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Der Israelit · 1902-08-07 · Heft 63 (7.8.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 63 (7.8.1902)
Date
1902-08-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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i im feft daraus und zogen hinauf, da kam der Amalek und der Kenaani, der auf dem Berge wohnte, schlug sie und zersprengte sie bis Chorma." Ohne Hilfe des Allmächtigen sind alle Rathschläge, alle Bemühungen nichtig. Darum kehret zurück zum Ewigen, Eurem Gott, werfet von Euch den Geist der Neuerung, feiert die Sabbate und Festtage im Sinne des Gesetzes, weichet und wanket nicht von den Vorschriften der heiligen Thora, dann erst werdet Ihr das Ende des Exils beschleunigen, dann hilft Euch Gott, und dann wird auch in Erfüllung gehen die Versitzung: „Und es werden hinaufziehen die Retter auf den Berg Zion, zu richten das Ge- . birge Esau's und es wird sein dem Ewigen die Regierung. Und es wird sein der Ewige zum Könige über die ganze Erde, an demselben Tage wird der Ewige einzig und Sein Name einzig sein." G. ZsSSNM§VschrrchLsÄ urw SorresposveKZerr. Deutschland. Berlin, 3. Aug. (Die Säulen des Antike m it i s m u s.) Wegen Beleidigung einer Anzahl Herren, welche in der antisemitischen Bewegung eine hervorragende Rolle spielen, hatte sich gestern der , Redakteur Max Klausner vor der vierten Ferienstrafkammer des Landgerichts I zu verantworten. Wie erinnerlich fein wird, hatte das hiesige Antisemitenblütt eine Reihe von Gutachten veröffentlicht, welche von zumeist dem Gelehrtenstande angehörigen Personen über den Ritualmord abgegeben worden waren. Klausner hatte die Verfasser dieser Gutachten in der von ihm herausgegebenen „Israelitischen Wochenschrift" so scharf kritisirt, daß acht der Herren Strafantrag wegen Beleidigung gegen ihn stellten und bei der Staatsanwaltschaft auch Gehör fanden. In der „Israelit. Wochenschrift" vom 25. April nannte der Angeklagte die Namen der acht Strafantragsteller und knüpfte daran die Mittheilung, datz am 10. Mai Termin in dieser Sache anberaumt worden sei. Auf derselben Seite der Nummer, aber in der folgenden Spalte, befand sich, in gleicher Höhe mit der erwähnten Notiz, folgende Mittheilung: „Im benachbarten Städtchen Trebbin hat der Prediger Disselhoff gegen 200,000 Mark Kirchen- und andere Gelder unterschlagen und in liederlicher Weise verpraßt. Disselhoff war eine Säule des Antisemitismus. Aber so sind sie alle, alle." Die Strafantragsteller erblickten in der Gegenüberstellung der beiden Artikel einew Hinweis darauf, datz die Bemerkung: „So sind sie alle, alle" sich auf sie beziehen sollte. Der Angeschuldigte, bestritt dies entschieden. Es liege lediglich ein Zufall bei der technischen Herstellung des Blattes vor. „Wenn er seinem * - etwas Unfreundliches sagen wolle, so thue er dies direkt und'nicht auf Umwegen, welches seiner Natur widerstrebe. Im Uebrigen wisse er auch nicht, ob die Strafantragsteller als „Säulen" des Antisemitismus zu bezeichnen seien, er halte sie nicht dafür. Staatsanwalt Kiesel meinte doch, , datz die Strafantragsteller durch die beiden Notizen getroffen werden sollten, er beantrage gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 200 Mark. Der Gerichtshof kam zu einem freisprechenden Erkenntniß, da ein Zusammenhang zwischen den beiden Artikeln nicht uachgewiesen sei. Köln, 5. Aug. Ihr geschätzter Mitarbeiter, Herr Hermann Moses, dahier, wird am 15. d. M. mit einer neuen jüdischen Zeitschrift an die Öffentlichkeit treten. Das Blatt wird den Titel „Die Gegenwart" führen und soll hauptsächlich den Interessen der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur gewidmet sein. Wir geben der Hoffnung Raum, daß der Sinn für Judenthum und jüdische Angelegenheiten in unserer alten Colonia so sehr erstarkt ist, daß ein weiteres jüdisches Blatt Hierselbst noch zu bestehen vermag. W. Karlsruhe, Ende Juli. Vorige Woche feierte Herr Meier Strauß mit seiner Ehefrau im engen Familienkreise das Fest der goldenen Hochzeit. Welche Achtung das Ehepaar genießt, erfuhr man durch die herzliche Theilnahme, die ihm von allen Kreisen der hiesigen Gemeinde erwiesen wurde.' Auch Se. Kgl. H. der Großherzog von Baden ließ ihnen die in Lebensgröße ausgeführten Portraitdes grotzherzogl. Paares huldvoll überreichen. Möge es Herrn M. Strauß und Gemahlin noch eine lange Reihe von Jahren beschieden sein, ihre gottesfürchtige und rechtschaffene Lebensweise im ungestörten Glücke fortzuführen und durch das Wohlergehen ihrer Kinder und Enkel jederzeit erfreut zu werden: Bruchsal, im Aug. Dem Vierzehnten Jahres-, Bericht des „Landesvereins zur Erziehung israelitischer Waisen" im Großherzogthum Baden entnehmen wir: Das vierzehnte Jahr des Bestehens unseres Vereins, über das wir in Folgendem Bericht erstatten, zeigt gleich den vorausgegangenen Jahren das Bild einer ge-. deihlichen Weiterentwickelung. Wir können mit aller Befriedigung auf das abgelaufene Verwaltungsjahr zurückblicken, denn Dank der uns zur Verfügung stehenden Mittel, waren wir in der glücklichen Lage, allen berechtigten Anforderungen, die an uns gestellt wurden, zu entsprechen. Im Laufe des Jahres konnten 17 Kinder aus unserer Fürsorge entlassen und 12 neu ausgenommen werden, so daß der Stand unserer Pfleglinge. am 1. Januar 1902 folgender ist: Wertheim 0, Merchingen 2, Mosbach 2, Sinsheim 9, Heidelberg 9, Ladenburg 2, Bruchsal 11, Breiten 9, Karlsruhe 6, Bühl 12, Offenburg 15, Freiburg 6, Gailingen 3. Zusammen 86.

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