Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 67 (21.8.1902)
- Date
- 1902-08-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1414 „Oeffnet Eure mildthatige Hand und unterstützet unsere Anstalt nach dem Vermögen, womit der Allgütige Euch gesegnet.- Lasset, kein Vorkommniß des Lebens — sei es ein freudiges öder ernstes 7— vorübergehen, ohne unserer Anstalt in Liebe zu gedenken.* ' - ' Kitzingcn^ 18. Aug) Ein bewegtes Leben herrschte heute in unserem freundlichen, von Rebenhügeln um-, kränzten, am herrlichen Mainufer gelegenen Städtchen. Der ^.Israelitische Lehrerverein für das. Königreich Bayern* hielt heute seine 23. Generalversammlung -hier ab. Von allen Seiten brachten die Morgenzüge Mitglieder des Vereins und Punkt 91^ Uhr eröffNete der Vorstand, Herr Lehrer G 0 l d st e i n - Heidingsfeld, in dem von der hief. Kültusverwaltung bereitwilligst zur Verfügung gestellten und auf das Schönste geschmückten Saale des „Fränkischen Hofgarten* die Versammlung, indem er die anwesenden Vereinsmitglieder und Ehrengäste herzlich/willkommen hieß und der Küliusverwal- . tung für das gezeigte Entgegenkommen den Dank des Vereins aussprach. Hierauf.erhielten nacheinander das Wort und begrüßten den Verein auf's Herzlichste die Herren: Se. Ehrw. Rabbiner Adler, Stadt. Schulrath Roll, Kultusvorstand Benj. Stern, Lehrer Vamberger-Kitzingen u. Lehrer Hochstädter als Vorsitzender, des Unterfränkischen Kreisausschuffes des Bayerischen . Lehrervereins: Sämmtliche Redner wünschten den Be-? - rathungen besten Erfolg und sprachen ihre Sympal / thien mit den Bestrebungen des'Vereins' aus.- - Herr G old st e i n erstattete hierauf Bericht über . das abgelaüfene Vereinsjahr. Spezielle Ausführungen hierüber, sowie die Referate der Herren. B l u m e nthal-Rimpar: „Der jüdische Schreibleseunterricht" . und Zu äe r - Königshofen: ,>Die Psalmen im Re- . ligionsunterricht* werden Ihnen jedenfalls von fach-: \ und berufskuydiger Seite zugehen. Diehiesige noch v * junge, aber emporblühende..Kultus-Gemeinde zeigte: durch Anwesenheit vieler Mitglieder, daß hier Herz und Sinn für Schule, und Lehrer herrschen und hoffen wir, daß die anwesenden Vereinsmitglieder noch viele Jahre sich ebensogern ihrer Gastfreunde erinnern, wie diese ' auch stets ihrer lieben Gäste gedenken werden. A St. . - - E n g l a n d. ' " ' London, im Aug. Mr. B. Lyonel Äbrahams, der soeben an Stelle Sir Henry Waterfield's zum Finanzsekretar des' Indra Office ernannt worden ist, gehört zu ' - den ^hervorragendsten Persönlichkeiten der jüdischen / . .Kolonie in London, und' seine Ernennung zu einem so " " bedeutenden' Pd'sienMtin der Kolonie natürlich eine ''' große' GenügthNirng^ hervorgerufen. Er' ist ein Reffe Mr)'JsrüelAbrahains, der vor Kurzem als Nachfolger -des Doktor Schechter nach Cambridge berufen wurde. Er wurde in der City of London School erzogen und . ' ' - fetzte feind Studien später in Valliol fort, und im Jahre . . - .1895 trat er in das Jndia Office ein, wo er zuerst eine unbedeutende Stellung mit einem geringen Gehalt von Lstr. 200 jährlich inne hatte. Sechs Jahre später heirathete Abrahams die Tochter eines bekannten Londoner Architekten, Mr. M. S. Joseph, der ebenfalls zu den hervorragendsten Mitgliedern der jüdischen Kolonie Londons gehört. Mrs. Abraham ist ferner eine Nichte des Chief Rabbi, Dr. Adler. Das schnelle Avancement Mr. Abrahams'bei seinem verhältnißmäßig jugendlichem Alter von 33 Jahren ist eine ganz , außerordentliche Auszeichnung, da dieser Posten gewöhnlich nur an Leute vergeben wird, die bereits einflußreiche Aemter in Indien selbst verwaltet haben. Der jährliche Gehalt, der mit diesem Posten verbunden ist, beträgt Lstr. 1,200, was für das indische Amt ein ganz außerordentlich hoher Gehalt ist. In seinen Mußestunden beschäftigt sich Mr. Äbrahams in der Hauptsache mit literarischen Arbeiten, und thut auch sehr viel für die jüdische Kolonie; er gehört, auch zu dem berühmtesten jüdischen Klub Londons, dem „Macabäus*. Mr. Abrahams hat die erste Geschichte der'Juden inEngland sehr eingehend studiert und hat wiederholt Aufsätze über dieses Thema in der Jewish Quarterly Review, veröffentlicht. /- ' Uebrigens muß Mr. B. Lyonel Äbrahams nicht mit einem anderen hervorragenden Juden Londons, Dr. Bertram Abrahams, verwechselt werden, dem' Direktor der größten Schule der Welt, der Londoner Jewish Free School. Dr. B. Abrahams ist gerade ein Jahr junger als Mr. B. Lyonel Abrahams, und ist ebenso wie er Schüler der City of London School. Auch er ist ein vielseitiger Mann, der das medizinische Doktorexamen gemacht hat und Arzt und Lehrer in einer Person ist. Er hat ein sehr weitverbreitetes Buch „The Principles of Pathology" geschrieben und hat außerdem . in - verschiedenen medizinischen Zeitschriften .Aufsehen erregende Aufsätze über das Nervensystem und Nervenkrankheiten veröffentlicht. '' - " - ' London, im Aug. Die „Jewish World* macht Mittheilungen über die Ergebnifle'des jüngsten Besuches des Führers der Zionistenbewegüng, Dr. Theodor Herzl, in Konstantinopel. Dr. Herzt begab sich nach der türkischen Hauptstadt in Folge einer telegraphischen Einladung des Sultans, dessen Gast er während seines Besuches war. Die Pforte wünschte das Programm der Zionisten genau kennen zu lernen. Bei seinen früheren Besuchen war Dr. Herzl von dem Sultan empfangen worden) aber bei dieser Gelegenheit fanden, regelmäßige. Conferenzen mit hochgestellten Regierungsbeamten statt. Türkischerseits nahmen daran der Großvezier. Said 'Pascha, der erste Sekretär des Sultans, Tachsin Bey. der Oberzeremonienmeister und Dragomän des kaiserlichen Divan, Ibrahim Bey und der Kämmerer des Sultans, Aarif Bey, theil. Dr. Herzl pflog auch tägliche Unterhaltungen im?Aildiz Kiosk mit anderen Vertretern des Sultans. Schließlich verfaßte er in französischer Sprache mehrere Broschüren über seine An- 7 3 5 1 4 ■C i i 3 1 i i