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Der Israelit · 1902-09-04 · Heft 71 (4.9.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 71 (4.9.1902)
Date
1902-09-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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dann über „das biblische Wunder im Religionsunter-' richt" sprechen.. P. Cassel, 31. Aug. An dem israelitischen Seminar zu Cassel beginnt am 28. Oktober die zweite zur definitiven Anstellung berechtigende Volksschullehrcrpriifung. Die diesmalige Prüfung ist die erste, bei welcher die am 1. Juli 1901 vom Minister erlassene Prüfungsordnung in Kraft tritt. Die bisher eiuzusendende schriftliche Arbeit über ein freigewähltes Thema, Probezeichnung und Probeschrift, kommen in Fortfall. Statt der bisherigen schriftlichen Klausurarbeiten ist nur noch ein pädagogisches Thema in Aussatzform zu behandeln. Auch die mündliche Prüfung ist von Grund aus verändert und meist auch vereinfacht worden. Während bisher jeder Kandidat in sämmtlichen Fächern, abgesehen von denjenigen, in welchen bei vorzüglichen schriftlichen Arbeiten Dispens eintrat, geprüft wurde, erstreckt sich das mündliche Examen jetzt nur noch auf drei Fächer. Im Interesse der wissenschaftlichen Ausbildung "unserer jüdischen Lehrer ist nicht freudig genug die weitere Bestimmung zu begrüßen, nach welcher jeder Kandidat ein bestimmtes Fach, sowie ein pädagogisches Werk zu bezeichnen hat, in welchem er sich seit seinem Abgang vom Seminar weiter fortgebildet hat.' Es scheint nichts im Wege zu stehen, daß nicht auch Hebräisch und Rabbinisch als solche Spezialfächer gelten könnten. Freilich könnte eine Prüfung in diesen Fächern natürlich nur in Cassel erfolgen, da es ja in christlichen Seminaren an fachkundigen Examinatoren fehlt, und. es sich, ferner nur um solche Disziplinen handeln kann, welche Gegenstand des Scminarunterrichts sind. Damit wäre ein Weg für jüdische Lehrer gesunden, sich durch ein Zeugniß der Königlichen Prüfungskommission über weitergehende hebräische und rabbinische Studien vor der Oeffentlichkeit auszuweisen. Ahaus fWestf.). im Aug. Am 19. August verschied dahier Frau Wittwe Bendix s. 21 im Alter von 77 Jahren. Die Heimgegangene war ein Escheth chajil im echten Sinne des Wortes. Beredtes Zeugniß von der großen Beliebtheit derselben legte das Leichenbegängniß ab, welches unter großer Betheiligung von Nah und Fern stattfand. Nachdem Herr Lehrer B e n d i r. ein Sohn der Verstorbenen, mit thränenerstickter Stimme seiner Mutter einen Nachruf gewidmet. gab Herr Lehrer Goldschmidt in beredten Worten den Gefühlen der großen Trauer um die Da Hingeschiedene Ausdruck. Hainsfurth (Schwaben). Einen frommen und wackeren Mann, einen echten Jehudi, der eine Zierde unserer Gemeinde gewesen, haben wir verloren.' Herr Abraham Josef G u t m a n n s. A. ist nicht mehr. Gottesfurcht und Menschenliebe, Strenge gegen sich und Milde gegen Andere, ein bescheidener, selbstloser Sinn und ein stets hilfsbereites, opferfreudiges Herz vereinigten sich in ihm zu schönster Harmonie. Was ' er als treubesorgter Gatte und hingebender Vater seiner. Familie gewesen, wie er stets von inniger, aufrichtiger- Frömmigkeit, von größter Bescheidenheit und von herzlichster Menschenfreundlichkeit erfüllt gewesen, wie er für Alles, was jüdische Lehre und jüdisches Leben be-- traf, das regste Vorständniß und die größte Theilnahme bewies, und wie er endlich in geräuschloser, aber ebenso ausgedehnter Weise Wohlthätigkeit übte, vernahmen wir durch unseren allverehrten Lehrer, Herrn M. F r i e d m a n n, an seinem Grabe in warmer und wirksamer Rede. Möge das Beispiel des thruren Verklärten stets zur Nachahmung aneifern. O e st e r r e i ch. Wien, 1. Sept. (Ein feiner.Volks- Vertreter.) Der christlich-soziale Landtagsabge-' ordnete Dr. Anton Löbel Hierselbst wurde wegen Betruges, Veruntreuung und Erpressung als Häftling dem Landgericht eingeliefert. Es waren so zahlreiche Strafanzeigen gegen ihn eingelaufen, daß die christlich-soziale Partei, welche Jahre lang für ihn eingetreten war, dir Verhängung des Konkurses nicht mehr .verhinderst : konnte. \:y/„....'' "''' ’• ‘ . U n g a r Djakobar, 31. Äug. Am 26. August l. I: wurde unser neuerwählter Rabbiner. Herr Dr. Lazar Roth, feierlichst in sein Amt eingeführt. Am Bahnhofe wurde derselbe von einer zahlreichen Deputation unter Führung des Herrn Rechtsanwalts Dr. Jiga Spitzer erwartet und in langer Wagenreihe nach dem, eine Stunde von der Station entfernt liegenden Djakovar geleitet. Ilm 6 Uhr fand ein feierlicher Gottesdienst statt, bei welchem nicht nur die Gefammtgemeinde — die Djakovaer Kultusgemeinde besteht aus 56 Ortschaften — vertreten war, sondern auch die Spitzen der hiesigen Behörden, nebst einem sehr zahlreichen christlichen Publikum. Am Eingänge des Tempels wurde der Herr Rabbiner von unserem, um das Kultuswesen unserer Gemeinde hochverdienten, langjährigen Präses, Herr Adolf K ohn . mit einer herzlichen Ansprache begrüßt, in welcher er die Gefühle der ganzen Gemeinde ob des Erscheinens Sr. Ehrwiirden in meisterhafter Weise zum Ausdrucke brachte. Nach dem Mincha-Gebete bestieg Herr Dr. L. Roth die Kanzel und entfaltete in einer großangelegten, mit,Midrasch- und Talmudstellen reichlich gewürzten, formvollendeten Rede., das Programm seiner zukünftigen Thätigkeit. Die Rede, machte auf alle Anwesende, einen mächtigen Eindruck und bekräftigte uns in unserer Voraussetzuna, eine recht glückliche Wabl getroffen zu haben. Möge Herr Dr. L. Roth eine reckt lange, glückliche und segensreiche Thätigkeit besckieden sein. 7.;. , ,. , >7, , - ' S ch w e i It. Moritz (Engadin). 1. Sept. Eine ansehnlich«! Schenkung ist von einer Dame aus Frankfurt a. M., der

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