Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1902)
- Date
- 1902-09-30
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Gebrauch Brünings: Compendium antiq. Graec. S 226.) - 138. Er is e Kol-boo. Kol-boo (Alles darin) ist der Titel eines Buches, welches für alle Tage im Jahre und für alle Fälle im Leben die relig. Vorschriften enthält. Also: er ist eine Encyklopädie, ein Mensch, bei dem alles zu finden ist, ein Allgenie. 163. E verschütt'te B'som-Büchs'. —168. Er geht oose—schalem. —173. Er kann mit eintaane. (Schluß folgt.) r-etMrrgsnachrtchte» urw Esrrefporwenzen. Deutschland. Berlin, 24. Sept. Vor einigen Tagen ist der Berliner Thierschutz-Kalender erschienen, den der Geschästsleiter des Berliner Thierschutz-Vereins, Hermann Stenz, in Hundertlausenden von Exemplaren nach allen Richtungen der Windrose versendet.- Derselbe enthält nichts, was von spezifisch jüdischem Interesse wäre. Es ward jedoch gleichzeitig mit dem Kalender ein Flugblatt versandt, das den Titel führt: „Die in Deutschland noch ü b l i ch e T h i e r q u ä l e - rei." „Aufforderung zum Beitritt in den Berliner Thierschutzverein." Unter den Gräueln beim Schlachten wird hier auch das Schächten angeführt und alle die längst von Hunderten der ersten Gelehrten und Fachmännern widerlegten Bedenken gegen das jüdische Schlachtverfahren wiederholt. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß Juden keinem Vereine beitreten werden, der solche judenfeindliche Tendenzen vertritt und zu vertreten sucht. Hans Bering er, der bisherige Spiritus rector des Berliner Thierschutzvereins und der ganzen Agitation gegen das Schächten in Deutschland, ist dieses Jahr gestorben. Seine Unverfrorenheit, mit der er Juden.zur Agitation gegen das religionsgesetzlich vorgeschriebene jüdische Schlachtverfahren ausforderte, ist an dieser Stelle seiner Zeit eingehend gewürdigt worden. Herr Stenz scheint auch nach dieser Seite hin der würdige Nachfolger seines Vorgängers zu sein. Damit ist uns Juden unsere Stellung zum Berliner Thierschutz-Verein vorgezeichnet und der Wechsel in der Leitung wird daran nichts ändern. Vielleicht empfiehlt es sich aber, wenn jüdische Empfänger derartiger Agitationsschriften dieselben an ihren Absender zurückschicken und ihrer Entrüstung über dieses Vorgehen rückhaltlos Ausdruck geben. Man muß doch die Juden, die auf diesen Gimpelfang rcinfallen sollen, für beschränkte, charakterlose Menschen hallen, wenn man nur voraussetzt, sie würden einem Verein beitreten, der mit Volldampf darauf hinarbeitet, die Juden durch Entziehung eines der unentbehrlichsten Mittel das Dasein unmöglich zu machen! Also nicht in den Papierkorb, sondern zurück an den Absender, mit einigen saftigen Bemerkungen, die den Agitatoren die Lust benehmen, Juden weiterhin für ihre judenfeindlichen Machenschaften zu gewinnen.- Liömgsberg i. P., 15. Septi Im „Verein jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Königsberg i. P." hielt am 4. September c. Herr Kantor Wolfs einen Vortrag über „Das biblische Wunder im Religionsunterricht." Referent beleuchtete Gründe, welche eine besondere Stellungnahme des jüdischen Lehrers zu dieser Frage nothwendig machten. / An den interessanten Vortrag schloß' sich eine ausgedehnte Debatte. ... Die Versammlung ist im Ganzen mit den Ausführungen des Redners einverstanden. Regeln für. die Behandlung und das pädagogische Verhalten des . Lehrers im Einzelnen fcstzustellen, hielt die Versammlung nicht für zweckmäßig. Es wurde betont, daß alles. dabei der Gewissenhaftigkeit und dem Takt des Lehrers wie der Gelegenheit der Stunde überlassen bleiben müsse., .;* Die Versammlung nahm dann noch unter ihren Mitgliedern eine Dertheilung von Jugendschriften aus der Schul-Bibliothek der Königsberger Synagogen-. Gemeinde zur kritischen Beurtheilung vor, die bei jedem einzelnen Buche von fünf Mitgliedern zunächst schriftlich,— nach einem von Herrn Waisenhaus-Inspektor Peritz dafür entworfenen Fragebogen — und dann zur, endgiltigen Beschlußfassung in der Versammlung mündlich erfolgte. Die Resultate dieser Untersuchungen werden in späteren Protokollen veröffentlicht werden. Die nächste Vereinssitzung ist für Ende Oktober in Aussicht genommen. Den Vortrag des Abends hat Herr Lehrer Sandler übernommen, der über den „hebräischen Unterricht auf der Unterstufe", sprechen wird. : , V .V E n g l a ad. .. , London, im Sept. Viel besprochen wird in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen ein im Sepiemberheft von „Pearsons Magazine" erschienener Aufsatz, dessen Verfasser, Arthur Smedley Greene, unter der Ueberschrift „Sollen die Christen das heilige Land kaufen?" thatfächlich einen modernen Kreuzzug vorschlagt,, um Palästina für die Christenheit zu erwerben. Er hat bereits Schritte zur Verwirklichung seines Planes gethan und äußert sich darüber wie folgt: „Mein Vorschlag geht dahin, einen neuenKreüzzug zu beginnen, der in Uebereinstimmung mit den Lehren des Stifters der christlichen Religion , und/mit' S unserer modernen Auffassung vom Recht ist. Es soll, ein Kreuzzug.des Geldes sein, und alle christlichen Völ-/