Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1902)
- Date
- 1902-09-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1536 dort nach Jerusalem sich mehrere Tage hier aufhielt, beehrte uns bei dieser Gelegenheit mit einer gediegenen Festrede und vervollkommnete hiermit diese bescheidene Feier? Demnächst wollen wir mit dem Bau der Milwe beginnen, aber leider fehlen uns.noch die nöthigen Mittel hierzu, zumal wir noch nicht den ganzen Kaufpreis für das Gebäude erlegt haben. Es wäre daher zu wünschen, wenn sich doch noch edle und wohlthätige Menschen fänden, die uns zu dieser so wichtigen Sache verhelfen. Hoffenlich wird es uns m. G. H. gelingen, alle unsere Ziele zu erreichen. ' Speech f a a l. . . Bonyhad, 5. September. In Nr. 70 des „Israelit", im Leitartikel „Eglah erufah" ging der p. Verfasser in der Auffassung des von Rasch! angeführten nn rns gewaltig irre. Hier heißt es wörtlich: im and *idö |ö'd. „Jakob hatte seinen Söhnen ein Merkzeichen überliefert; er sagte ihnen nämlich, daß er sich (mit Joseph) mit dem Abschnitte von neny nbV beschäftigte, zur Zeit, da er sich von ihm trennte.: Diese Uebersetzung des »*hö ist unrichtig. Schon die Thatsache, daß Rafchi an die Worte bv vbrr vpr> nn und sie erzählten ihm alles, was Joseph zu ihnen geredet, anknüpfend, den emo anführt, ist ein schlagender Beweis, daß das vnb “idd |ö’D. Joseph habe ihnen, seinen Brüdern, ein Merkzeichen überliefert (und nicht Jakob), bedeute. Wie er überhaupt bestrebt war, seinen Vater von der Richtigkeit dessen, daß er sein Sohn Joseph sei und seine Brüder, daß er ihr leiblicher Bruder ist, zu überzeugen. (Siehe Rasch! kremia Kap 45, V. 12: 'v 721 «2 .»jkbp nwn 02'jy ram enpn pete 02'bu inoa. Jeden Zweifel ausschlietzend, aber heißt es im 'WS& wpb' klar und deutlich: vnb ivn Nw2 ib U'lvIN von . Dül 2vA 22b POK* DK 5JDV PVV aviiv rbsj 'Ö2 «aa : ww.\ Joseph (und nicht Jacob) sprach zu seinen Brüdern: „wird euch der Vater Glauben schenken, ist's gut, wo nicht, saget ihm das Wahrzeichen, daß ich mich mit dem Abschnitte von nt>W abxf beschäftigte, als ich ihn verlassen." Dr. Rose nt h a l, Oberrabbiner. das Dekoriren und Photographiren des Synagogenchors am Schabbos sei ohne Weiteres vom Herrn Rabbiner Kahn und vom Kirchenvorsteheramt genehmigt worden, was aber keineswegs zutrifst^ indem weder der Herr Rabbiner noch die Herren Vorsteher etwas davon wußten, vielweniger gefragt worden sind. Diese, unserer Religion Hohn sprechende Handlung wurde von zuständiger Seite scharf gerügt und wäre die Sache damit abgethan gewesen, wenn nicht in dem famosen Hamburger Blatt der „illustrirte" Artikel erschienen wäre, der geeignet war, die hiesigen religiösen Anschauungen abzuschwächen und in ein schiefes Licht zu bringen. Die hiesige Gemeinde kann Wohl darauf Anspruch machen, zu den religiösen Stadtgemeinden in Württemberg und außerhalb der schwarz-rothen Grenzpfähle gezählt zu werden. (Und Orgel und Damenchor? Red.) Täglich morgens und abends gibt es Minjan in der Synagoge, es bestehen ein gut geleiteter Armenunterstützungsverein, Verein zur Speisung durchreisender Armen, Mohlthätigkeitsverein, Frauenverein, Verein für jüdische Geschichte. Talmud-Thora-Verein. in welch' letzterem sogar Herr Rabbiner Kahn allsabbatlich belehrende. gut besuchte Vorträge hält, streng rituelle' Schechita. am Schabbos und Jomtös geschlossene Metzgerläden, streng koschere Hotels und Restaurationen. Frauenbad, Lulaf und Esrog-Verein; alles Vereine, durchweht von jüdisch-religiösem Geist. Wahrlich in einer solchen Gemeinde ist es um unsere Religion noch nicht schlecht bestellt. Diese Aufklärung dürfte nach Außen ihre Wirkung nicht verfehlen und nach Innen ein Ansporn sein, religiöse Institutionen zum Wohle der Gemeinde und zur Verherrlichung Gottes immer mehr auszubreiten. F e u i l (et 0 tu Mühende Bohten. Novelle von Bsbette Fried—Prag, 17 Heilbronn a. N., 5. Elul. Auf' den in einer der jüngsten Nummern Ihrer Zeitung gebrachten Artikel mit der Ueberschrift „Aus Württemberg, eine Aberoh zieht eine andere nach sich." möchte ich zur Richtigstellung und Aufklärung der geehrten Leser des „Israelit" Folgendes erwiedern:! Wenn man den betr. Artikel durchgelesen hat, könnte man sehr leicht zu der irrigen Annahme kommen. Unfähig, seine Rührung länger zu beherrschen, reichte Honig dem Rabbiner die Hand und sprach: „Ihr Glaube soll Sie nicht betrogen haben. Ihre Handlungsweise hat mich belehrt, daß meine Tochter keinen edleren, besseren Mann als Sie bekommen kann. Nehmen Sie Martha aus der Hand eines glücklichen Vaters, und seien Sie glücklich mit ihr und machen Sie sie glücklich." „Das will ich auch, immer, stets! Und Doktor Piesen? Was darf ich für ihn hoffen?"^