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Der Israelit · 1902-08-18 · Heft 66 (18.8.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 66 (18.8.1902)
Date
1902-08-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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‘ 1406 Komitee dargereicht worden, war, öffnete Sir Francis das erste Zimmer, in welchem der Chor der Cannon Street Roäd-Synagoge unter Leitung des Rev. I. Lipschitz, den Psalm 30. sang. Dann sprach Sir Francis . einige Worte. Es. konnte ihm keine größere Ehre und Freude bereitet werden, als die, für unsere armen Brüder ein Asyl eröffnen, zu dürfen. Das Institut sei noch klein, aber er hoffe, es fei nur der Kern zu einem großen Institutedas dem Wohle des armen jüdischen Volkes dienen werde. Mr. Joseph Cowen, der den Speisesaal eröffnete,. hielt eine kurze, herzliche Ansprache mdeutscher Sprache. Es sprachen noch Dr. B. Morris und Mr. S. Alexander, worauf Mr. Slobolinsky, Herausgeber des „Hajehudi" die Synagoge eröffnete. Das Gebet für den . König wurde gesprochen und die. \ englische Volkshymne gesungen. Dann wurde Sir Francis Montefiore zum Ehrenpräsidenten des . Institutes ernanrit. Unter Hochrufm auf den neuen Ehrenpräsidenten schloß die würdige Feier. - . ' A m er! l n. ' Nelvyork, im Äug. Im vorigen Jahre hat die „Newyork Tribüne" in einem Artikel anerkennend auf die bemerkenswerthe Thatsache hingewiesen, daß so außerordentlich viele jüdische Schüler, darunter Kinder ganz armer, oft erst vor Kurzem eingewanderter Juden, die ersten Preise, die oft ansehnliche Stipendien bedeuten, bei den Prüfungen erhalten. Auch in diesem Jahre sind sehr viele jüdische Schüler in den Vereinigten Staaten, sowie, auch in Canada, mit ersten Preisen bedacht worden. Unter Andern hätte auch ein Abiturient des Dewitt Clinton-Gymnasiums (High School). Namens Sidney Bernheim, einen Preis erhalten sollen, der für den Unterhalt während eines vierjährigen Universitätsstudiums ausreicht. Da trat er plötzlich freiwillig von der Bewerbung zurück, um seinem Freunde Harry Swartz Ehre und Geld zu lasten. Der junge Vernheim erklärte sein Verhalten damit, sein Vater sei sehr wohl im Stande, ihn studiren zü lassen. Darum sei tr zu Gunsten des Swartz, der einer seiner liebsten Kameraden sei, von der Bewerbung zurückgetreten. ~ Die Antisemiten werden erstaunt sein, daß ein jüdischer Jüngling so viel Geld opfert, andere Leute wer- - den noch mehr erstaunt sein, daß ein so junger Mensch auf die Ehre des ersten Preises verzichtet. — Die Presbyterianische Kirche in Amerika hat den Beschluß gefaßt, die Juden nicht mehr mit Missionären zu beglücken. Und zwar, weil doch nur sehr wenige Juden sich taufen lassen, die Getauften ausschließlich den ganz verarmten und verbrecherischen Elasten angehören und, - kaum getauft, fortwährend . Geldansprüche an die Kirche machten, fast durchwegs auch ohne jede Begabung als Geistliche oder wenigstens; Prediger Wirken wollten und in einemfört zu Scandalen Anlaß gäben. .:;- vSV; Das ist ein vernünftiger'Schritt der Presbyj terianer, denn wahrlich das Geld, das für die . Judenmission ausgegeben wird, kann weit praktischer zu christlicheren Zwecken verwendet werden, so meinen Unsere christlichen Mitbürger. Ueberhaupt hat die christliche Geistlichkeit in Amerika, trotzdem ihr christlicher Eifer dem der Geistlichen in der alten Welt nicht nachsteht. ihn vielleicht häufig übertrifft, sehr vernünftige Anschauungen über die Juden. $ a I 5 p i n;- ■ . ■ \ Jerusalem. Nachdem im vorigen Jahre die Bauthätigkeit in Folge des Wassermangels fast gänzlich geruht hat, beginnt dieselbe jetzt sich sehr lebhaft zu entfalten. Der Neubau der Lämmel-Schule ist bereits in Angriff genommen, und zwar werden, soweit angängig, nur jüdische Arbeiter beschäftigt. Der Frauenverein „Esrath Naschim" ist durch eine seitens der Gebrüder Neustadt in Moskau gewährte Spende von 2O,OO0 Frs. in den Stand, gesetzt worden, den geplanten Vau, eines Siechenhauses zu beginnen. Endlich gedenkt Herr Jakob Braudo aus Warschau, in der Nähe der Montefiare- Häuser noch in diesem Sommer 25 moderne Häuser zu errichten. Alle diese Bauten werden den jüdischen, Handwerkern in Jerusalem vollauf zu thun geben. Jaffa. Rabbi Naphtali Herz L e v y. Rabbiner der vereinigten aschkenasischen und sephardischen Gemeinde Hierselbst, ist nach längerem Leiden in Jerusalem, wo er Heilung suchte, gestorben. Eine der hervorragendsten talmudischen Capazitäten des heiligen Landes, vereinigte der Heimgegangene mit umfassender Gelehrsamkeit den Adel einer wahrhaft vornehmen, aller Schroffheit abholden Gesinnung und bei unerschütterlicher Frömmigkeit volles Verständniß für die Bedürfnisse der Zeit. Sein Tod bedeutet einen empfindlichen Verlust nicht nur für seine unmittelbar betroffene Gemeinde, sondern für die palästinensische Judenheit überhaupt. - : ■ Bris?rabett der Kedaetto«. F. in Hamburg: Der .Israelit" kann seine Spalten den Interessen des. Hamburger Tempels nicht offnen. Die beiden Herren unterscheiden sich nicht wesentlich von einander. Der von Ihnen so gerühmte erscheint unö noch gefährlicher wieder andere.; . . v . . VriefLMsn der Expedition Auf vcrsch. Anfragen theilen mit, daß unser Blatt in den Lesesälen ca: 5OV deutscher Badeorte n. Kuranstalten aufliegt. C-3*“ Unserer heutige» Nummer liegt ein Register der rituellen Speisehaufer und Hotel-AestaurantS deS „Vereins zur Förderung ritueller Stzeisehauser? (Sitz Hamburg) bei, wor auf wir besonders aufmerksam machen. . .'7- - - ■*. i-.-;..* - r' . J \ - -\^ ..... v*-*r:

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