Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1902)
- Date
- 1902-08-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1454 schaftliche Bethätigung meist nur die Medizin. Allerdings ist wohl anzunehmen, -daß dieser-Neigung zum Studiünt der Medizin 'eine besondere Veranlagung der israelitischen Raste für dieses Gebiet entgegenkommt; es ist auch Lhatsache, . 'daß unter unseren berühmten Aerzten sich nicht Wenig-Juden befinden. 'fs w ' Hamburg, 26/ AuA Am 4. bis lO./'September wird hier ein Drientalistenkongreß äbgehalten, ' wozu . hervorragende Professoren- - aus allen Weltgegenden ' eintreffmE/'^^E ”:: - r—’ Am 2. dss. Mts7würde hier das' Sömmerfest der "Jndenmissiön im Saale des Winterhüder Fährhauses abgehalten' ' wozu 500 Theilnehmer erschienen waren,' darunter mehrere Pastoren, hiesige Lehrer — und eine Anzahl Juden. Nachdem die Feier mit einem gemeinschaftlichen'Gesang eröffnet, hielt Herr Pastor Aston von der Jerusälemer Kirche — ein aus dem Jüdenthum hervorgegangener - Geistlicher-/- die Begrüßungsansprache?//^ . .7 Ueberaus betrübend soll nach einer Statistik der Vermögensstand /der?'hiesigen Juden seich trotz der in großer Zahl bestehenden Wohlthätigkeitsvercine, Stiftungen etc. In dieser Hinsicht könnte der Wohlthätigkeitssinn der englischen Glaub^nsbrüder den wohlhaben-; den Hamburger Juden als gutes Beispiel dienen. Wie besorgt doch dir Herren um unser Wohl sind! . . ' Homburg v. d. H.^ 20. Aug. Am jüngsten Sonntag starb dahier Herr.'Salomon ' Juda Sachs, aus Dwinsk, ein Mann, der sowohl durch seine geschäftliche Tüchtigkeit und seine großen Erfolge,' als auch durch seine umfassende Wohlthätigkeit und durch sein Verständniß für die Geistesschätze des Judenihums sich einen bedeutenden Namen gemacht hat. Die zahlreichen Verdienste, die er sich im öffentlichen Leben erworben hat, sind dadurch anerkannt worden, daß er zum „erblichen Ehrenbürger" von St. Petersburg ernannt wurde.. Die Beerdigung fand am Montag unter zahlreicher Vetheiligung von Einheimischen und Kurgästen statt. Mit Rücksicht auf 2K2 nv. mußte Herr Rabbiner Dr. Kottek därauf verzichten/ die zahlreichen Verdienste des Entschlafenen eingehend zu würdigen und konnte nur dem Bedauern Ausdruck geben, daß es ihm unmöglich sei, ein erschöpfendes Bild des. Heimgegangenen zu zeichnen. Die Hinterbliebenen haben, getreu dem Vorbilde des. Betrauerten, sein Andenken'durch eine große Zahl von Wohlthätigkeitsakten geehrt. Sämmtliche Wohlthätigkeitsanstälten. Homburgs, voran die. jüdische Gemeinde, und viele Anstalten'außerhalb Homburgs, wir nennen nur z. B./den Verein zur Erziehung von Waisen in Palästinas wurden mit Legaten bedacht.' Die Jüdischlitterärische Gesellschaft in Frankfurt a. M. erhielt eine größere' Stiftung,' die den Namen des Heimgegangenen;; tragen soll und aus deren Zinserträgnissen von Zeit - zu Zeit.Preisarbeiten, die in dem Arbeitsgebiet, her GesellMft liegen, dotiertwerdensollen.., ^,- Möge Gott der schwergebeugten Wittwr und. den - trauernden Kindern den Segen Seines Trostes.senden. Tölz,. W. Autz. (O r i n ne r u n g e n eiUes Kürgastes.) fFortsetz.j . Die / rwthigste Einrichtung war vollzogen, und die allseits ausgetauchte Magenfrage fand durch „Neuntagsgerichte", von denen zwar/nichts im „Luach" .steht, ihre erste,- befriedigende Lösung, während vom folgenden Tage an..,ein/unter - Rabbinätsaufsicht stehender Metzger der zwei . Bahnstunden entfernten Residenzstadt die Fleischlieserung //. incl. Wässern und Salzen besorgte. Die Witterung war sehr kühl, so daß wir die gemüthlich warme Küche auffuchten, um die Eiermahlzeit einzunehmen, und bal- . digst leistete uns die Hausbesitzerin Gesellschaft, sich erkundigend, . ob es gestattet würde, daß sie hie .und. da einen Topf zu den unseligen an's Feuer stelle, weil ihr Gebrauch so gering sei, daß es sich thatsächlich nicht lohne, auf dem eigenen Herde . zu. kochen, eine, andere jüdische Familie, die früher daselbst, gemiethet hatte, war so entgegenkommend, diese Gemeinschaft ein- ' zuräumen. Die Aufklärung und Absage erfolgte rasch und gründlich, und überzeugt, daß nicht der entfernteste Eigennutz oder gar Unfreundlichkeit die Schuld trage, . entschuldigte sie sich sehr höflich und meinte beim Weg-/ gehen: „So streng nahmen es Ihre Glaubensgenoffen damals freilich nicht, aber ich kann die von Ihnen an-' ' gegebenen Motive nur billigen» freue . mich sehr, so „christliche Juden" als Miether zu haben und bitte Um gütige Entschuldigung." Sich selbst und die heilige Religion verachtend, sind die Lauen und sog. Modernen, „kein Fisch und kein Fleisch", wie man zu sagen pflegt, geniren sich aus Hypertoleranz und Humanitätsduselei vor dem Andersgläubigen, ihm irgend, welchen Wunsch auf Kosten der Emunah abzulehnen, während die Hochtachtung jenes gerade dadurch erzeugt und vergrößert wird. wenn er angemessene Belehrung findet, wie man. gerne seinem Ansuchen entsprechen möchte, wenn nicht Religionsprinzipien im Wege wären.' Ge- - radezu ein vVN wnp ist es, sich auch im Versagen als Meister zu zeigen und keineswegs ein ONN Wärt, wie man im gegensätzlichen. Lager mit Pathos behauptet. Das Tagewerk war vollbracht! Frühzeitig suchten wir das nächtliche Lager auf, und Groß und Klein wickelte sich in die mollige, wollene Decke, bei einer Temperatur^ die eher den Winteranfang, statt die Mitte des Sommers vermuthen ließ, _ und als /-eines der Familien-- glieder gar vor Frost mit den Zähnen klappernd an-, einander schlug, sprach neckend der Vater: „den Esel friert's bekanntlich im Monat Tamus," welcher Satz auf Menschen angewandt, vielleicht die Bedeutung haben dürfte, daß derjenige zur Langohrgesellschaft ge- > hört, der bei eintretender Kälte nicht einheizt, selbst wenn es. wie diesmal, im Hochsommer sein sollte. Bei/ ' Zeiten mußte die Lagerstätte verlassen werden, denn * gerade in dieser Hinsicht gibt es auf Badeplatzen keine. " I