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Der Israelit · 1902-10-06 · Heft 80 (6.10.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 80 (6.10.1902)
Date
1902-10-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1691 Mark genehmigt/ uns aber dabei gleichzeitig die Auflage gemacht, .für seinerzeitige Refundirung des Gesammtbetrages Sorge zu tragen." Wenn nun auch der Abschluß der Rechnung sich als günstig darstellt, so fühlen wir uns doch veranlaßt, um das fernere Wohlwollen unserer Gönner höflichst zu bitten, da wir dem Aufträge der Kgl. Kreisregierung Nachkommen müssen und auch die für die/ zweckdienliche Herrichtung des erworbenen Platzes noth-' wendigen Kosten zu beschaffen find. Im vorigen Jahre haben die sämmtlichen Zöglinge des dritten Kurses die Schlußprüfung an unserer Anstalt erfolgreich bestanden. Dieselben waren in Folge dessen berechtigt, in der isr. Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg Aufnahme zu finden. Diese wurde ihnen auch zu Beginn des gegenwärtigen Schuljahres gewährt. Auch aus dem zweiten Kurse traten am Schlüsse des vorigen Schuljahres zwei Schüler aus. Der eine fand in der Bildungsanstalt für jüd. Lehrer in Hannover Aufnahme, der andere trat auf diesseitige Veranlassung zum Geschäfte über, während ein Schüler des ersten Kurses in eine staatliche Präparandie seines Heimathortes ausgenommen wurde. Die Aufnahmsprüfung dahier fand am 14. Oktober v. I. statt. Bon den acht neueingetretenen Knaben konnten dem Prüfungsresultate entsprechend nur sechs sogleich, die übrigen zwei aber erst nach der üblichen Probezeit als ordentliche Schüler in der Anstalt verbleiben. Somit befanden sich mit Beginn dieses Schuljahres im ersten und zweiten Kurs je 13 und im dritten sieben Präparanden. Bon denselben ist ein Schüler des zweiten Kurses am Ende des ersten Quartals, zwei des ersten Kurses am Ende des zweiten Quartals ausgetreten, um sich einem Geschäfte zu widmen. Dagegen traten zu Anfang des Sommersemesters fünf Schüler als Hospitanten in den ersten Kurs ein. Ungar n. Aus Ungarn, im Elul. Dieser Tage war in Joka eine Rabbinerwahl, in welcher Herr Benczion S n y d e r s einstimmig zum Rabbiner der dortigen Gemeinde gewählt wurde. Wenn schon eine mit Acclamtion erfolgte Wahl allein beredtes Zeugniß von dem guten Ruf ablegt, der dem . jungen Kandidaten vorauseilte, so sind andererseits sein Studien- und Erziehungsgang nur dazu angethan, ihm eine Ehrenstellung unter den jungen Rabbinern Ungarns einzuräumen. Herr Rabbiner Snyders ist zu Raab, als Sohn des hervorragenden Rabbiners, Herrn Jacob Snyders, ' geboren. Schon als Kind zeichnete ihn außergewöhnliche Begabung aus. Mit einer bewunderswerthen Fassungskraft verband er einen immensen Fleiß und so kam es denn, daß der dem Jünglingsalter kaum entwachsene junge Mann schon von sich reden machte. Man bewunderte seine große Belesenheit auf jedem Zweige des tälmudischen Schriftthums. man staunte über seinen Scharfsinn und man ergötzte sich an seinem klaren, logischen Denken. Ausgerüstet mit reichem Wissen, bezog Herr Benczion Snyders später die Jeschiba zu Preßburg. woselbst er sehr bald zu den ersten der dortigen Bachurim zählte. Dort, in Preßburg, fand sich aber auch Gelegenheit, noch eine andere Seite seines Könnens zu entfalten und zur vollsten Blüthe zu bringen.. Es ist dies nämlich das Vermögen, populäre Vorträge zu halten, ein Vermögen, das nicht jedem Gelehrten eigen ist. Ein Charif ist nicht immer ein guter Maggid, und es gehört Talent und ernste Arbeit dazu, tiefe Gedanken so darzustellen, daß sie sich auch dem Anschauungs kreise eines großen Publikums anpasscn. Dieses Vermögen, worin der Vater unseres jungen Rabbiners Meister der ungarischen Kanzelredncr genannt werden kann, wodurch er so endlos viel Segen in seiner Gemeinde verbreitet und die Liebe und Verehrung seiner Gemeindemitglieder erworben, scheint sich auf den Sohn zu übertragen. In den Vereinen, die die Pflege und Uebung des Maggidus zum Ziele haben, erfreute er sich eines guten Rufes. Man hörte Herrn Benczion Snyders gern, wohl wissend, daß neue Gedanken zu Gehör kommen und geistvolle Auseinandersetzungen entfaltet werden. Sollen wir nun auch seinen Standpunkt rücksichtlich der Jirah skizziren, so braucht nur erwähnt zu werden, daß sein ganzes Leben und vor allem die Wahl seines Lebensberufes das „Leschem-Schomajim" zum Ziele hat. Wir beglückwünschen die Gemeinde Joka in der festen Ueberzeugung, daß ihr Rabbiner eine segensreiche Thätigkeit entfalten wird. Fr ä n! k i ch. : Paris, 30. Sept. Zola ist todt, unser Zola' ist tobt! Wir dürfen wohl sagen: unser Zola, denn dieser glänzende Schriftsteller, dessen Name in den Annalen der Litteräturgeschichte unsterblich bleiben wird, hat den riesenhaften Muth besessen, mitten in einer Unmenge von Vorurtheilen, Verleumdungen und Fälschungen die Sache der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu ergreifen und ihr seine ganze Kraft und seine ganze Zeit zu widmen. Er, dessen Name und dessen Talent nicht nur sein Vaterland, sondern die ganze Menschheit ehrt, hat in der Hitze des Gefechts die Jugend, die französische Jugend, an ihre heilige Pflicht ermahnt, sie an ihre glorreiche Vergangenheit erinnert und sie flehentlich gebeten, sich nicht von wilden antisemitischen Demagogen verleiten zu lassen. Er,' dessen Leben eine Kette von Wahrheit und Arbeit gewesen, er ist seinen Idealen bis zum letzten Athemzuge treu

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