Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 68 (25.8.1902)
- Date
- 1902-08-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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L- Asienstadt a.JÜcr, 21. Äug. Ei'n seltenes und zugleich erhebendes Fest hat die ist. Kultusgemeinde Altenstädt äm verflosseneü iLw rcv und am darauffolgenden Sonntag, gefeiert, das Fest des hundertjährigen Bestehens ihrer Synagoge, die als ein MoMlmentalbau zü den schönsten Synagogen in den Landgemeinden Bayerns zahlt. Im Jahre 7802. als noch die hiesige Kultusgemeinde unter der Schutzherrschaft des Fürsten Schwarzenberg stand und eine Seesenzahl von nahezu 350 Einwohnern umfaßte, während sie heute kaum hundert zählt, war die Synagoge mit einem Kostenaufwande von fast 9000 Gulden erbaut worden. Schon seit vielen Wochen rüstete sich die isr. Kullusgemeinde, an ihrer Spitze der stets eifrige und umsichtige Kultusborstand, Herr Weiß, das Fest würdig zu begehen. Mit den jüd. Einwohnern wetteiferten die christlichen. Mitbürger, um durch herrliche Dekorationen die Festesfreude zu erhöhen und Zeugniß abzulegett von dem sie beseelenden, toleranten Sinn. An Stelle des wegen Krankheit verhinderten zuständigen Herrn Distriktsrabbiners Dr. Groß in Augsburg übernahm Herr Distriktsrabbiner Dr. Cohn von Jchenhausen die'Abhaltung des Gottesdienstes. ~ Auch war das Gotteshaus einer vollständigen Repanrirung unterzogen worden. Auswärtige und einheimische - Spender leisteten milde Gaben. Namentlich verdient das hiesige Ehepaar Strauß genannt zu werden, das ein herrliches Porauches, sowie Schulchon-und Almemordecke stiftete.> ' ••f. f -r.-. Bon affen# Seiten waren bis Sonntag Morgen auswärtige Festgäste herbeigeeilt. Namentlich betheiligten sich die Nachbargemeinden Fellheim und Memmingen durch besondere Abordnungen am Feste. Besonders freudig begrüßte man das Erscheinen des Herrn Anstaltsdirektors Laütmonn aus Nürnberg, der. hier 20 Jahre lang — bis 1900 —- als Lehrer segensreich gewirkt hatte. llm 9*4 Ahr bewegte sich ein imposanter Festzug unter den frischen Klängen einer Militärkapelle zur festlich dekorirten Synagoge. Wir bemerkten im Zuge den Herrn König!. Bezirksamtmann Schwab aus Jllertisien, den hochw. katholischen Pfarrer Küble und die gesammte Gemeindeverwaltung. Bis auf den letzten Platz war das Gotteshaus gefüllt. Exakt wurden die Gesänge Mah tauwuh und Mismaur lesaudoh von einem Männerchore gesungen. Andächtig lauschte die' große Versammlung der'Predigt Sr. Ehrw., des Herrn Rabbiners Dr. Cohn >^die sich auf das Textwort gründete: obvb apr 'n b» in» pas'tas ’vai-vz< Die großartigen rhetorischen Leistungen des - Herrn ' .Festpredigers und die seinen Ausführungen. entströmende tiefe Gelehrsamkeit fesselten alle Zuhörer. Nach beendigtem Gottesdienste bewegte sich der' Festzug zur Schulfeier in das Gasthaus zum «Noß". Aus jubelndem Kindermunde erscholl die Hymne: «Lobet Gott der Schäaren" von Lewandowsky. Einen. sinnigen Festprolog sprach Frl. F r a n k l. Dann folgi<)s?? die Begrüßung der Festgäste.durch Herrn Vorstand Weiß, dessen Ansprache in ein Hoch auf mnstren??^ vielgeliebten Prinzregenten aüsklang, in. das die'großes- Persammlung begeistert einstimmte. ■ Hierauf trügen? ' ' die Schulkinder passende Gedichte patriotischen-unb?.religwsen Inhaltes vor. ' . 1 V , V- Der Nachmittag vereinigte die Festtheilnehmer zu.-^ einem solennen Festmahle,' bei. dem herrliche. Toaste ausgebracht wurden, von dinen besonders der des Herrn ,7 Distriktsrabbiners Dr. Cohn auf?Se. Kgl. Hoheit? den - Prinzregcnten und der des hochw.' Herrn Pfarrers Hetze!, der die Glückwünsche der katholischen. Kirchengemeinde Lberbrachteerwähnenswerthsind?7 Herr Lehrer R o se hielt einen geschichtlichen Vorträg über den Werdegang der Kültüsgemeinde. Zahlreiche ' peschen liefen zur Beglückwünschung ein, unter denen:; die des hochw. Herrn Stiftsdekan Schmidt: in Regens^? ' burg, welcher hier gebürtig ist, nicht wenig Freude ent-s?-. zündete. Heller Jubel aber erfüllte die Festverfämm^s-^7 lung, als auf das an Se. Kgl. Hoheit den! Prinzrregenten am Vorm.ittage abgesandte Huldigungstele-?--? gramm gegen Abend die Antwort einlief: >.? i? . -';') - r. An die Vorstandschaftder^ Ihr. Kultusgemeirü^'??, Altenstadt a. I. Ihre Kgl. Hoheit, der Prinzregent ' lassen, der festlich versammelten isr.: Kultusgemeinde. - y Altenstädt a. I. für die dargebrachte Huldigung Aller-.- höchst Ihren bestem Dank, entbieten! - 7? . ' ' Linderhof, 18. Aug.,1.902. ' - - - ' Im allerhöchsten Aufträge:-??' Freiherr von Wiedem.anH Generalädjutant. ' So können die hiesige Kultusgemeinde- und mit ihr??? alle Festtheilnehmer voller Befriedigung auf .das? so?, y herrlich gelungene, religiöse Fest.zurückblicken.; ' u n r n.??' rjifiä Pest. (Juden .1 n d e r k ö n i gl.. uN gni&t.fc rischen Honvedarm e e.) Mehrere Blätter brachten die Nachricht, einem k. u. k? Reservekadett.en. Ernst Szaß sei auf.die Bitte um Aktivirung'vön^em, Oberstleutnant Heinrich Daempf bedeutet worden,? 'er??' müsse sich laufen lassen, wenn, dr im Verbände dtt Ar-? mce bleiben wolle. Nunmehr wird in dieser Angelegen-^'? heit von kompetenter Seite die folgende Berichtigüüg'y? veröffentlicht: Thatsache ist, daß der. Reservcoffizier- ^' Stellvertreter Ernst Szaß hei der königlich iingarjschen Landwehr aktivirt werden wollte, '.sein??Gesuch?.kchintE^ aber auf Unterbreitüng des Negimentskommandos dä-'.''? rum.nicht erfüllt werden, weil Etnst,'Szäß'?Moy.'.'in'??r-- der Freiwilligenschule zu den schwächsten Sckp'ilern ge-. hörte und auch praktisch sich als für den Militärdienst nicht geeignet erwies. Bon Antisemitismus ' könne.''? 1 bei der Honved schon deßhalb keine Rede sein, da es ja ' Oberste und Stabsoffiziere israelitischer Konfession'??