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Der Israelit · 1902-09-18 · Heft 75 (18.9.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 75 (18.9.1902)
Date
1902-09-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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die Loge eine jüdische Loge ist, geht für denjenigen Leser, der nicht weiß, was U. O. B. B. bedeutet, und deren gibt.es bei dem Blatte recht viele, aus dem ganzen Bericht bemerkenswerther Weise nicht hervor. Auch wird über die Einweihungsfeierlichkeit selbst mit drei Worten hinweggegangen. 0 sancta assimilalio! Aschaffenburg, 14. Sept. Dem ersten Jahresbericht über die „Bamberger'sche israelitische Knaben- Erziehungs- und Unterrichts-Anstalt" dahier, für das Schuljahr 1901/02 entnehmen wir: Mit Entschließung der hohen Königl. Negierung von Unterfranken und Aschaffenburg Nr. 18 370 vom 31. August 1901 wurde den Herausgebern des gegenwärtigen Jahresberichtes die Genehmigung zur Errichtung eines israelitischen Erziehungs- und Unterrichts-Instituts ertheilt. Die Anstalt umfaßt: 1. eine Jnstitutsschule für Knaben mit fak. Unterrichte in Latein, Französisch und Zeichnen; 2. eine Arbeits- und Nachhilfeschule für Schüler der Mittelschulen; 3. ein Pensionat für Schüler des Gymnasiums, der Realschule und unserer Schule. Dem Unterricht in der Jnstitutsschule liegt der von der Königl. Regierung genehmigte Lehrplan -zu Grunde, der durch das Direktorat zu beziehen ist. Pensionat und Jnstitutsschule wurden am 18. September eröffnet. Das Pensionat hatte im verflossenen Schuljahre 12 Zöglinge, die Schule wurde von 21 Knaben besucht, darunter 3 katholischen Bekenntnisses. Letztere mußten jedoch am 16. Dezember wieder entlassen werden, da auf Antrag der Stadtschul- Kommission Aschaffenburg die Königl. Regierung mit Entschließung von 13. Dezember vor. Js. Nr. 26801 verfügte, daß nur Schüler jüdischer Eonfession der Anstalt angehoren dürften. Das Schuljahr begann am 18. September. Kurz nach der Eröffnung der Schule zeigte sich das Vedürfniß, die Ausländer — Abtheilung B — gesondert zu unterrichten. Der Unterricht in dieser Abtheilung wurde Herrn S. K u t t n e r übertragen. Für die Zöglinge des Internats wurde mit Beginn des Sommersemesters Unterricht, in Gesang eiugeführt. Auf Ansuchen nahm Herr Königl. Landgerichtsarzt Med.-Rath Dr. Roth, dahier am 13. Januar eine Besichtigung unserer. Jnstitutsräume vor und sprach sich bei dieser Gelegenheit über die hygienischen und sanitären Verhältnisse der Anstalt anerkennend aus. Der Gesundheitszustand der Zöglinge war ein durchaus befriedigender. Abgesehen von kleinen Unpäßlichkeiten kam keine Erkrankung vor. Außer den täglichen Spaziergängen wurden mit den Zöglingen des Internates im Winterhalbjahre mehrere Nachmittags- Ausflüge, am 1. Juni mit den Zöglingen des Internates und der Schule ein Ausflug nach dem Melibokus unternommen. Bei dem täglichen Gottesdienste der Anstalt fungiren an den Wochentagen abwechselnd die Zöglinge, an Sabbaten und Festtagen . die Herren; Lehrer K u t tuer und G u t m a n n. Allsabbatlich vor dem Minchagebet hält einer der Direktoren.einen Vortrag. ethischen oder religiösen Inhaltes. Für die Zöglinge des Internats und der Schule wurde .eine Schülerbiblioihek errichtet und umfaßt dieselbe zur."Zeit . 100 Bände. Aus derselben wurden den Zöglingen, ihren Altersstufen entsprechende ’ Bücher entliehen. Außerdem wurden für , die Schüler die Jugendzeit-, schriften „Der gute Kamerad" und „Das Bayerlandgehalten. Das Schuljahr 1902/03 begann am 1<?. September. Anmeldungen können für das Internat schriftlich eingereicht werden. Rostock i. M., 18. Sept. Die hiesige israelitische Gemeinde, die bisher kein eigenes. Gotteshaus besessen hatte, beging heute die Einweihung ihrer neuerbauten Synagoge.. Das Gotteshaus liegt inmitten-.eines schönen Gartens auf einem. Grundstücke in der Augustenstraße in der Steinthorvorstadt und ist zum' größten Theile eine Stiftung, des verstorbenen Kauf-, manns Meyer Gimpel. Eine Gedenktafel im Innern verzeichnet mit goldenen Lettern hierüber Fol- ' gendes: „Dem edlen Stifter ihres Gotteshauses, dem Kaufmann Meyer Gimpel, geb. am 8, November 1834 zu Fürstenberg, gest. am 24. Juli 1897 zu Rostock, in Dankbarkeit die israelitische Gemeinde zu Rostock. September 1902." Die Synagoge ist nach den Plänen des Professors und Architekten Lev y - Karlsruhe her< gestellt und unter Leitung der hiesigen Architekten Krause und K o r f f ausgeführt. Das Gebäude ist im romanischen Vacksteinbau mit einzelnen farbiggetönten Stützflächen gehalten und gewährt in seinem Innern einen herrlichen Anblick. Verschiedene Fenster des Gotteshauses und Einrichtungsgegenstande sind von Mitgliedern der hiesigen israelitischen Gemeinde gestiftet. Die Einweihungsfeier gestaltete sich zu einem erhebenden Akte für die hiesige israelitische Gemeinde. R um a n i e n. .Bukarest, 14. Sept. (Das Regl e m e nt zum G e w e r b e g e s e tz.) Das soeben erschienene Reglement zum neuen Gewerbegesetz zeigt zwar das Bestreben, die national-exclusivistische Tendenz des letzteren zu mildern, hat demselben aber doch keine'mit dem Wesen der bestehenden Handelsverträge harmonirende Form zu geben vermocht. So ist zwar für Untertbanen solcher Staaten, die mit Rumänien in einem die' gewerbliche Gleichberechtigung de: beiderseitigen Staatsangehörigen garantirenden Bertragsverhältnisse sieben, die Ausübung des Gewerbes in Rumänien, nur aN die Erfüllung der auch für die rumänischen. Handwerker vorgeschriebenen Bedingungen geknüpft. Mit dieser auf den Reziprozitätsgrundsatz der Handelsverträge sich stützenden Bestimmung des Reglements will es aber gar

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