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Der Israelit · 1902-09-08 · Heft 72 (8.9.1902) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 72 (8.9.1902)
Date
1902-09-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gentrat-Hrgan für das orthodoLe IudenLhum. ' Begründet von . Dr. in älainf. 43» Jahrgang. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe ZudsnthuM. Montag, dett S. September SSÄL (lsivT). Ditz „MZDZWtz kostet aur mmm MÜSÜ Zionismus Reform. [i?;■• - ' .'■y/';- '. ii. - - ■ - -In einem zweiten Artikel äußert sich der zionistiscye Verfasser über die unheilvollen Folgen der Reform wie folgt: „Betrachten wir nun die Früchte der Reform, wie sie von Rabbinern veranlaßt wurde, deren Ehrgeiz groß, deren Fähigkeiten sehr gering waren, welche aber sammt und sonders glaubten, das Zeug eines Luther, - »Melanchthon und Zwingli in sich zu haben; betrachten wir weiter die Reform unwissender Synagog?nvorsteher, die den Ruhm der Unsterblichkeit ihren willfährigen Rabbinern streitig machen wollten,. in ihrer Gesammtwirkung. In den Familien völlige Vergessenheit alles dessen, was einst die sittliche Kraft des Judenv thums bedeutet hatte; Ausrottung aller Gebräuche und Vergessen aller Feste, die jedem die Weihestunden des; Familienlebens waren, Eltern und Kinder so innig verl; band. In den Religionsschulen wurde der jüdische ' — d. h.-der hebräische — Unterricht geradezu ausge- ' rottet. Unwissenheit in der eignen Geschichte, der eignen Gebete verlangten, sich sogar dieser Steuerung widert Sprache, den eignen Gesetzen und Vorschriften, kurzum, ein völliges Vergessenmachen alles dessen-, was mit Ju-' den und Judentyum, mit jüdischem Volksthum und jüdischer Religion zusammenhing, wurde geradezu als ein Triumph betrachtet. Das Sichbrüsten mit seiner Unwissenheit seines eigensten Judenthums ging (und geht sogar heute) noch so weit, daß man sich von einem Stöcker sagen lassen mußte: „Wessen sich jeder rechtliche Christ schämt, dessen rützmt sich der Jude, der Wunder meint, wie fortgeschritten er sei, wenn er prahlerisch versichert, er wisse garnichts von seiner Religion." Auch heute Libt es, inmitten des uns umgebenden Judenhasses, noch zahllose Tröpfe, welche glauben, sich ein großartiges Bildungsattest ausznfiellen, wenn sie versichern, sie wüßten nichts vom Judenthum, seiner Sprache und seinen Bräuchen. * In den Synagogen hat die Reform eine Verheerung angerichtet, die, bildlich gesprochen, einem Hagelschlag auf dem Feld ähnlich. Und welche grandiose Erwartungen wurden an diese Synagogenreformen geknüpft! Daß die damals noch in der Mehrheit befindlichen konservativen Besucher des Gottesdienstes gar keine Orgel, keinen Damenchor, keine Kürzung der

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