Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 72 (8.9.1902)
- Date
- 1902-09-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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r 1516 i i setzten, genirte die .jüdlschenMachthaber nicht? im geringsten;' so wenig, Mls die Mt/mörasischer^ Gewalt. - höchst unmoralisch? B^änDn sKießlich?>dem Hottet - dienst ganz fern blieben und eigeneBetstübcnerrichteten. Die hundertfach wiederholten Prophezeiungen, das; die Synagogen veröden, die Andacht noch mehr abnehmen und die Synagögenthüren ganz geschloffen' wurden, ist. hundertfach in Erfüllung gegangen. Die moralisch' Hinhusgedrängten -hüben die/Reformtempel verlassen-, eigne Synagogen errichtet und über die Reform triumphirt. Wenn die Reform noch ' langer existiren sollte — im Weiterreformiren ist sie bereitsmit ihrem bischen Witz längst zu Ende gekommen -— dann kann es. soweit kommen,'. daß, wenn einer ihrer ■ _ Epigonen einmal eine' Synagoge sollte besuchen wollen,. /- er sich eine? Fremdenführers ,bedienen muß.' um die, s vergessene Gottesstätte äufzufinden^« ^7 - : Was, last not least die Reform, als eben einer . Folge ihrer Handlungen in toto. als Endresultat ge- - zeitigt hat, das zeigen uns die tausende voü Mischehen. . ' die abertausende von'Taufen, die zur HälsteAus Juden: /bestehenden Dissidenten. - '. " - Und. die Frucht aller dieser Reformen? Innerhalb - -des Judenthums ein Zerfall, eine Unwissenheit, eine? ' ' Indolenz, .eine -Apathie/-wre ihn nur/eine zcksällende --Rasse zeitigen"kann. Außerhalb des Judenthüins, ein Haß, ein Hohn, eine Verachtung, wie sie selbst im Mit- ^telalter nicht größer gewesen seinkann; Erzeugung /.eines Mittelalters Minus Folter und Todtschlags. . „Nun denn, Ihr Kinder Israels! - Wer waren Eure wahren Propheten? und, wer Eure Vaalspriester? Und wie lange wollt Ihr noch hüpfen zwischen den beiden Zweigen?" (Könige . 1, 18. 21.) Wollt Ihr noch, ferner zum Gespött der Völler werden? . Wenn nicht, wenn Ihr und Eure Kinder - nicht gänzlich im Schlamme der Selbstverachtungwaten, nicht von dem Abscheu der Feinde noch länger geächtet, nicht von den Krallen der-Assimilation zerrissen werden wollet,» wenn Ihr die Werthschätzung Eurer christlichen Mitbürger wieder erringen wollet, dann . zeigt Euch als wahre,' echte Juden, mit dem wahren, echten Väterglauben, der 2000 Jahre wie ein schirmen- -. v. der Wall auch in Roth u. Tod u. Gefahr Euch umgeben hat, .und feget hinweg diese Pseudoreform, die in kaum einem halben Jahrhundert das Judenthum zerfressen hat, wie Rost das Eisen, die es zersetzt hat wie ätzende .. Säure'und gscht ein Iota Achtung ihm erworben ' bei / allen AndersglLubigw.^-'^''^ ' . '! . Reform, die als einziges Hilfs- . .inittel, Selbstgufgeben, Selbstverleugnen. Nachäffung .*- und Rachkriechen, nach Fremden, lennt! . Fort mit einer; /VjRefotm; -.dse.. nichts eine. einzige "große That, nicht, eine ^einzige Errungenschaft'Äszuweisen hat, die das Ge- . sammtjudenthum mit Stolz heute nennen könnte. Fort! rufen wir, mit einer Reform, die nur streichen und niederreißen und nichts aüfbaueii konnte; deren Devise nur war: Aru Aru äd hajesod bo; wühlet auf, wühlet auf, bis auf den tiefsten Grund! ' Ja, wir wollen diese Pseudöreform reformiren, reformiren an Haupt und Gliedern,' wir wollen den Schutt vor den Thoren und Thüren hinwegr'äumen, den die Reform dort aufgehäuft hat." i Das sind Anschauungen, die jeder strenggläubige Jude in ihrem ganzen Umfange als die seinigen vertreten kann und wir freuen uns. daß man auch in anderen Kreisen beginnt, das Gefährliche dieser Zerstörer des Judenthumseinzusehen. - Möge die Begeisterung der Kämpfer für Zion sich mehr und. mehr mit dem Geiste rechtgläubigen Judenthums verbinden, dann, wird auch der Tag nicht .fern 'sein, an-dem die jüdische Orthodoxie mit vollem Herzen sich der zionistischen Bewegung anschließen kann- ZeLtungskachrichtenunvlLorrefponVeAzen. Deuts ch l a n d. Berlin, 1. Sept. Abschlägig beschieden hat der Oberpräsident eine Beschwerde des. Verbandes jüdischer Humanitätsvereine gegen die Aerztekanuner für Berlin- Brandenburg. Die Aerztekammer hat vor einiger Zeit angeordnet, daß ihr die ärztlichen Vertrage mit sog. Humantäts- und Sanitätsvereinen zur Durchsicht vorgelegt werden, um die allgemeine Bezahlung der ärztlichen Hilfe nach den Sätzen der Gebührenordnung zu kontrolliren bezw. wo sie bisher nicht existirte. zur Durchführung zu bringen. Auf einen Protest des Verbandes gegen diese Maßnahme ist folgender Bescheid 'eingegangen: „Auf die Vorstellung vom 23. Mai d. I. erwiedere ich dem Verbände der jüdischen HUmanitätsvereine von Berlin und den Vororten ergebenst, daß der von der Aerztekammer für die Provinz Brandenburg und den Stadtkreis in der Sitzung vom 10. Februar 1900 gefaßte und dortselbst bemängelte Beschluß die durch § 2 der kgl. Verordnung vom 25. Mai 1887 begrenzte Zuständigkeit der Aerztekammer nicht überschreitet. Im klebrigen würde die Fraget ob die Vereinbarung von Honorarsätzen, welche von der Gebührenordnung abweichen, oder ob die Weigerung, die hierüber . sprechenden Verträge vorzulegen, ein standesunwiirdiges Verhalten des betreffenden Arztes in sich schließt, nur von den berufenen, lediglich nach ihrer freien kleberzeugung. ürtheilenden Ehrengerichten zu entscheiden seiiu" ' Frankfurt a. M., 5. Sept. Den soeben erschienenen Nr. 2 der „Mittheilungen des Vereins gegen Stellenlosigkeit" in Frankfurt a. M., deren Ankunft wir stets mit großer Freude begrüßen, entnehmen wir ' folgende Correspondenz aus Amsterdam: