Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 68 (25.8.1902)
- Date
- 1902-08-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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1442 nichts, nichts würde mich mehr an meine Vergangenheit und an meinen leichtsinnigen Lebenswandel erinnern. Eine neues, schönes Leben, ein Leben in Reichthum, Glück und Liebe wäre mir aufgegangen; dieses schöne, üppige Weib wäre mein geworden, mein auf immer! Schon jetzt wäre ich mit ihr hinausgefahren in die weite Welt, ich allein mit ihr, der Stolzen, Unnahbaren! Es sollte nicht sein.* Sinnend starrte er vor sich hin. Etwas hatte sich zwischen ihn und sein Glück gestellt. Ein Schatten war ausgetaucht, ungreifbar, unfaßbar, der alle seine Pläne und Hoffnungen vernichtet hat. Damals, als er in .seiner Eigenschaft als Hausarzt das Hönig'sche Haus zu besuchen anfing und von dem Hausherrn direkt zur , Bewerbung um Marthas Herz und Hand aufgefordert wurde, war es ihm weniger um diese selbst zu thun, als um den immensen Reichthum, der für ihn in Aussicht stand. Den blasirten Großstädter, den, was Weiblichkeit betrifft, cynisch denkenden Mediziner, harte die stille Anmuth der lieblichen Martha kalt gelassen. Den inneren Werth dieser Mädchenblume zu würdigen, dazu war er zu verderbt gewesen. Dies konnte nur einem Julius Hellmann gelingen, der in Martha nicht ihre äußeren Reize bewunderte, sondern ihr stilles Walten im mutterlosen Hause, ihre echte Frömmigkeit und ihren stillen Wohlthätigkeitssinn beobachtet. Hönig hoffte im Stillen durch die Verwandtschaft mit dem Stadtarzte, eine angesehenere Stellung in Stadt und Gemeinde zu bekommen, als er sie trotz seines Reichthums inne hatte, ja, er gab sich der Hoffnung hin, daß es Doktor Piesen's Einfluß gelingen werde, seine Wahl in den Gemeindeausschuß durchzusetzen, welche ihm als das höchste Ziel seines Lebens galt. — - ...\ ... Marthas Herz kam bei beiden nicht in Betracht. Auch noch nach seiner Verlobung wußte Piesen den Schatz, der ihm übergeben werden sollte, nicht nach Gebühr zu würdigen. Erst heute Mittag, als er ihm auf immer entrissen worden, da erkannte er erst,: was er. verloren. Der Blick voll unsäglicher Verachtung, den ihm Martha zugcworfen, hatte sein ganzes Innere aufgewühlt, hatte sein Herz in toller Leidenschaft für die, die ihn verschmäht hatte, entfacht, trotzdem er sich gestehen mußte, daß er sie jetzt für immer verloren hatte. (Fortsetzung folgt.) Auflösung des NätHseks m Kummer 64. . 1 * n TV k dr ,K Q. p n rv 's-., Richtige Lösungen sandten ein: {frf. Jeanne Brodhenn—Antwerpen. Lehrer a. D. M. Weiler—-Neustadt an der Saale. Fanny Godleivsky—Gerolshofen. Heinrich Glaser—München. I. Rabinomitz —Merchingen (Baden), Ackermann-Wiesloch. S. M. Bachrach— Elinshorn. Noe Kugbohu—Porlndony. Jakob Goldstein—Katona. Cantor S. S. Gelbart—Stettin. Lehrer Eichttettcr—Schwetzingen. Isidor Rcbenwurzl -Budapest. Fröhlich—S. Bete. Dawid Basseches —Nadivorna. zjultnsbeamrer I. Jnffe—S,rillen Lst.-Pr^ Lehrer n. Cantor Josef Friedmann—Kolaz. S. D. Soifer—Piatra. Gutt» nmnn—Mono Rete. Julius Schwarz—Szombathely, Simon Rech» nitzer—Papa. Gastwirth Hänfner— Sztankocz. Talmudisr Bernhard Goldmann—Deutsch-.ilreich. Bertha Hornic—Oberwikow. Zwi den Sch'ome Marchiw-^Brcslau. ... Wochen-Kalenöev. Freitag, 29. August. 26. Am.? ' ' ... Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 6 Uhr ^5 Min. Samstag, 30. August, 27. Am. n'rDO ntn Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main 8 Uhr . 00 Min. — Berlin 7 Uhr 46 Mut. — München 7 Uhr 40 Mn. — Hannover 7 Uhr 58 Min. — Stuttgart 7 Uhr 53 Mn. — Prag 7 Uhr 30 Min. — Straßburg 7 Uhr 55 Min. — Posen 7 Uhr 34 Mim - Stettiir 7 Uhr 46 Min. Montag. 1. September. 29. An», svp '-V_./r' Dienstag, 2. September. 30. Am. ’VpVtt ’H '. . Ser „§Qfaeltt" esf^dri , EZoatona tmü Dosnserstaga, jedetzmÄ ta miuLestsuS tzwel Logen. PreiI pro Vierteljahr Lei der ysst 3 Mark ohne Bestellgeld. NMand entsprechend höher. Ma» abonntrt ganMhrlich, halbjährlich vdsr vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Eio Duchhaudrs vevllehtck durch v. Z?» SLrruaMev, Notzxlatz jö. — Inserate 25 Pfennig die vieraespaltene .KsKyarsilleMr oder deren Raum. Preis der Zü!e fei Neelametheü 75 Pfennig. — Direkte Francorusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterrücq 14 Reichs-Mark oder 1« Kronen Sperr., fnr's Ausland ift Mark, an die - Exyediriou^franeo einsendsn. Postzeitungsliste 37SS. Telephon 10)5. Stellchlchend« und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgabr tzsS ZSeseli^ vier Wochen lang grsüS und stsncs erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere ZeÜ, so kann man sich für L5 Pfennigs daS Vierteljahr, indetz ausschließlich bei der Post» auf diesuS» unter Kr. 3782s abonnirrn. Auf Wunsch stuudes lsZr die Zahlung deS FuserttonsbetragS «m außer Stelle GefiudNche bis nach Sslsagang. einer solche«. —am»—pjwwmiii —<■ j —ÜW1BMB—S"*T" * 11 lllL -1- 1 L3—CS—B3 ■mn‘ ArrhE iHauvtvrstt): Segen und Fluch in des Menschen Sand. — Zeitungsnachrichten und Corresponde Mainz. Gieüelstadt. Homburg. Rumänien: Bukarest. Amerika: 9iew-Iork. — Vermischtes. — Feuilleton: Glühende K LntzeLIDee DrUaar: Gedanken aus einem Badeorte. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland! Ungarn: Pest. Frankreich: Paris. Amerika: Washington. — Personalien: Newyork? ' GrSrarDslkager Spenden-Ber-eichniffe. -; Verantwortliche Redaktion: Oüear Lehmann in Mainz. — Expedition deS ^Israelit'. Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druü und Vertag der Job. Wirth'schen Hofbuchdrurkerel Aetien-Gesellschast ln Mainz. ' : ^euncytano: omen. (Fortsetzung). : Desscnu Altenstädt. * S f a