Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 75 (18.9.1902)
- Date
- 1902-09-18
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1593 er//■ i \ v, \i M I;- L auf Grund der Paragraphen 1 und 3 der Polizeiver-/ ordnung von 1889 zur Ausübung des Schächtergewerdes berechtigt;r /-er-\7i ' /l! n g a r n. - - Budapest, 12 Sept. (E i nst u ndi' I etz t.) Moscheh, der Gottesmann,' überlieferte allen. Menschen-: Lindern, bis zu den entferntesten Zeiten, ein gar herrliches Gebet, iy welchem der auf ' genauer Lebenserfahrung basirende Satz borkommt,/ wonach die Lebenszeit der Menschen siebzig Jahre währt. Nehmen, wir nun das biblische Wer von 70 Jahren als das Menschenalter än, so werden wir — so wir eine Rückschau halten — nicht wenig darüber erstaunen, welche' Wandlung im Städte- und im Menschenleben während des kurzen Zeitabschnittes von nur 70 Jahren bemerkbar werden. Wir beschränken Uns dabei blos auf historische Thatfächen. auf positive Daten/ sowie auf statistische Aufzeichnungen, die jedoch derart verblüffend: auf die Menschen boiT heutzutage einwirken, daß diese versucht wären, dieselben für märchenhafte. Darbietungen zu halten. .> /"• Doch kommen töfc zur Sache. Im Jahre 1831 erschien eine dem ^löbl. Pester Stadt-Magistrat" gewidmete und von diesem „für eine verdienstvolle Arbeit" gehaltene Schrift- „ LrudLä kirälyi Pest Varos&nak leiräsa' (Beschreibung der königlichen Freistadt' Pest),'von Josef v. Patachich, in ungarischer Sprache. Nachdem dieses Merkchen sowohl von den m-als auch ausländischen Zeitschriften „für gehaltvoll' Und belehrend" anerkannt' wurde, hat im Jahre 1833 der beeid. Landes- Und Gerichts-Advokat und subst. Expeditor der königl. Freistadt Pest, Carl Pastisz/ obenerwähnte Schrift in's Deutsche übertragen und mit einem Anhänge versehen. '^ Vor 70 Jahren hatte die königl. Freistadt Pest 63,134 Seelen, darunter gab's 5526 Juden, das sind beinahe 9 pCt. der Gesamnrtbevölkerüng. Die'heutige / glanzvolle Hauptnnd Residenzstadt Budapest zäbli dreivierlel Millionen Einwohner, worunter sich 170,000 Israeliten befinden. Dies entspricht einem Prozentsätze von 22 pCt., -beträgt also mehr als ein Fünftel der Bevölkerung./ - An interessanten Aufzeichnungen in diesem Buche finden loir gar Vieles. Ünter dem Titel „Kirchen" schreibt der Verfasser u. A.: /Die Juden haben int Baron Orey'schen Hause, auf der Landstraße' (fetzt Karoly-korut), in der Therisienstadt (jetzt Erzsebetvaros) zwei schöne, jüngst erbaute Synagogen, die indessen auch an anderen Orten Privat-Bethäuser haben, um ihre Andacht zu. verrichten." Schon damals gab's in Pest einen hochberühmten. jüdischen Baumeister Namens Pollak, von dem . im obigen Buche mehrmals die Rede ist. So finden wir unter den „Oefsentlichen Gebäuden" folgende Aufzeichnungen: „Das städtische Schauspielhaus (das gewesene alte Deutsche Theater' üuf dem Theaterplahe/jetzt Gizellater). das im Jahre 1808 'unter/ der ^Leitung'des Herrn. Aman auf dem 2000 Quadra iklaftergroßen Grund, auf welchem einstdie Prowenadestand/zü bauen begonnen, und 1812 vollendet würde. Der Bäü kostete 3,139,710 Gulden B.-Z) <Bankzettcl)ÄDitr Tanz- und Speisesaal- und das Kaffehaus istÄ unter der Leitung des Baumeisters Pollack, der in denn früheren Plan einige Veränderungen getroffen hat//diefts Jahr (1832) vollendet worden^ . - - - Unter den „Privat-Gebaüden"finden wii!^/.Das Betreffs der durch PolläEaüsge^ührten/'WM-/von/. denen wir weiter oben Erwähnung gethan./enthäfi das Patiß'sche Buch diefolgendl? BeschreiblMg: ''^Pon Seiten der Stadt ist soeben am Donauüfer init großem. Kostenaufwand, ein Tanzsaal erbaut wotdech/ Hssen innere Länge 16, dessen Breite. 9 Klaster mißt/ iM der mit den schönsten diesir. Art / m ' Eikropa /We^ieisern kann. ' Im Innern des Makes/herrscht simHxüM/ lind ein Aufwand, die - im' höchsten Grade' luxütlMW - nannt werden können,- Der Saak.'fatztIu.'^W^MH sonen und wird' sammt'der'Credenz und dem.klerüeren Saale mit 18 enormen sind'herrlichen 2500 Kerzen brennen, erleuchtet/" / -/Dieser.'.Saal/' -Hü'rdaher /eine Sehenswürdigkeit und machte/ semech'Irbauer, .dem jüdischen Baükünstler Pollack, alle Ehre, Leider brannte das Theater und mit demselben'/'/auch der Tanzsaal bis auf den Grund nieder. Jetzt Mtndet sich' an dessen Stelle das, monumentale. Redoutengebäude au s dem Bigadotor,' dessen Saal ebenfalls- 4000 Personen.faßt,/. .. /D///Ä, ..; .Uüter' den „Friedhöfen" wird besönders/iherüorgehoben, das „auch die Juden einen mitMaüe'rnKchgebe^ neu Friedhof'unweit der'/ Pulver-Magazine//hähem" Auf demselben wird schon seit dreißig Jahreti'Nicht be-. graben und. wird derselbe, in' zwei bis''dies reiis gänzlich, aufgelassen.' Die daselbst / sich noch' vörsindenden Gebeine werden sorgfältig ausgegraben Und auf dem neuen Centralfriedhofe isr. Abtheilung'auf's ' Neue rituell beerdigt. Es haben schon Erhumirungen im großen Style stattgefünden und werden diese' ' ununterbrochen fortgesetzt. Dieselben werden ünter Äufsicht des hauptstädtischen Oberphysikus durch die Organe der Pester Chewra Kadischa auf das Gewissenhaf- .teste, und den Vorschriften des isr. Ritus entsprechend, durchgeführt. (Wir hoffen, daß die Chewra Kadischa^ vorher alle möglichen Schritte bei den Behörden gethan hat, um eine Ausgrabung der/Gebeinezu vermeiden. Red.)'"-.-///./ / . /'//";;'':/b.//.: '-/:' In der Rubrik „Handel" ' findet sich/Folgendes vor: „Zu Pest sind: 94. Christliche undisraelitische