Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 66 (18.8.1902)
- Date
- 1902-08-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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S*^5!rnr»- 1405 ' sich keine jüdische Frau den Genuß dieses, mit gediegenem, anregenden Inhalte ausgcstatteten Buches — welches in reizender, äußerer Bekleidung erschienen —- zu lesen entgehen lassen. Einen besonderen Reiz bietet das Schriftchen z. B. dadurch, daß es einem ganz unreligiös erzogenen jungen Mädchen, das gerne den eigenen Haushalt den heiligen Traditionen gemäß einrichten mochte, die nöthigen Anleitungen betr. Fleischsalzen, Milchding und Fleischding, Geflügel, Schabbos rc.. klar u.' deutlich darlegt. Es wird der jungen Hausfrau ein treuer Rathgeber sein in manchen Momenten des Lebens. Möge sich „Sie Frau auf richtiger Fährte" (Verlag von A. I. Hofmann, Frankfurt a. M.) auch in den kommenden Jahren zahlreiche Freunde und Gönner erwerben, zum Wähle der jüdischen Frauenwelt. Auf die in der „Basler Nationalzeitung" Unter dem 29. Aug. 1901 erschienene Rezension, sowie auf die in anderen deutschen jüdischen Zeitungen er-, schienenen Kritiken sei noch besonders hingewiesen. Mangel an Raum gestatten mir heute nicht, näher darauf einzugehen. . / Kl. K.... Ungarn. Budapest, 7. Aug. Gestern trafen auf dem hiesigen Ostbahnhof ungefähr 250 Juden aus Rumänien ein, Auswanderer, die auf der Reise nach Canada begriffen sind. Die Männer sind, wie der „Pester Lloyd" mittheilt, durchwegs kräftige, intelligente Gewerbetreibende und Kaufleute. Diese Leute äußern sich sehr abfällig über das Vorgehen der rumänischen Behörden, die die jüdischen Familien systematisch aus Rumänien verjagen." Während des kurzen Aufenthaltes, den die Auswanderer bis zur Abfahrt des Wiener Zuges hier nahmen, sorgte die Polizei für die Aufrecht erhaltnng der Ruhe; mehrere Personen wollten unter dierumänischen Juden Geld vertheilen, doch die Auswanderer -nahmen nichts an und erklärten, ein Unterstützungskomitee sorge schon für sie. . ... - England. London, 14. Aug. In allen englischen Synagogen, insbesondere in den Londoner, fanden am Krönungstage besondere Gottesdienste statt. Sowohl in der großen Londoner Synagoge in Duke Street und in der benachbarten spanisch- Und portugiesischen Synagoge fanden sich sehr zahlreiche Versammlungen ein. Der Chief Rabbi hatte die Form des Gottesdienstes fest gestellt und so fanden in allen Synagogen gleichwerthige Feiern statt. Dr. Adler hielt morgens um sechs Uhr in der St. Albans Synagoge in Haymarket den Gottesdienst ab und ging von da aus nach der Westminster Abtei. ' /./'; ■-, .; , . — Eine interessante, historische Reminiszenz der .Londoner Westminster Abtei, in der bekanntlich am Samstag die Krönung des Königs von England stattfand, erwähnt eine Londoner Zeitung. Darnach mußten in alten Zeiten die. Juden Londons auch manch'' . ' , Scherflein zum Bau dieser Abtei beitragen.' In desi) / Akten der Abtei befindet sich eine von Heinrich denj/' ' Britten im Jahre 1245 erlassene Qrdre.iyder es heißt:',' , „Der König braucht Geld, um Ausbesserungen an der)))/ Westminster Abtei vornehmen zü. laffen^/Eß-hefiehlt' '1 - daher den Richtern, deren Fürsorge die Juden ander*-. traut sind/ die Bücher vom alten Testament, diedieselben) zufällig haben sollten, zu verkaufen und das Geld dem König abzuliefern." . .X - London, im Aug. (Für A u s w anderer .- n a ch S ü d a f r i k a.) Das englische Generalkonsulat) ersucht um Aufnahme folgender Zeilen:) Der enorme') . und mit Rücksicht, auf die gegenwärtige Lage unverhält-/ nißmäßig große Zufluß von Fremden nach Südafrika. hat die größbritannische Regierung veranlaßt, durch zwei Zirkulare vom 15. u. 17.. Juli den Konsulaten bte/ größte Strenge bei Ausstellung von . Landungserläub- . nißscheinen aufzutragen, und zwar im Interesse deS Publikums selbst. In Oesterreich ist zur Ausstellung V / solcher Erlaubnißscheine nur das englische Konsulat in.. Triest berechtigt und Parteien, welche solche anstreben, , haben nachstehende Dokumente beizubringen: _ einen, ‘ Paß, ein von der Polizeidirektion oder einer anderen österreichischen Behörde ausgestelltes Wohlverhaltungsv > zeugniß. den Nachweis über den Besitz von 2400 Kronen, - äußer den Reisespesen, und über die Fähigkeit, nach der Landung sich selbst zu erhalten: die Angabe des Gründes. aus welchem sich die betreffende Person nach Süd- / afrika begeben will; die eidliche Erklärung, daß der Betreffende im letzten Kriege nicht gegen die Engländer, gekämpft habe; schließlich haben sich die Interessenten. in der Zeit von 9 Uhr Vormittags bis 2 Nachmittags, persönlich im Konsulate vorzustellen. Personen, welche, - sich nach Südafrika begeben wollen, um dort erst Arbeit j oder irgend eine Anstellung zu suchen, also ohne einen bestimmten Beruf, erhalten in keinem Falle.die Erlaub?', niß zur Landung. Die Erlaubnißscheine gelten übrigens nur für die Landung tn einem der südafrikanischen Hä-/' fen, während zur Fortsetzung der Reise in's Innere am!.- . Landungsplätze um eine weitere . Bewilligung anzu-" . suchen sein wird./ Ä/. )' . ->/ London., Vor einigen Tagen fand hier die. Er--/ öffnuna eines jüdischen Freiguartiers. durch Francis Montefiore statt. Das. Gebäude haß die Be- .stimmunq, aus der. Provinz zugewanderten' .. armen.) Juden ein Obdach für eine Woche zu bieten.. Es hat Schlafraum für 30 Personen, einen Sveisesgal und.) einen Betsaal. Lanae vor der für die Feier sestgeseßtey/ Stunde erwartete eine große Menschenmenge vor dem?; .ftonse Nr. 5,'Nortb East Passaoe. Cable Streetzm,) Osten von London, die Ankunft Sir Francis', der vrä-) ^ziie 3 Uhr in Begleitung von Mr. Joseph Cowen. Go'-, vernor der (zionistischen) Jüdischen Kolonia^banß /er--/ schien. Mit einem vergoldeten Schlüssel, der ihm vom ■ '