Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1902)
- Date
- 1902-09-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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1652 bei einer nS>a jna woran auch die Herren Rev. Jacobs und Levysohn, der geschickte Mohel, wie auch manche andere gute Jehudim Theil nahmen. Auf allgemeinen Wunsch sprach Herr Kohn-Zedek bei Tische in seiner Weise passende, inhaltreiche Diore Thora, knüpfte, gleichzeitig auch gediegene Worte über die Wichtigkeit des Priestersegens an und geißelte jene Kohanim. welche diesen Segen verschmähen. Mögen die Worte eines gottbegeisterten Juden, der ein ato nrw anpnp bv p ist, dahin wirken, daß von nun an jedem Festtage im genannten Tempel der Priestersegen gehört werde, Und so wird auch der Herr des Friedens sein auserkorenes Volk mit Frieden segnen! Cin Orthodoxer. London, 29. Sept. (Ein.Iude als Bürg e r m e i st e r.) Der heute gewählte neue Lordmayor der City von London, Sir Marcus S a m u e l, ist der zweite jüdische Lordmayor seit 1897. Damals war Sir George Faudel Phillips Lordmayor der City. Sir Marcus Samuel ist einer der ersten hiesigen Vertreter des Handels mit- Jajmn. Er ist 1863 geboren, seit 1891 Alderman. 1892 gründete er die Shell- Transport-Company, welche in 38 Tankschiffen russisches Petroleum nach Hinterindien und Ostasien verschifft und Seide, Thee und andere Erzeugnisse von dort zurückbringt.. i e tt i 11 t t o ll. iedergsfunden. Novelle von Mdolf Mtmann, . NaSbinaksMaudidak in Vperjrs. (Schluß.) Es war ein recht trauriger Herbstabend. Die Regenwolken hingen nur so in der Luft und würden gewiß schon längst ihren nassen Inhalt über die sterbende Natur geschüttet haben, wenn dies nicht ein kühler, unheimlicher Wind verhindert hätte. Auch die sonst so poetische Herbstabendsonne hatte heute ihre Abendröthe in einen gelbfarbigen Reflex verwandelt, und trotzdem es Sonntag war, bot doch das Straßenleben der Stadt 38. kein besonders reges Bild. Dieser Umstand, sowie die ganze todtromantische Natur, kam einem in einen Regenmantel gehülltenjungen Manne, der jetzt' ek-en in die Klostergasse einbog, sehr zu statten. .. Die untere Klostermauer war zwar ziemlich dem Weichbilde der Stadt entlegen und an gewöhnlichen Tagen schloß dieser Ort e inen Menschenverkehr zu dieser Stunde aus. Weil es jedoch Sonntag war, hätte ihn, wäre die Witterung günstiger, die Sorge, vielleicht beim Rendezvous gestört oder gar behindert zu werden, beunruhigt. Er hatte deßhalb auch für alle Fälle seinen Revolver zu sich genommen. Dieser düstere Abend jedoch zerstreute jede derartige Befürchtung und ließ ihn völlig gehobenen Muthes der räthselhaften Begegnung entgegen eilen.; Es war bereits halb sieben, als er sich dem Bestimmungsorte näherte. Aus der Klosterkirche drangen die Chorgesänge des Abengebetes und vermischten sich mit dem heulenden Sausen des Mndes und dem ächzenden Rauschen der abfallenden Blätter zu einer gruseligen Melodie. Trotz seines Muthes konnte er sich doch eines bangen Schauderns nicht erwehren. Er kam sich plötzlich wie ein Ritter aus einem Roman vor und ein Gelüste, umzukehren, war ihm nicht fern. Doch das Gemisch von. Humanität, Liebe und etwas Neugierde war starker,7 als dieses Gelüste, und indem er sich der Hofmauer des Klosters näherte und über die niedere Brüstung schaute, sah er mit nicht geringem Herzpochen, wie sie, die schöne Nonne, mit ungeduldiger Hast der Mauer entlang eilte und auf eine Holzbank, die sich weiter unten an der Mauer und unter dem Schatten eines Kastanienbaümes befand, zuging. . Er folgte von außen lautlos ihrem Weg. Denn es däuchte ihm besser, sie da, wo sie stehen bleibt und ihn erwartet, anzusprechen. Als sie bei dem Baume angekommen war, blieb sie l, stehen, schaute nach der Mauer hinauf und wurde seiner ansichtig. Doch sie senkte den Blick und auch er war' eine Weile in Verlegenheit. Er faßte sich jedoch wieder und sprach in zitterndem Tone: - »Auf Ihren Befehl, ehrwürdige Schwester, bin ich.;. " .... ■ - ■ - „Nennen Sie mich nicht ehrwürdige Schwester^" unterbrach sie ihn mit ernster Stimme. „Wenn,Sie Christ sind, nennen Sie mich Unwürdige; sind Sie jedoch Jude, dann-dann nennen Sie mich entweihte Glaubensgenoffin." ' „Wie, Sie sind Jü—jü—jiidin?" stammelte er außer Fassung vor Erstaunen. . -. Sie zitterte und war dem Umsinken nicht fern,; denn sie glaubte sich in diesem Moment einem zürnenden Christen gegenüber. „Und ich darf Sie wirklich lieben?" setzte er mit freudiger Ekstase hinzu. . Jetzt leuchteten auch ihre Augen in seelischer Freude auf. „O mein Gott, auch Sie sind wirklich Jude?" rief sie entzückt aus. Und ich darf und kannmich Ihnen anvertrauen!? O, um des einzigen Gottes? willen, retten Sie mich aus diesem lebendigen Grabe! Geben Sie mich meinem .Volke wieder, .oder ich muß? vergehen, vor Kummxr sterben!? , . - ■ Sie weinte und die nässen Augen glänzten so bittend zu ihm empor. -, '.; . •1üc