Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 74 (15.9.1902)
- Date
- 1902-09-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1566 Die nächsten ' Tag anlängende Post brachte für Honig eine angenehme lleberraschung. Sie brachte einen mit fünf Siegeln geschloffenen Geldbrief, der die runde Summe von 6000 Gulden enthielt. Piesen sandte dieses Geld mit der Bitte, den von ihm ausgestellten Wechsel damit einzulösen und von jeder Verfolgung abzustehen. .; :: y =;/■ •.•••, , - So sehr sich Honig auch mit diesem schon verloren geglaubten Gelde freute, das Brautpaar konnte an die Gewissenhaftigkeit Piesen's nicht recht glauben, besonders, da Martha in dem mit verstellter- Handschrift geschriebenen Briefe die Handschrift Emma's herausfand. Das edle Mädchen hatte ihr ganzes ererbte und ersparte Vermögen geopfert, um die Ehre des Einstaeliebten zu retten und für seine Sicherheit zü sorgen. Vorderhand mußte das Brautpaar diese Entdeckung geheim halten. Als sie aber auf immer miteinander verbunden waren, nachdem Martha an derselben Stelle, wo sie einstmals ihr „Nein!" ausgesprochen, ein verschämtes „Ja!" gelispelt hatte, war es ihre erste Handlung, ' dem ebelmüthigen Mädchen ihr Gut zurückzuerstatien. Ja, mehr als das, sie zwangen sie, von ihnen das zur Errichtung eines Institutes nothwendige Kapital als Darlehen anzunehmen. So hatte sie ihr Ziel, zur Selbstständigkeit zü gelangen, mit Hülfe der Freunde erreicht; mit der Zeit vernarbte auch die ihr von Piesen geschlagene Herzenswunde und. sie reichte einem frommen, geliebten Männe die Hand zum ewigen Bunde. Betti hatte diesen Freudentag ihrer geliebten Schwester noch erlebt. Einige Monate nachher aber erlag ihre zarte Gesundheit einem Typhusanfalle, den sie sich in Folge einer Erkältung zugezogen hatte. Sie starb in den treuen Armen ihrer Schwester. . Piesen hatte nichts mehr von sich hören lassen. Die edle, selbstlose Emma hatte „glühende Kohlen" auf das Haupt Desjenigen gesammelt, der sie einst schmählich verlassen hatte. ns-V von Dr. Isaak Stein—H a rb ü r g. (Bayern). .D3T\bx Ti mo brr Vwn INN N213N rvr - -Schon senken sich die trüben Schatten. ->~ri- Die schwarze Nacht bricht stürmisch an:- . . - In öder Wildniß wallt der Pilger " Auf wü ster, undurchforschter Bahn.? >- Er darf nicht rasten, darf nicht schlummern,-/^ Er kennet nicht die süßeRuh'^ - Auf Pfaden wilden Zweifels irrt et ' Bekümmert seiner Heiniath zu. Die Sehnsucht flügelt seine Schritte,, Und treibt ihn fort in schwerer Qual; Doch Niemand weiset ihm die Wege, Die leiten aus dem Jammerthal. Da hebt er seinen Blick zum Himmel ' Zur Sternenbahn im Silberschein; ' Die Sterne weisen ihm die Richtung . Und führen ihn zur Heimath ein. Auf, Israel, Du bist gerettet/ - Sobald du nach dem Himmel schaust. In allen Fährden und in Nöthen Auf Deinen Lenker stolz vertraust! *1 Wegen Raummangel vcrspatetz. Wschen-Ralendev. Freitag, 19. September, 17. Elul, - . Sabbat-Ailfang in Mainz nnd Frankfurt a. M. 6 Uhr — Min. Samstag, 20. September, 18. Elul. N12N '2 Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main 7 Uhr 20 Min. — Berlin 6 Uhr 53 Min. — München 0 Uhr 56 Min. — Hannover 7 Uhr 05 Min. — Stuttgart 7 Uhr 08 Min. — Prag 6 Uhr 45 Min. — Straßburg 7 Uhr 10 Min. — Posen 6 Ubr 41 Min. - Stettin 6 Uhr 51 Min. Der „JSraslit" «scheint w§o1i©&£Mq1i SY/efimal, osä E>©Bees?Qöags, jedSmÄ te mwdestenS tzwei Sogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Gestsllgsld. UuLland entsprechend höh». N» abonnirt gMzjährlich, hMührllch oder ölerteljährlich. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Srv SurÄlrandel vMÜshm durch S. M. SLrtus^r r, Nrhrrrg, LLossplstzZS.— Inserate 25 Pfennig die vtergespaSene KonpsremeZerle oder bereu Kaum. Preis der Zckle im Keelametherl 75 Pfennig. — Direete Franeozusendung unter Streifband pro JkhrgMg für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen Sperr., für'» Ausland 16 Mark, an die ExpedRon franco einfende». Postzeitungsliste 8788. Telephon 1035. Stellesuchenbe und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag rmd Freitag erscheinende „Kleine fätiSßQ&t tzeZ ZSeselit" vier Wochen lang gratis und frsneo erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen LuSgade" Egerr Zeit, so kann man sich für 85 Pfennige daS Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf dieselbe uni« Kr. 379Sa aboumren. Ans Wunsch Kunden wir die Zahlung deS FnserLionöbetssgS ss sntzer Stelle SestnLliche bis «sch Selemgung einer solche«. ZuhaU: (Hauptblati): Jüdische Sprichwörter und Redensarten. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen Deutschland: BerUn. Köln. Memel. Langen. Oesterreich: LLicn. Polna. 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