Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 66 (18.8.1902)
- Date
- 1902-08-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1402 eher ein christlicher Kollege von mir, gehen Sie zu Stadtrath Schulze, der wird gern Ihre Angelegenheit zu der seimgen machen, wenn Sie aber aus. meiner Tasche eine Kleinigkeit annehmen wollen, so steht sie Ihnen gerne zur Verfügung."? ' Zornig und beschämt verließ unser Freund den Stadtrath Lötvenstein, aber er verlor die Ausdauer deßtzalb doch nicht. Er ging noch zu zwanzig anderen Stadtverordneten, und meistens erzielte er dasselbe negative Resultat. Die Christen wollten, die Juden konnten ihrer Meinung nach nicht für ihn einlreten. Ein jüdischer Rath sagte ihm, das wäre eine jüdische Prätension, daß Leute, die kein Geld hätten, durchaus den Meister spielen wollten, er solle doch Geselle werden, wie es ein Nichtjude an seiner Stelle wohl haben würde. Er unterstütze derartige Leute grundsätzlich 'ma-r. Ern anderer Rath meinte, wenn man Geld hübe, für sich unb^ seinen Sohn, zwei Räder anzuschafsen, so dürfe man keine Wohlthätigkeitseinrichtung in Anspruch nehmen. Vergebens bemühte er sich, dem Herrn Rath klar zu machen, daß die Räder zu seinem Geschäftsbetrieb erforderlich seien, der Herr blieb bei seiner vorgefaßten Meinung. Ein Vertreter der Stadt wies auf seine politische Gesinnung hin, als konservativer Mann könne er doch keinen Freisinnigen empfehlen. Ein Anderer hatte arme Verwandte, an die er zuerst denken müsse... \ Einige Räthe befanden sich auch auf der Reise und kehrten erst in einigen Wochen wieder zurück. Aber das Unerwartete geschah, er wurde trotz dieser scheinbaren Mißerfolge berücksichtigt, und eines Tages erhielt er vom Rathhause eine Zustellung, daß er bei dem M.'schen Stiftungsausschuß nicht nur siebzig Mark. wie. man vermuthete, sondern sage und schreibe zweihundertundfünfzig Mark erheben könne. ' - Nun freute er sich sehr, daß er seiner Frau gefolgt und die Flinte nicht in's Körn geworfen^ und gehobener Stimmung begab er sich auf bas betreffende Bureau, um den Betrag zu erheben. Da wartete aber seiner eine neue Enttäuschung.. Der Herr Oberbürgermeister hat in der Stiftung eine Klausel entdeckt. Nach dem Wortlaut derselben dürfen die Zinsen vor Ablaüf einer gewissen Frist nicht ausgezahlt werden. Die Juristen in der Stadtverordnetenversammlung sind zwar anderer Ansicht, aber um ganz sicher zu gehend wurde die Sache einem Ausschuß übergeben, der mit der Prüfung des Falles beauftragt wurde und der dann seinen Bericht an die Oberverwaltungsbehörde der Hauptstadt zu machen habe. Bis wann von hier eine Entscheidung herunterkommen wird, das weiß Niemand zu sagen. Freund Meyer wäre nun nach Hause gegangen und hätte seiner Frau gesagt, daß sie den Handel mit Möbeln und Betten endgiltig aufgeben solle, wenn er nicht nntorineg^^-erwacht wäre, v -; v. . Sein etwas langesMMagsfchläschen war beendet. Er drückte auf den elektrischen Knopf. Ein Diener erschien, der ihm auf sein Geheiß das Adreßbuch der Stadt überbrachte. Aus diesem schrieb er sich zwanzig der würdigsten Kleinhandwerker heraus, denen er an seinem siebzigsten Geburtstage je 5000 Mk. übersandte. Wschen-Kglenöei», ' Freitag, 22. August. 18. Än». ' " Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 7 Ubr 60 Min. Samstag, 23. August. 20. Aw. 2PV Sabbat-AilSgang in Mainz und Frankfurt am Main 8 Uhr 20 Mim — Berlin 8 Uhr 02 Mim — München 7 Uhr 54 Min. — Hannover 8. Uhr 13 Min. — Stuttgart 8 Ubr 03 Min. — Prag 7 Uhr 45 Min. — Straßburg 8 Uhr 10 Min. — Posen 7 Ubr 50 Min. — Stettin 8 Uhr 02 Min. ©ct „SSsacIit" Kschewt fyOglaeeüafioEi ewefteßl, EHocitofia tmü Bonee^ßts^a, tzdeLmsl ür mmdestsnS zvÄ Bogen. Preis pro lZierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höh«. Ma» abonntri ganzjährlich, halwährllch oder vierteljährlich. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Des Ouchhaudel vrvLrhvr durch D. SLriusLeo. Nrmrrg, Rotzplahfjö.— Inserate 2S Pfennig die viergespaltene KorHsreVezeLr oder bersn Naum. Preis dsr Zülr tm Kselametherl 75 Pfennig. — Dlrecte Frarreozufendimg unter Streifband pro Jcchrgsug für ©Ackschland und OesterrÄch 14 Kelchs-Mark oder 16 Krone» österr., fufS Lusland 16 Mark, an die ExpMlon franco etnsenden. Postzeitungsliste 3792. Telephon 1615. Stelleprchesde und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende Kleine LluSgabe dsS vier Wochen lang gratis und staneo erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, fs k«M MM sich für LS Pfennige daS Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf MsfeXSa unter Kr. 3792 a abonniren. Auf Wunsch Küluds» tsts die Lshlsvg dsS TnfeetrosSSetssgS <m «rsser Stelle Befindliche bis nach . - -n ■ -• Sslcmguug eiuer solche«. „ TrÄslt (HsuptSkatt): Zu Paraichath Ekeb. — Zeitungsnachrichten und Correspoirdemen: Deutschland: Berlin. Samotschin. München. Bad Tölz. Ungarn: Pest. Frankreich: Paris. England: London. -- Feuilleton: Die Probepredigt. (Schluß). — Die Stiftung. §2t)Llt der QrLage; Unser Judenthnm. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a.M. Wiesbaden. Ungarn: Budapest. England: London. Amerika: Newqork. Palästina: Jerusalem. Jaffm- . «Z^SQ-QcUasr: Register der rituellen Speisehänser und Hotel-Restaurants des ..Vereins zur Forderung riweller Spelsetzauser" (Sitz Hanchurg). , .. . .. . . . .. - . . Verantwortliche Redaktion: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des ^Israelit", Schottstraße Nr.2.Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'sch en Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft ln Mainiu ' . HLskIA zwei BeLlsgen^