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Der Israelit · 1902-09-15 · Heft 74 (15.9.1902) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 74 (15.9.1902)
Date
1902-09-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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fj;. li \ k:' Möge es dem Jubilar noch vergönnt sein, vereint, mit seiner Gattin in körperlicher und geistiger Rüstigkeit noch recht lange ihren Lebensabend zu genießen, um noch weiter, wie bisher, viel Elend mildern zu können. WWeiillllgell aus den lud. Ammereille» imb sSr dieselbe«. <SLmmtliche jüd. Watt-erbettelveeeiue uno »ragen £\t Durchreisende find gebeten, unS MittheUungen her Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer THLtigteit machen, zukommen zu lassen ) Reichelsheim (Odenwald), 8. Sept. Ich warne hiermit vor einem Schwindler, der sich Meier Lindner, auch Schlome Lindner nennt und angibt, Lehrer in Frankreich gewesen zu sein. Seine.Papiere resp. Zeugnisse sind theilweise gefälscht; er ist ein Ungar, spricht jedoch gut.Deutsch, trägt eine Brille und.tritt dreist auf. Er benahm.sich hierorts so frech, daß ich polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Julius Rothschild, Lehrer. Bremen, 10. Sept. Ein gewisser Hilgo Kornfein aus Felsö Eör (Vasmegye) in Ungarn gibt an, er sei vor anderthalb Jahren in Altona getauft worden, empfinde aber Gewissensbisse und wolle zum Judenthume wieder übertreten. Namentlich quäle ihn der Gedanke, daß. seine Mutter jetzt nichts mehr von ihm wissen wolle.. Bei näherer Prüfung' dieser Angabe stellte sich beraus, daß der junge Mensch nichts weiter beabsichtigt, als auf Grund dieser Vorspiegelungen das jüdische wrvm zu erwecken und die jüdischen Hülfskassen zu brandschatzen. Es wurde ein Brief bei ihm beschlagnahmt. worin er an einen evangelischen Geistlichen schreibt, „das Leben ohne Christenthum sei kein Leben für ihn n. s. w.," er bittet den Geistlichen daher um Unterstützung. Kornfein scheint also ein gleiches-Manöver bei Juden und Christen zu führen. Bor dem Schwindler wird gewarnt.Dr. R. Fe uUUion. .; Novelle von Babette Fried—Pr a g. t8 (Fortsetz, und Schluß.) . „Dies ist im Grunde kein Wunder,", sagte Emma, „unser in Gott ruhender Vater war ein großer Talmudist. Irr Ermangelung eines Sohnes, verwendete er" seine ganze verfügbare Zeit zu unserer Ausbildung;'er wußte wohl, daß wir nach seinem Tode ganz auf unS selber angewiesen sein werden, so wollte er uns die Wege ' zu dieser mühsamen Laufbahn, so viel er ~ konnte, ebnen. * Mein Talent zur Musik ließ er ausbilden, so daß ich im Konservatorium Aufnahme fand. Jetzt leben wir von meinem Musikunterricht, während mir' Bettina die Wirtschaft führt.", V'7^ Während Emma ihre Lebensgeschichte verzählte mnd die Aufmerksamkeit der Gäste ganz auf sich lenkte, schlich sich Betti, von Allen unbemerkt, davon, um . Martha, deren langes Ausbleiben sie besorgt machte, zu rufen. Sie traf dieselbe in ihrem Zimmer am Tische sitzend und herzbrechend weinend und schluchzend. „Um Gott!, was ist Ihnen geschehen. Martha?" „Nichts, nichts, es überkam mich nur so ein Anfall, von Heimweh." 1 "' „Das finde ich begreiflich, doch kommen Sie in's Zimmer, da wird sich in unserer Gesellschaft das Heimweh bald verlieren. Hier nehmen Sie den Schwamm, waschen Sie sich die Äugen mit kaltem Wasserdamit < Emma nicht erschrickt, wenn Sie so verweint aussehen." > „Sie haben Recht, ich war kindisch, die Einsamkeit thut mir nicht gut. Kommen Sie!" '‘ Betti öffnete die. Thiire^ welche in's Wohnzimmer führte, woselbst Emma mit den beiden Herren saß. Martha erblickte im Moment Denjenigen, an den sie soeben mit unbezwinglicher Sehnsucht gedacht hatte, und: „Mein Julius!" rufend, lag sie lachend und weinend an seinem Halse.. 1 ’ 7. . : y Da trat Honig hinzu, welcher, ein stummer Zeuge 7 dieses namenlosen Glückes, dageständen war. „Und an Deinen alten Vater denkst Du mit keiner Silbe, keinem Blicke, der Dir doch selbst den Geliebten , in die Arme geführt hat?" ' '; „Papa, Du auch hier? O vergib mir alles, was ich an Dir gefehlt habe, ich will alles, alles gut machen.". - . „Natürlich, jetzt versprichst Du alles, wenn Du - Deinen Julius Hellmuth hier hast, aber wenn wir dany. fortgehen und Du wieder allein hier bleibst?"' „Das geschieht nicht. Du böser Papa, ich gebe mit Euch nach Hause, auf immer."- ' " „Und wir hier," meinte Emma lächelnd, ° „was wird aus uns?" ': :.;i ‘ : „Ihr bleibt immer unsere treuesten, besten Freunde,' . nicht wahr, Papa, nicht wahr, Julius?" . ',? . - > . Betti hatte unterdeß den Tisch gedeckt -und 7 ein gutes Nachtmahl auch für die Gäste aufgetragen.- Unterdeß wurde aus der Weinhandlnng ein Korb mit einigen Flaschen Osterwein gebracht, welchen. HLnig ', vorher bestellt hatte, und bei Becherklang wurde-die von Betti beigestellte Schale zerbrochen und ine-Verlobung . von Doktor Hellmänn und'Martha Honig'naMaltem Brauche vollzogen. ' Anderst Tages 'ttatM'dt^ijtzluSWk^Mrlffchen die ' Fahrt-nach Mi an. 7^77'^ 7'".""'.'-^'"

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