Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-09-15 · Heft 74 (15.9.1902) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 74 (15.9.1902)
Date
1902-09-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449864--56677-2519359
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

lösen sich diese Hamburger Juden von dem portugiesische» Protektorate los. das mit den Altonaern geschloffene Schutzbündniß tritt in Kraft. Von oiesen waren 1657 etwa 36 Familien vor den Schweden nach Hamburg geflüchtet und hatten hier festen Fuß gefaßt. Darauf entwickelt sich die Altonaer Gemeinde in Hamburg. Daneben entsteht eine Filiale der Wandsbeker- Gemeinde, deren ältester Schutzbrief aus dem Jahre 1671 stammt und die 1688 die Erlaubniß erhält, Inden an anderen Orten in ihren Schutzverband auszunehmen. Ein Beschluß der Bürgerschaft 1644, die deutschen Juden auszutreiben, kommt nicht zur Ausführung. 1697 wird ihnen die Abhaltung des Gottesdienstes gestattet. Das Reglement der Judenschaft in, Hamburg 1710 regelt für länger als ein Jahrhundert' ihre staatsbürgerlichen Verhältnisse. Die innere Geschichte der deutschen Inden, etwa zwischen 1646—1700, schildern uns die Memoiren der „Glücke! von Hameln." Was diese Memoiren für das 17. Jahrhundert, bedeutet die Autobiographie Jakob Emdens (geb. 1697 in Altona) für das 18. Jahrhundert. Von größter Tragweite war bekanntlich der Streit zwischen Emden und Eibenschütz. Die Akten über diesen Streit sind noch in voller Ausführlichkeit in den Staatsarchiven zu Hamburg und. Schleswig erhalten. Außer diesem Streit sind aus dem 18. Jahrhundert noch zu erwähnen: ein judenseindlicher Tumult aus dem Jahre 1730, ferner eine Kipper- und Wipper-Beschuldigung (1736), überdicuns eine jüdisch-deutsche Reichschronik berichtet,' und Streitigkeiten zwischen Hamburg und Dänemark über die Jurisdiktion des Altonaer Rabbiners bis zum Lübecker Frieden. Wichtiges Material liefern die Grabschristen, deren Herausgabe zum größten Theil bereits vorbereitet ist, sowie die Gemeindestatuten, welche in kurzem veröffentlicht werden sollen. / „Palästin a-Wein." Diejenigen Sektionen des Kongresses die sich besonders für die Entwickelung Palästinas interessiren. waren eingeladen worden, sich das große Lager von Palästina-Weinen anzusehen, das seit 1899 von der „Soci6t6 de Vins „Elijadah" auf Steinwärder im Hamburger Freihafengebiet eingerichtet ist. - ' Palästina, einst ein sehr weinreiches Land, lag bekanntlich viele Jahrhunderte hindurch in Folge der Mißwirthschaft ,der Türken verödet. Erst in neuerer Zeit ist dort wieder mit großen Mitteln und allen Er- - fahrungen und technischen.'Hilfsmitteln der modernen 7 Wissenschaft eine neue, jetzt .bereits recht. umfangreiche - . Weinkultur in's Leben gerufen. Exst pflanzte man die - ^einheimischen, arabischen Reben' an. aber, der Saft der- .,, seiben sagte dem .MropäischenPeschmacke. nicht. zu. Dann begann man, französische und spanische Weinsorten zu akklimatisiren, und man wählte verständiger¬ 1568 weise dazu die besten Qualitäten. - So wurden, um bordeauxartige Weine zu erzielen, die besten Gewächse des Medoc, unter anderen Reben aus dem Hause Rothschild gehörigen, weltberühmten Weinbergen des Chateau Lafite, importirt. Um süße Weine zu produziren. pflanzte man Alicante-Reben, und weiße Weine werden jetzt dort hergestellt ans akklimatisirten Bordeaux- Reben, besonders aus dem Distrikt der Hautes Sauternes. Zu der zweckmäßigsten Auswahl der Reben kam eine entsprechende Behandlung des Bodens und durch geeignete Düngung führte man demselben diejenigen Stoffe zu, welche ihm fehlten. .Die Kolonisten hatten das Glück, europäische Kapitalisten für sich zu interessiren und so entstanden große Kellereien, ausgerüstet mit allen Errungenschaften der modernen Technik. Tüchtige Fachmänner aus den französischen Weingebieten wurden an die Spitze dieser Kellereien gestellt und gelangten nach jahrelangen Studien und Versuchen dahin, eine Methode für die Behandlung und Kelterung des Weines festzustellen, welche der Eigenart der Rebe und den Bedingungen des heißen Klimas in gleicher Weise - gerecht wird. So krönte der Erfolg das mühsame Werk von Jahrzehnten und der Wein, der aus diesen Keltereien hervorgeht, entspricht den beliebten französischen und spanischen Weinsorten, aus deren Reben er gekeltert wird. Seit einer Reihe von Jahren haben die'Weine Palästinas in Syrien und Egypten einen stetig steigenden Absatz gefunden: Jnfolge der bedeutend vergrößerten Produktion sind die Weinbauern bestrebt, auch den europäischen Markt zu gewinnen und haben zu diesem Zwecke vereinigt den Verkauf der „Soci6t6 d'Exportation de Vins „Eliadah" übertragen. Die Gesellschaft hat im Frühjahr 1899 im Hamburger Freihafengebiet ein großes Lager errichtet und hält dort unter fachge- . mäßer Pflege ständig 8000 bis 10,000 Oxhost der verschiedenen Qualitäten auf Lager. Der Erfolg des neuen Unternehmens hat die Erwartungen übertroffen. Trotz der Kürze der Zeit hat der Palästinawein unter den sachverständigen Konsumenten eine große Zahl * von Freunden gefunden. ' Die zahlreiche Gesellschaft, die sich heute mittag eingefunden hatte, nahm mit sehr großem Interesse unter sachkundiger Führung die großen Läger in Augenschein und probierte hinterher bei einem von dem Privatkochinsttut Hirsche! (Heinr. Barthstr. 7) hergerichteten exquisiten Frühstück die verschiedenen Weinsorten. Allgemein lobte man die feinen Qualitäten der Weine. - - Während des Mahles ergriff Herr B a m b ns das Wort, um den Gästen für ihr Erscheinen zu danken und eine kurze Uebersicht über den Ursprung und den Geschäftsumsang der „Eliadah*' zu geben. Geistvoll toastete Herr Prof. L e h m a n n - Heidelberg auf die Wahrheit, die im Weine liegt, und auf die „Eliadah*..

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.