Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 68 (25.8.1902)
- Date
- 1902-08-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1437 Deßhalb kommt seitdem sozusagen nicht mehr das Böse sowie das Gute direkt von Gott, da Gott nur das Gute zum Wohle Israels gesendet, und es nur in der Hand des Israeliten liegt, das Gute, die rwc, zum wirklichen Segen zu gestalten. Wenn wir diese Lehre beherzigen, so wird die uns von Gott gespendete .1212 zum wirklichen und dauerhaften Segen werden. ZertrmgsKsHrLHLett rmd Eorrefpsrrderrzerr. Deutschland. Mainz, im Aug. (Wer lacht da?!) Anschließend an den Abdruck unseres Artikels „Gründung jüdischer Handlungsgehilfen-Vereine" hat es die Redaktion der „Mitteilungen aus dem Verein „Monteftore", Frankfurt a. 93?.," für nöthig erachtet, folgende Bemerkung zu machen: „Wir haben uns erlaubt,' den Artikel an einigen Stellen nach grammatikalischer Richtung zu verbessern und nach der neuen Orthographie abzuändern." Wir haben nun unfern Setzerlehrling beauftragt, die Artikel genau zu vergleichen und hat derselbe thatsächlich folgende Abänderungen konstatirt: „in unserem, Artikel heißt es in Folge eines Druckfehlers: in Berufsvereinen, statt in Berufsvereine, eingeteilt; — ferner schreiben wir: mit verhältnißmäßig größerem christlichem Personal, während betr. Redaktion: mit verhältnismäßig größerem christlichen Personal verbessert. Bon diesen u m w ä l z e n d e n Richtigstellungen.. abgesehen — man höre und staune — ist der Artikel wortgetreu abgedruckt! Nein, doch nicht ganz wortgetreu! Der Druckfehlerteufel scheint gesprochen zu. haben: „Die Rache ist mein" und so ist im betreffenden Organ zu lesen: „Die Organisation wird nur die Prinzipale bekäpfen" etc." Um nun Conflikte zu vermeiden, wollen wir nebenbei bemerken, daß unser Correspondent cs durchaus nicht auf die Köpfe der Prinzipale abgesehen hat. Wir haben diesen Druckfehler nur angeführt, um zu zeigen, daß betr. Redaktion auch nicht unfehlbar ist — und die Sache des Humors nicht entbehrt. Also, - meine Herren, wenn man in einem Glashause sitzt, darf man nicht mit Steinen um sich werfen. Im Uebrigen finden wir Ihre Bemerkung unjüdisch und greicht. solche Ihrer Zeitung, Ihrem Vereine und Ihrer Sache sicherlich nicht zur Ehre. Oder glauben Sie vielleicht. Sie haben sich durch Ihre famose Bemerkung den Orden pour le merite verdient? Nun, dann wollen wir Ihnen solchen nicht vorenthalten, denn Sie haben thatsächlich mit derselben etwas geleistet —' sie repräsentirt nämlich fast Ihre ganze redaktionelle Thätigkeit in vorliegender Rümmer! Dem Verdienste seine Krone! Aber deßhalb keine Feindschaft nicht! Wir stellen Ihnen auch ferner den redaktionellen Theil unseres Blattes für Ihr Blatt zur Verfügung, soweit die Arbeiten die Interessen der jüdischen Gehilfenschaft vertreten/'\ .v : ^j Berlin, im Äug. (Herr A h I w ardt?) Von einer ganzen Reihe von Abgeordneten ist in den letztens Monaten bekannt geworden, daß sie bei den nächsten Reichstagswahlen nicht wieder kandidierest werden. Wenn ein Abgeordneter in der'letzten Legislaturperiode im Reichstag überflüssig gewesen istso war es Ahlwardt; er hat sich dann auch in letzter Zeit ganz still verhalten, und die Vermuthung-lag deßhalb nahe, daß der neue Reichstag ihn nicht wieder sehen würde. Es schien, als hätte Ahlwardt selbst ein Haar darin gefunden, sich immer, neue Niederlagen, Blamagest und Ordnungsrufe im Reichstag zuzuziehen. Nun hat er 'sich aber.vor einigen Tagen im Wahlkreis Arnswalde-^ Friedeberg wieder sehen lassen und bei dieser Gelegenheit die Erklärung abgegeben, daß er seinen Anspruch auf den Wahlkreis nicht aufgeben werde'. Im Wahlkreis Arnswalde-Friedeberg ist schon im , Dezember 1900 ein Kartell zwischen Konservativen und Antisemiten für die nächsten Reichstagswahlen abgeschlossen worden, dahin gehend, daß bei der in Folge Beförderung eines , Kanalgegners-, erforderlich - gewordenen Lands tagsersatzwahl die Antisemiten den Konservativen, bei der nächsten Reichstagsersatzwahl aber die Konservativen einen antisemitischen Kandidaten unterstützen sollten; doch war nach der konservativen „Franks. Oderzeitung" die Vorbedingung beim Abschluß dieses Kartells, daß eine Kandidatur Ahlwardts unter allen Umständen ausgeschlossen sein müsse. Hiernach werden sich die Antisemiten mit dem Antisemiten Ahlwardt aüzufinven haben, . Was Ahlwardt eigentlich mit einer neuen Reichstagskandidatur bezweckt, läßt sich schwer sagen. ' In der fünfjährigen Legislaurperiode von 1893—1898 hat er bei 61 von 81 namentlichen Abstimmungen gefehlt, und in dieser Legislaurperiode seit 1898 hat er sich noch seltener im Reichstag sehen lassen; geredet hat er überhaupt nicht. Seit er das letztemal im Reichstag gesprochen hat, sind schon mehr als fünf Jahre vergangen.. Auch außerhalb des Reichstags, wo er Entree' für seine Reden zu erheben pflegte, hat er sich in den letzten Jahren still verhalten/' Schon im April.1900 berichteteder. Abgeordnete Liebermann von.'Sonnenberg, daß Ahlwardt „jetzt" wohlhabend sei und anfange, Schulden zu bezahlen. Auf dem Parteitag der Hutfchsozialen Partes im Mai 1901 bestätigte derselbe Abgeordnete, daß. Ahlwardt mit Kuxen für ein Bergwerk in Böhmen bei Parteigenossen hausiren gehe ünst. selbst erzählt habe, daß Einzelne sich bis. zu 16,000 Mark betheiligt hätten. Diese Erklärung Liebermann's war