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Der Israelit · 1902-09-22 · Heft 76 (22.9.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 76 (22.9.1902)
Date
1902-09-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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f ty; . r . - -- - ...- [: % p. und anderer Nothleidenden sorgte, das zeigte sich anl r schönsten, als damals in Folge von Mißernten jener große Nothstand über Ostpreußen hereinbrach. Daß er den vielen Juden, die aus Rußland ausgetrieben wurden, ein treuer Berather und Helfer , war. das lag schon in seinem Amte begründet und werden sich die alteren Leser des „Israelit" seiner großen und häufigen Sammlungen zu Gunsten seiner bedrängten Glaubensgenossen noch gut erinnern können. Nebenher schuf sich RLlf durch seine wissenschaftliche Forschung einen ge- . achteten Namen. Seit einigen Jahren lebte er hier im „Ruhestande", aber noch bis in die letzten Tage schaffte er rührig,.um seinem Gebäude der Metaphysik in einem' Werke über „Wissenschaft der Gotteseinheit" das ., Schlußglied emzufügen. Ein Sohn Rülf's hat sich nach * längerer ärztlicher Praxis vor zwei Jahren als Privat- . dozent in der hiesigen philosophischen Falkultät niedergelassen, ein anderer ist Rabbiner von Braunschweig und ein dritter hat als Dr. ing. promovirt und sich als . Patentanwalt in Frankfurt niedergelassen. . RLlf, der, wie wir sahen, in jungen Jahren ein eifriger Assimilant war, flüchtete sich in seinem Alter,, als er bei dem viel unworbenen Germanenthum keine Gegenliebe fand, in den Zionismus, dem er in seiner schwärmerischen Art mit Begeisterung anbing.' Die Zionistische Bewegung verliert in ihm einen ihrer hervorragendsten und geistvollsten Vertreter. . .-i'-nn. . Düsseldorf, 16. Sept. (Grundsteinlegung.) Heute Vormittag fand in Gegenwart zahlreicher Mitglieder der israelitischen Gemeinde die feierliche Grundsteinlegung des Synagogen-Neubaues an der Kasernenstraße statt. Nach einer dem Anlasse entsprechenden Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. David verlas der Vorstand.der israelitischen Gemeinde — Herr I. Levi son die für den Grundstein bestimmte Urkunde, welche sodann gemeinsam mit den gestrigen Ausgaben hiesiger Zeitungen in den Stein verschlossen wurde. Es folgte das Einsetzen des Steines unter den üblichen Förmlichkeiten, worauf die Frier durch eine Ansprache des Rabbiners geschlossen wurde. Mehrere Chorgesänge verschönten die Feier. Dessau, 12. Sept. Der heutige „Anhalt'sche Staats-Anzeiger" enthält in' seinem, nichtamtlichen Theil folgende Korrespondenz: „Oranienbaum, 10. Sept. Das „Wochenblatt" meldet: Den Städten Wörlitz , und Oranienbaum ist ein namhaftes Geschenk zu Theil geworden. Frau Baronin von Cohn-Oppenheim hat jeder der beiden Städte 10.000 Mark geschenkt. Und zwar der Stadt Wörlitz zur Errichtung eines würdigen Kriegerdenkmals — wohin der Wunsch des Wörlitzer Krieaervereins seit Jahren gegangen ist — und zur' Schmückung des Marktplatzes mit künstlerischen Gartenanlagen. Außerdem hat die Spenderin das Kapital, welches von dem Kriegerverein für den Denkmalsfonds bereits gesammelt war und welches schon 1200 Mk. betrüg, auf 3000 Mark erhöht, indem sie 1800 Mk.dazulegte., . - Dieses Kapital wird nunmehr jedoch nicht zudem;; Denkmal verwendet, sondern als Stiftung . festgelegt,y aus deren Ertrage Wittwen und Waisen von Invaliden ' unterstützt werden sollen. Der Grundstein zum Denk-'- mal soll in diesem Jahre am 5. November — dem.Gey^? burtstage der Frau Baronin von Cohn-Oppenheim'; gelegt werden und die Einweihung des Denkmals soll y y am Geburtstage Sr. Hoheit des Herzogs, am 29. April * kommenden Jahres, stattfinden. Beides nach dem'",. Wunsche der Spenderin. Der SadtOranienbanm find y . die 10,000 Mk. zu einer Stiftung für Arme überwiesen V y : und werden am Geburtstage Sr. Hoheit des Herzogs; - - gezahlt werden.. Der Spenderin, welche ' einen . so schönen und edlen Gebrauch von ihren großen Gütern .' - zu machen versteht, wird der herzlichste Dank der.Bür»?.. , * gerschaft beider Städte gezollt und ihr Gedächtniß . wird lebendig erhalten werden." . Aus dieser Mittheilung ist wieder zu ersehen,-daß 5?... die Baronin von Cohn von ihrem großen Vermögen reichlich spendet. Ohne es zu übertreiben, darf Man behaupten, daß sie nach dem Heimgang ihres VaterS wohl 7—8 Millionen für alle möglichen Stiftungen? hergegeben. Dabei sind Dessau, Berlin, Breslau und- Wiesbaden reichlich bedacht. Doch so oft wir von neuen Zuwendungen hören, fragen wir unwillkürlich, was hat jene hochherzige Frau für jüdische / Anstalten . gethan? Wohl ist es dem Einsender bekannt, daß eine - Anzahl jüdischer Wohlthätigkeitsanstalten die Baronin von Cohn gebeten, ihnen Unterstützungen zu gewähren. , Bisher gelangte über die Gewährung der Bittenichts? in die Oefsentlichkeit. Hoffentlich erfahren wir bald, daß jene edle Frau ihre Glaubensgenossen nicht sties- . mütterlich behandelt, denn sie zeigte sich immer als treue y. Tochter ihres Volkes. 's?- - ' Kippenheim, 14. Sept. Wie alljährlich, wurde . auch dieses Jahr das Geburtsfest des Großherzogs : durch ein Festessen gefeiert, welche im Gasthaus zum „Anker" stattfand. Dabei sprach Herr Pfarrer Lor e n z in schönen Worten den Toast auf unseren Lan- , desfürsten, besonders dessen treue Pflichterfüllung und - Leutseligkeit' heryorhebend, während Herr Assistenzarzt d. R. Dr. Manes den Kaisertoast ausbrachte. Dass Festessen erfreute-sich einer regen Theilnahme aus allen s Schichten der Ortseinwohner, welche bis. in frühester Morgenstundein animirtester Stimmung beisammen blieben. Auffallend war, daß der hiesige Oberförster, ,'. Herr Fischer, die Einladung zuriickwies mit den Worten: „Ich gehe nicht in ein Lokal, wo Juden sind.? Um so merkwürdiger muß dies Benehmen erscheinen, da diese» erst vor drei Jahren hierherversetzte . Herr? durch das Spenden einer größeren Summe es durchzusehen wußte, daß sein Name mit goldenen Lettern auf

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