 1874 würde er zum Professor am dortigen Athenäum ernannt und 1877 an die Universität versetzt. Berühmt war er nicht allein in der medizinischen Wissenschaft, sondern er besaß auch umfassende Kenntnisse in der pathologischen und physischen Chemie. Auf beiden Gebieten hat er Werke verfaßt, die immer wieder citirt werden, und die zum Theil grundlegend für Forschungen Anderer geworden sind. Im Jahre 1866 lenkte er die Aufmerksamkeit der gelehrten Welt auf sich durch sein Werk: „L68 cönditions pathogfiniques de l’aHmminaire, daS von der damals in Brüssel lügenden „Gesellschaft für Medizin und Naturwissenschaften" mit einer goldenen Medaille gekrönt wurde. Noch öfters.hat er auf medii zinischen Versammlungen Reden gehalten; die in weitere Kreise gedrungen sind und jetzt noch nichts von ihrer maßgebenden Bedeutung verloren haben. Auch auf dem Gebiete der tropischen Hygiene hat er sich einen Namen erworben und hier wie anderswo haben seine Arbeiten ihren Werth noch nicht eingebüßt. Unter seinen Studenten erfreute sich Stokvis einer ganz besonderen Hochachtung und bei allen, die ihm näher kannten, war er wegen seiner Freundlichkeit beliebt. Während seines ganzen Lebens war er den. Worten treugeblieben, die er gesprochen, als er feine Professur antrat: „Wenn die Wissenschaft und die Kunst an der Grenze ihres Könnens angelangt sind, dann müssen wir diesen Mangel durch echte, wahre Menschenliebe zu ersetzen, nicht zu verdecken suchen. Stellt die Wissenschaft schon hohe Anforderungen an uns, so stellt sie nicht minder die Liebe zu den: Nächsten."; Gkogau, 28. Sept. (Penfiönrtüng des Her tn: K an to rFr L n k e l.) Am.Freitag,' 19[. d. Mts:, versammeltest sich im Gemeinde-Sitzungszin^- mer die Mtglieder des Vorstandes und der Repräsentanz der hiesigen Synagogengemeinde, üm Herrn Käntor Fränlel, der 31 Jahre im Dienste der Gemeinde als erster Kantor und Religionslehrer gestanden und nunmehr auf seinen Antrag pensionirt worden ist, zu

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