Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 68 (25.8.1902)
- Date
- 1902-08-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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43* Jahrgang. ßentrat-Hrgan für das orthodo*e ■; Begründet von -; Br. in Mstnr. : v orrla g, d e it 2 5. A u g u st 5002 (1902). WDW abonntrt man bet allen Postanstalten für den Monat' *7^ auf den „Israelit". Tiefer Preis tritt oder nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Kost-ZeitungS schalt« deS Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dein dei treffenden LandbrtestrSg« aufgegeben w«den. Die Briefträger sind berechtigt den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend HSH«. .IieMUMrryME«IsMLU ZM Vi> Fiiilh in Lcs Miislhc» Hllllll. Lme Betrachtung zu Ndri 's. . Von Hermann Löwinger, Frankfurt a. M. ivnL'v iwb« ", ^2« pbbpi ns*a ds'jdV ■ pw *03» nx*i njnn «an «b p'fy 'vv rm nrno vv2 nn *ain n*2pn by n«2 nnnsn,-mm rwv bv nun njnn rrbxo 2wm LN22 B>VH2) N21LN W bi „Siehe, Ich lege euch heute vor Segen und Fluch." Hierzu bemerkt Rabbi Eleasar: Seitdem der Heilige,, gelobt sei Er, diese Worte am Sinai gesprochen, seit dieser Stunde geht vom Allerhöchsten weder das Böse, noch das Gute aus. sondern das Böse kommt von selbst auf die, die Böses thun, und das Gute von selbst auf die, die Gutes thun." (Midrasch Rabba.) Eine Fülle, von Gedanken wirst sich uns bei Erwähnung der oben zitirten Midraschstelle auf, wenn wir uns bemühen, auf den eigentlichen Sinn derselben näher einzugehen, und den Geist der für den ersten Augenblick unverständlichen Worte Rabbi Eleasar's zu erfassen. Zwei Fragen sind es, die dem denkenden Leser dieser Midraschworte sich aufdrängen. Die eine lautet: Stehen doch die Worte R. Eleasyr's.npe» nm«. mvm njnn «an vb pbi ,'ev 4m'^-frflffens';..^©iber* spruch zu dem Hauptfündamente der jüdischen Religion, zum Glauben an die allumfassende «nidn^ynz^n-'-an die göttliche Vorsehung, die die Geschicke aller? Menschen lenkt und leitet, und ohne deren Willen nichts auf her Welt geschehen kann, weder, Gutes, noch Böses, - ohne welche den Menschensohn weder Segen noch. Fluch er-, reichen kann! Die zweite Frage ist: Harum benützt R. Eleasar den aus dem Zusammenhänge ..gerissenen Echovers, 2irn, num «an rch p'tzp. 'wn': während doch dieser in Verbindung mit dem chm vorangehenden Verse.Ta^ «tz'^-i« r.nr “ic« t w^„Svräche.Iemanw 'und^es gefchehe/sso'der HerrM^Ms^esoMn^MnI"deninachfolgenden Satze ,"« en bi 123?n m« pi«n» nt: .Was hätte ein Mensch zu klagen, wenn er seiner Sünde Herr ist," gerade das Gegentheil erweisen von. dem, was.der Midraschweise aus den Änfangsworten des dieswöchentlichen. Wochenabschnittes folgert, nämlich die Bestätigung der.Worte v'w n«3'v pn -pw 'Ti daß Alles in Gottes Händen liegt, mit Ausnahme . der Gottesfurcht. Doch nach näherem Eindringen in-den Geist der Midraschworte gelangen wir zur Lösung dieser beiden Fragen und zur Ueberzeugung, daß die oben zitirte Midraschstelle nicht im Widerspruche, zu unserem Glaubenssätze von der w'v"iv nn3VN. steht.-- - r-;, Reben dem Glauben an eine ewig waltende ^Vorsehung Gottes^ die unsere Geschickelenkt und - leitet, glauben wir auch an die... NTN2 an die - Freiheit. des menschlichen Willens, ein 'Hauptgrundsaß. unserer Religion.' Wenn unser Wille unfrei wäre,"wenn unser Thun und Lassen durch irgend eine zwingende Kraft bestimmt würde, da gäbe es dann kein Verdienst und kein Verbrechen, es wäre dann der Lohn für eine gute That, und die Strafe für eine böse Handlung oder Missethat nicht gerechtfertigt. Dem ist aber nach dem Ausspruch unserer Weisen , nicht so. In. dem freien Willen des Menschen liegt es. Gutes oder Böses zu thun. Durch die Freiheit seines Willens-genießt er den.^Vor-