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Der Israelit · 1902-08-25 · Heft 68 (25.8.1902) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 68 (25.8.1902)
Date
1902-08-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1486 zug vor demThiere/ welches seinem thierischen Instinkte folgt. Durch den freien Willen erhaltest erst seine guten Handlungen und Vorzüge den rechten Werth und es verdienen erst seine schlechten Eigenschaften und Vergehen gegen Gott und Menschen, Tadel und Strafe. - Mit Recht sagen daher unsere Weisen: pn ö w np bon nyv nrrwo. „Alles steht in Gottes Hand, nur nicht die Gottesfurcht", und der fromme Sinn des Menschen, er. kann gottesfürchtig oder nicht sein, er kann Gutes oder Böses thun nach freier Wahl. Doch werden oft im Leben des Menschen dessen Handlungen von Verhältnissen u. Umständen bestimmt. So z. B. ist ein mit allen Segnungen'und Glücksgütern dieser Welt bedachter Mensch, der alles in Hülle und Fülle besitzt und mit Reichthümern und Ehren überhäuft ist, leichter geneigt, übermüthig-zu werden, in seinem Uebermuthe und Schwelgen im Wohlstände Gott, den Urheber seines Glückes zu vergessen und gegen ihn auszuarten, wie es heißt: a'pbx. n rix hpcb» a*ri ferner pnw' pan "vvan, und auch gegen seinen Nebenmenschen ungerecht 'zu handeln, während der in Elend und Nothdurft lebende Mensch dieser Versuchung nicht ausgesetzt ist. Dieser Gedanke scheint nach der Erklärung meines großen Lehrers, des berühmten Preßburger Rabbiners d'xi ivD pwa. n": *?n:n pxan nnn vanm den Worten unserer Talmudweisen yv» n'n^ naain DXS nx zu Grunde zu liegen. Der Segen Gottes kann,-, wie oben erwähnt, oft dem damit bedachten Menschen zum Fluche werden, wenn derselbe übermüthig und ausschweifend wird, das Gottesgesetz verletzt und dadurch seines Antheils an dem Jenseits verlustig geht. Um dem vorzubeugen, lehren uns unsere Weisen: nxn nw. Wer des zukünftigen Lebens xan tAw theilhaftig werden will, avxa» rix ma’, der muß seine Genüsse auf dieser Welt auf das Nothwendigste einschränken, auf alle Annehmlichkeiten dieser Welt verzichten, seinen Hang nach den Freuden und Lustbarkeiten abtödten. Ist er nun durch langjährige Proben, so gegen die Verführungen dieser Welt gestählt, hat er den Beweis geliefert, daß er diesen Trotz bieten kann, dann, aber nur danndarf er auch von den erlaubten Genüssen dieser Welt nach Maß genießen. Dieses scheint auch der Sinn der Mischna in dem Pirke Aboth zu sein. ^axn *f>öa jid nnstfi n*mz man. „Brod mit Salz sollst du genießen, Wasser, nach Maß trinken" p new nnx aa\ Wenn du nun dies" alles gethan, dich von den Annehmlichkeiten der Welt entwöhnt und du deine Widerstandskraft gegen alle weltlichen Genüsse erprobt hast, dann ,*^ wvi *pE>x, xan . ^b aiav.. mn abwi PiNx, dann kannst . du dir es auch wohler sein lassen auf dieser Welt und es wird dir dennoch Wohlergehen im Jenseits, in der zukünftigen Wlt: dann zählst du nicht zu denen, die zur Erlangung des. ion aSiar allen Freuden und Annehmlichkeiten der diesseitigen Welt entsagen müssen. Dieser - Gedanke liegt auch demSchriftverfe. na a^rann auxi am aabia a«n zu Grunde: «Ihr, die ihr fest anhänget an dem Ewigen, eurem Gott, und dies in allen Lagen eures Lebens bewiesen, ihr dürft schon heute, nämlich auf dieser Welt, euer Leben genießen und werdet doch des jenseitigen Lebens theilhaftig werden. So kommen wir denn zur Erklärung der Eingangs zitirten Midraschstelle und zur Beantwortung der an dieselbe geknüpften Fragen. Wie oben erwähnt, ist der von R. Eleasar zitirte Echovers xxn xb pH? ’ßa 212m mann im Zusammenhänge mit dem ihm vorhergehenden und ihm nachfolgenden Verse, gerade ein Beweis für den Glauben an die xman mn?n. So heißt es nämlich vorher mx xb wun mm iex m '2. „Sprache Jemand und es geschehe, wenn der Ewige es nicht befohlen", ferner awm mann xxn xV pbj 'so. „Sollte denn nicht von dem Allerhöchsten sowohl das Bose, als auch das Gute ausgehen." Hierauf heißt es weiter: px an by *iaa n anx pwm na. „Was hätte denn ein Mensch zu klagen, wenn er Herr seiner Sünden, wenn er diese bemeistern könnte. Doch wenn auch die Worte 2',am mann xxn *6 p^a? *bö den Glauben an die x-nan mnrar befestigen, nämlich, daß alles Gute und Böse, wie z. B. Glück oder Unglück, Reichthum oder Armuth, derart von dem Allerhöchsten kommt, so hängt es aber doch nur vom Menschen ab, ob das ihm von Gott beschiedene Glück zum wirklichen Segen gereicht, oder ob der von aller Welt wie von ihm selbst angesehene Segen für ihn nicht zum .Fluche, zum.Unglück wird. In seiner Macht liegt es, ob die von Gott ihm beschiedene.1212 durch seinen gottlosen Wandel und Uebermuth nicht zur n^p für ihn wird. Jetzt begreifen wir erst den eigentlichen Sinn der Anfangsworte unserer. Sidra und der sich daran knüpfenden Midraschworte. Gott, der Heilige, gelobt sei Er, warnt uns mit den Worten 'aax nxn . rtÄpt nana aaV pu. Sehet und denket über Meine Worte nach. Ich gebe euch ni^pa nana einen Segen, der aber euch auch zum Fluche werden kann, wenn ihr nämlich durch die Fülle des Segens und des Glückes übermüthig werdet und vorn Gotteswege abiveichet, dadurch immer tiefer sinket und physisch und psychisch zu Grunde geht pawVn nirx naian rix. Die nana aber gereicht euch daher nur dann zur wahren naia, wenn ihr Gottes Gebote befolget ax nbbpn rxi pawVN rri>. Dieser Segen kann aber " zum Flucke werden, wenn ihr durch Wohlergehen und Glück auf Abwege gerathet, Gott, dem ihr alles zu verdanken habt, vergeßt und Seinen Geboten nicht Folge leistet. „Hütet euch also, daß aus der naia keine n^p werde." Jetzt werden erst die Worte R. Eleasars verständlich xbx aaam mann xxn ab p'bs 'va ':oa m n’apn *ox»a nens by nxa r=am nanh nw by nxa nam n>^xa naien. Seitdem der Heilige, gelobt sei Er, diese Wortegesprochen und Israel gewarnt, von dieser Stunde an gibt es für Israel keine Entschuldigung mehr, daß es: aus Versehen, oder Unwissenheit gegen Gott gesündigt, l 7 J i i 1

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